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Stranger Things 2 oder back to the 80s

By 08/11/2017 No Comments

Mit Spannung wurde sie erwartet und pünktlich kurz vor Halloween wurde sie endlich geliefert. Ich spreche natürlich von der 2.Staffel der Serie Stranger Things. Was zunächst als Geheimtipp begann entwickelte sich schnell zum Zugpferd von Netflix. Es war daher nur eine Frage der Zeit, bis die nächste Staffel in den Startlöchern stand und wenn man den Interviews glauben kann, sind auch die nächsten beiden Staffeln gesichert.

Stranger Things 2 - Ghost Busters

Stranger Things 2 – Halloween Time ©Netflix 2017

Doch kann die Serie diesen Erfolg fortführen? Es ist schließlich immer schwierig sowohl Publikum als auch KritikerInnen zufrieden zu stellen. Ich habe mir daher die Staffel angeschaut und werde euch nun berichten, ob sie ihr Tempo und ihre Originalität beibehalten hat, oder ob es sich nach einer schalen Fortsetzung anfühlt.

Spoiler Warnung! Nur weiterlesen, wenn ihr die erste Staffel schon vollständig gesehen habt!

Story

Anders als im ersten Teil, in dem die Beziehung von Eleven (Millie Bobby Brown) und den Jungen im Vordergrund stand, rückt hier Will Byers (Noah Schnapp) in den Mittelpunkt der Geschehnisse. Dieser wird, wie schon am Ende der ersten Staffel angedeutet, durch seinen Aufenthalt in Upside Down von Visionen heimgesucht. Neben der Main Story gibt es zahlreiche Sidestorys, die sich am Ende, wie schon in der ersten Staffel, zu einem großen Ganzen zusammenfügen. Beispielsweise beschäftigt sich Dustin (Gaten Matarazzo) mit seinem geheimnisvollen Haustier, Nancy (Natalia Dyer) und Jonathan (Charlie Heaton) wollen sich auf ihre Art rächen und auch die totgeglaubte – Achtung Spoiler – Eleven versucht ihren Platz in der Welt zu finden. Langweilig wird einem in Hawkins also nicht, und auch wenn manche Storylines gelungener sind als andere, so kann man an jeder Geschichte interessante Aspekte finden.

Stranger Things 2 Cthulhu Monster

Stranger Things 2 – Main Poster ©Netflix 2017

Nicht alles in Hawkins läuft reibungslos

Bevor wir aber nun die positiven Seiten hervorkehren, stürze ich mich in die Upside Down und erwähne, was diesmal nicht so gut funktioniert hat. Zu Beginn war es etwas irritierend, dass manche Charaktere aus der vorigen Staffel eher wenig oder zumindest nicht soviel zur Geschichte beigetragen haben. Allen voran etwa Nancy und Jonathan, die zwar einen wichtigen Beitrag zur weiteren Zukunft von Hawkins leisten, aber deren Beziehung bei weitem nicht mehr so gefesselt hat, wie in der ersten Staffel. Auch Mike (Finn Wolfhard) kommt eine eher kleinere Rolle zu, dies wurde vermutlich bewusst gesetzt, um ihn vielleicht in der nächsten Staffel wieder vermehrt Aufmerksamkeit zu schenken. Es ist nun mal eine Ensembleserie und bei dieser Fülle an Charakteren kann natürlich nicht jede/r die gleiche Aufmerksamkeit bekommen. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass manche Figuren mehr „Aufgaben“ bekommen würde.

Stranger Things 2 - Odd Couples

Stranger Things 2 – Nancy und Jonathan ©Netflix 2017

Definitive Schwachstellen war die eher nicht gelungene Einführung der beiden Geschwister Max (Sadie Sink) und Billy (Dacre Montgomery). Im ersten Teil wollte man Steve (Joe Keery) das Klischee des 80er Jahre Rowdys überlassen, hat sich aber schnell entschieden, ihm mehr Tiefgang und Liebenswürdigkeit zu geben, was dazu führte, dass sein Charakter sich deutlich veränderte. Jetzt sollte eben Billy diesen Part übernehmen, er sollte das pure Böse werden, unberechenbar und boshaft. Das kommt aber in einer Serie mit so vielschichtigen Charakteren aber nicht gut an. Eine Szene macht darauf aufmerksam, warum er so ist, wie er ist, aber es wird im dennoch kein Raum zur Entwicklung gegeben. Auch Max/ine wird nicht zuviel Raum zur Entfaltung gelassen. Sie bleibt großteils das Objekt der Begierde von Lucas (Caleb McLaughlin) und Dustin und zeigt erst am Ende, was in ihr steckt. Auch hier sehe ich definitiv noch Entwicklungspotential.

Stranger Things 2 - Mad Max

Stranger Things 2- Max in der Acade Halle ©Netflix 2017

Das meiste funktioniert in Hawkins aber tadellos

Aber nun zu den positiven Seiten, und da gibt’s glücklicherweise eine Menge zu berichten. Denn in Sachen Originalität hat die Serie glücklicherweise nichts eingebüßt. Natürlich geht es wieder um Upside Down und ihre dortigen Bewohner, auch Joyce (Winona Ryder) Haus wird wieder einmal in die Mangel genommen, dennoch ist Staffel 2 mit neuen Ideen bestückt und langweilt nicht durch ständige Wiederholung. Dafür sorgen unter anderem auch die neuen Charakter, bei denen vor allem Bob (Sean Astin) und Dr. Brenner (Matthew Modine) hervorzuheben sind, da sie doch eine Vielschichtigkeit zeigen dürfen und sich gut in das „alte“ Ensemble einfügen. Generell ist die Riege an SchauspielerInnen grandios, allen voran natürlich die Kinder, bei denen man jetzt hoffen muss, dass ihnen der frühe Ruhm nicht zu Kopf steigen wird. Der Versuch die Charaktere mit anderen Figuren als im ersten Teil interagieren zu lassen, funktioniert großartig. Ich sage nur „Babysitter-Steve“!

Stranger Things 2 - Babysitter Steve

Stranger Things 2 – Babysitter Steve ©Netflix 2017

Das Monster, um nicht zuviel zu verraten, ist noch um einiges mysteriöser und man ist sich bis zuletzt nicht ganz sicher, was das denn überhaupt ist bzw. was es will. Diese geheimnisvolle Bedrohung sorgt natürlich wiederum für Nervenkitzel und ist für zukünftige Staffeln durchaus ausbaufähig.

Stranger Things 2 - Cthulhu Thing

Stranger Things 2 – Was ist das? ©Netflix 2017

Sowohl positive als auch negative Kritik gab es für Folge sieben, die aufgrund ihrer Erzählart und des Settings stark von den anderen Episoden abweicht. Ob einem dies gefällt, muss wohl jede/r für sich entscheiden. Mir persönlich hat es gefallen, ich war aber froh, in Folge acht wieder „zurückzukehren“.

Neben dem 80er Jahre Setting spielt natürlich auch die passende Musik eine unglaublich wichtige Rolle und ich finde, dass sei diesmal teilweise besser eingesetzt wurde als zuvor. Sie untermalt die Geschehnisse und bringt die Story voran, mehr muss man sich eigentlich nicht wünschen.

Stranger Things 2 - Bob the Hero

Stranger Things 2 – Bob und Joyce ©Netflix 2017

Fazit

Wer die erste Staffel liebt, wird diese ebenfalls lieben. Natürlich ist nicht alles perfekt, aber das positive überwiegt und lässt uns großzügig über kleinere Flauten hinwegsehen. Das Eintauchen in die 80er Jahre macht definitiv Lust auf mehr, wird Zeit sich mal wieder Die Goonies, Poltergeist oder Ghostbusters anzusehen. J Denn mit irgendetwas muss man sich wohl die Zeit vertreiben, bis wir endlich wieder einen Blick nach Hawkins machen dürfen.

Stranger Things 2 - Boys are back

Stranger Things 2 – Boys are back ©Netflix 2017

 

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