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James Bond – Spectre – „smart, cool, tödlich“

By 03/11/2015 No Comments
SPECTRE ©2015 Danjaq, MGM, CPII

SPECTRE ©2015 Danjaq, MGM, CPII

Der neue James Bond Film, Spectre muss sich keineswegs vor seinem sehr erfolgreichen Vorgänger  verstecken. Man kann sogar so weit gehen und sagen, dass der Versuch wieder zurück zu den klassischen Bondmotiven zurückzukehren, was mit Skyfall begonnen wurde, nun mit einem richtige Verhältnis zwischen modern und alt geglückt ist. Während in Skyfall die Verweise auf die Filme der Sean Connery Ära noch etwas gezwungen und teilweise als eine Art easter egg gewirkt haben, scheint es nun ein natürlicheres Gleichgewicht zu geben. Überraschend war hierbei auch, dass der junge Q, gespielt von Ben Whishaw, deutlich mehr ausgebaut und voraussichtlich in kommenden Filmen aktiv bei den Missionen mithelfen wird. Interessant war, dass der Mut zu komischen Momenten vorhanden war, was deutlich wird, als beispielsweise Bonds Fall aus einem Haus von einem alten Sofa aufgefangen wird, erinnert dies an aus Roger Moore Zeiten bekannte Szenen, ohne aber ins Lächerliche zu kippen. Auch Dave Bautistas Figur fällt in diesen Bereich, der in seiner Rolle als übergroßer Schläger an den bekannten Jaws, oder Beißer wie er in der deutschen Synchronisation heißt, erinnert. Er wirkt zwar auch James Bond körperlich deutlich überlegen, hat aber nicht die fast schon unnatürliche Unverwundbarkeit von Richard Kiels Figur.

Q-Bond-James-Spectre

Photo by Jonathan Olley – © SPECTRE2015 MGM Studios Inc., Danjaq, LLC and Columbia Pictures Industries, Inc.

Zur Handlung selbst möchte ich an dieser Stelle nicht all zu viel verraten. Interessant ist jedoch, dass die mittlerweile vier Bond Filme mit Daniel Craig eine sich fortsetzende Handlung haben und nicht wie früher in sich geschlossen sind. Verweise auf vorangegangene Aufträge ziehen sich durch den ganzen Film und jemand der nicht vertraut mit den anderen Teilen ist, könnte leicht den Anschluss verpassen.

Es ist eindeutig, dass James Bond im modernen Zeitalter angekommen ist, wo das Thema totales Überwachen (zum Teil sogar mittels Nanomaschinen im Blutkreislauf) Gesprächsthema ist und in Zeiten von Facebook eindeutig auf ein modernes Publikum zugeschnitten ist, ohne aber ins science fiction abzudriften. Es ist wieder der klassische Kampf zwischen Tradition und Fortschritt.

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Photo by Jonathan Olley – © SPECTRE2015 MGM Studios Inc., Danjaq, LLC and Columbia Pictures Industries, Inc.

Traditionell ist auch, dass die Gegenspieler Mitglieder der titelgebenden Spectre Organisation sind, die schon aus früheren Bond Filmen bekannt ist. Aus den Trailern war bereits bekannt, dass der mittlerweile sehr begehrten Christoph Waltz den Antagonisten spielt. Ein Vertrauter aus Bonds Vergangenheit, dessen Identität jedoch lange ungewiss bleibt. Die Figur ist sehr ähnlich denen aus den Tarantino Filmen bekannten Rollen des Österreichers, wurde aber eindeutig ruhiger gehalten, was die aber doch teilweise vorhandenen verrückten Aktionen manchmal unpassend erscheinen lassen. Silva aus Skyfall wirkte etwas bedrohlicher als Franz Oberhauser aufgrund seiner aktiveren Einbindung in die Geschehnisse. Ein Gegenspieler, der in eine direkte Konfrontation mit Bond tritt würde aber der Rolle eines alles kontrollierenden Masterminds widersprechen, eine Rolle, auf die Waltz‘ eindeutig ausgelegt ist und die er trotz allem überzeugend auf die Leinwand bringt.

James-Bond-Spectre

© SPECTRE2015 MGM Studios Inc., Danjaq, LLC and Columbia Pictures Industries, Inc

Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass wir es nun mit einem, man könnte sagen ausgereifteren Bond Film zu tun haben, der nun die mit Daniel Craig eingeführte realistische Härte mit den alten Elementen der „klassischen“ Zeit verbindet und somit auch Kinogänger, die sich noch nicht von Craigs Verkörperung des britischen Geheimagenten überzeugen konnten, gefallen könnte.

Fazit

Was meine persönliche Meinung betrifft kann ich sagen, dass ich wie Daniel Craig die Rolle des Geheimagenten übernommen hat nicht ganz überzeugt war. Mit Skyfall und nun erweiternd in Spectre scheint er aber doch der Rolle gerecht worden zu sein. Was mir persönlich nicht ganz so gefallen hat war die Titelsequenz. Auf der Bildebene und auch im Gesang fehlte es etwas an Opulenz was man von James Bond gewöhnt wäre. Die alten Filme hatten noch sehr abstrakte mit den damals aktuellsten Special Effects ausgestattete Sequenz, doch mit den Daniel Craig Filmen scheint die Geschichte mehr in den Vordergrund gerückt worden zu sein. Bei Spectre wechseln sich Sequenzen aus dem Film ab mit Bildern, die man fast schon Tentakel-Pornos bezeichnen kann.

Ich kann aber sagen, dass ich schon gespannt bin, was uns mit dem kommenden und wahrscheinlich letzten Craig Bond erwartet.

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Kitsune

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