Wie der Wind sich hebt – 風立ちぬ

Dieses mal habe ich etwas ganz Besonderes für euch. Ich möchte euch den neuen Studio Ghibli Film, „Wie der Wind sich hebt“ vorstellen und hoffe ihr könnt euch nach dem Lesen ein Bild von dem Film machen.

Hayao Miyazaki verabschiedet sich mit einem für Ghibli Fans möglicherweise ungewohnten Film. Wenn man den Namen des Regisseurs oder gar des Studios hört denkt man immer zu erst an Fantasy-Meisterwerke wie “Prinzessin Mononoke“ oder noch eher an „Chihiros Reise ins Zauberland“ (der angeblich aber auch nicht ganz so unschuldig ist, wie man oberflächlich annehmen würde. Dazu aber vielleicht ein Andermal mehr)

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„Wie der Wind sich hebt“ jedoch ist keineswegs eine frei erfundene Geschichte. Der Film basiert auf einem Manga von Hayao Miyazaki und erzählt das Leben von Jiro Horikoshi, dem Designer und Chef Ingenieur des bekannten A6M Zero Kampfflugzeugs. Der Zuseher begleitet den Protagonisten von seiner Kindheit hin zu seiner Zeit an der Universität bis hin zu seiner Anstellung bei Mitsubishi und der Entwicklung seines Flugzeugs.

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Hierzu könnte man denken, dass es sich um einen bedrückenden Film über den Krieg handelt, doch dem ist nicht so. Der Film bleibt zwar auf einer realistischen Ebene, verliert  aber nicht auf den klassischen Studio Ghibli Charme. Der Zeichenstil der Figuren erinnert sehr an Chihiro mit seinen runden Gesichtern und freundlichen Augen. Die Umgebung wirkt etwas erwachsener gezeichnet als die Fantasy Filme. Was ich damit sagen will ist, dass wir hier keine klaren Farben haben wie sonst. Die Welt von „Wie der Wind sich hebt“ scheint zum Großteil wie mit Wasserfarben gezeichnet zu sein. Die Elemente bekommen dadurch mehr Tiefe und scheinen organischer. Eine Ausnahme sind die sich durch den gesamten Film ziehenden Traumsequenzen. Sie sind zwar auch eher realistisch gehalten, spielen aber trotzdem mit den Möglichkeiten des Traums. Dass der Protagonist weiß, dass es sich um einen Traum handelt verstärkt dies. Diese Sequenzen stehen daher im Gegensatz zur Realität, nicht aber nur durch den Zeichenstil, sondern sie verdeutlichen auch die Sehnsucht des Protagonisten endlich ein funktionierendes Flugzeug zu kreieren.

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Der Film ist zwar ab 6 Jahren freigegeben, doch ich wage es zu bezweifeln, dass sich ein Kind dieses Alters den gesamten Film ansehen würde. Die erste Stunde des Films handelt ausschließlich von der Suche nach dem richtigen Flugzeugdesign und Ausflügen in verschiedene Fabriken. Auch auf der Dialogebene ist der Film eher an ein erwachseneres Publikum oder noch genauer an Personen, die sich etwas mit Flugzeugen auskennen gerichtet. Die Charaktere sprechen oft ganze Dialoge hindurch über verschiedene Metalle oder Schrauben, mit denen sie bessere Resultate erzeugen können.

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Im zweiten Teil lockert sich dies etwas auf. Dies geschieht durch die Einführung von Naoko Satomi, mit der sich der Protagonist anfreundet. Hierbei handelt es sich aber um eine fiktive Figur, die von Miyazaki möglicherweise verwendet wurde, um die Geschichte im zweiten Teil etwas aufzulockern. Nicht nur auf der Handlungsebene lockert sich da ganze etwas auf, sondern auch der Protagonist wirkt anders als zuvor. Der stille, meist an seinem Zeichentisch sitzende Jiro Horikoshi wir nun als ein tollpatschiger ein bisschen nerdig wirkender Mann dargestellt. Auch auf der Schnittebene wirkt der Film dynamischer. Anfangs dominieren ruhige Kameraeinstellungen und gelegentliche Schwenks, die im zweiten Filmteil schneller aufeinanderfolgen und auch die Kamera verweilt nicht mehr in einer starren Position.

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Kritik

Abschließend möchte ich nun zusammenfassen…

Ich finde, dass Hayao Miyazaki wieder einmal bewiesen hat, dass Animationsfilm mehr sein kann als Kinderfilmchen oder verrückt übertriebene Comedygeschichten. Wird er der Position seines Abschiedsfilmes würdig…. Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Es ist zwar bekannt, dass Miyazaki ein Flugzeugfan ist und es ihm daher möglicherweise ein persönliches Anliegen war diesen Film zu machen, aber der Mehrheit wird er glaube ich als der große Märchenerzähler aus Japan in Erinnerung bleiben.

Es wurde an diesem Film oft kritisiert, wie mit dem Thema des Filmes umgegangen wird. Kritiker behaupten einerseits, dass der Film einen Erfinder von Kriegsmaschinen zum Helden hat, andere, nationalistischer gestimmte meinen, dass der Krieg verharmlost oder auch negativ dargestellt wird. Man sieht während des Filmes auch keine menschlichen Opfer des Krieges, sondern immer nur „tote“ Flugzeuge. Die Schlachtfelder sind überfüllt mit Flugzeugteilen abgestürzter Maschinen, aber keine Menschen sind zu sehen.

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Miyazaki selbst meint, dass er selbst anfangs skeptisch war, hat aber angeblich als er gehört hat, dass Jiro Horikoshi nicht direkt daran interessiert war etwas für den Krieg zu machen, sondern lediglich seinen Traum ein gutes Flugzeugdesign zu entwerfen verwirklichen wollte, seinen Meinung geändert.

Fazit:

Ich würde den Film daher all jenen empfehlen, die sich mit einem zwar sehr schön anzusehenden, jedoch auch etwas langsamen Animationsfilm auseinandersetzen wollen.

Empfehlung: SEHENSWERT


Gewinnspiel zum Release!
Die DVD und die Blu-ray zu „Wie der Wind sich hebt“ sind ab dem 12.12. im Händel erhältlich. Wir verlosen zum Release einmal die DVD Special Edition, welche uns von Unsiversum Anime zur Verfügung gestellt wurde. Mehr Info und die Teilnahmebedingungen findet ihr unter folgendem Link.

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