Wayward Pines oder wie M. Night Shyamalan versucht im Fernsehen Fuß zu fassen

Vor ein paar Wochen ist eine neue Serie am amerikanischen Serienhimmel aufgetaucht, nämlich Wayward Pines. Doch sie ist nicht still und heimlich über die Bildschirme geflimmert, sondern sie wurde im Vorfeld schon groß angekündigt, sogar in Österreich wurde Plakatwerbung dafür gemacht. So bin auch ich schließlich auf die Serie aufmerksam geworden, denn es passiert ja nicht alle Tage, dass man durch Wien fährt und ein Werbeplakat für eine Serie sieht. Und man kann sich vorstellen, wie viel Werbung erst in den Staaten gemacht wurde, wenn eine amerikanische Serie sogar in Österreich beworben wird. Der Clou ist nämlich, dass sie zeitgleich von Fox, beziehungsweise im deutschsprachigen Raum von Fox Channel, ausgestrahlt wird.

Angestachelt von der Werbung und der Promo, die durchaus vielversprechend aussah, habe ich mir daher den Piloten angesehen, über den ich nun exklusiv für euch berichten werde.

WaywardPines

Das Ensemble

Die Serie basiert auf Romanen des Autors Blake Crouch und ist angelegt auf zehn Folgen zu je 40 Minuten, in der Kürze soll wohl die Würze liegen, hoffentlich. Gerüchteweise soll es auch bei nur einer Staffel bleiben, aber das hängt wohl stark von den Einschaltquoten ab, zu denen ich später noch komme. Hervorzuheben ist vor allem das Ensemble, Hauptdarsteller Matt Dillon ist kein Unbekannter, man erinnere sich etwa an „Verrückt nach Mary“ oder „Ich, Du und der Andere“. Auch bei den Darstellerinnen trifft man mit Oscar-Gewinnerin Melissa Leo und Juliette Lewis auf bekannte Gesichter. Trotzdem sind keine SchauspielerInnen dabei, die wirklich wahnsinnig berühmt wären, wie es etwa bei True Detective der Fall ist. Das ist aber nicht unbedingt negativ zu sehen, da man als Zuschauer nicht dauernd darüber nachdenken muss, aus welchen Filmen/Serien man diesen und jenen kennt.

Interessanter ist ohnehin einer der Regisseure, der gleichzeitig auch als Executive Producer fungiert. Das ist nämlich niemand geringere als M. Night Shyamalan, der den meisten wohl durch den äußerst geglückten Film „The Sixth Sense“ in Erinnerung geblieben ist. An diesen Erfolg konnte er danach bekannterweise nie wieder anknüpfen, man erinnere sich an den Tiefpunkt seiner Karriere mit „The Happening“ … oder man erinnert sich besser nicht daran (Mark Wahlberg redet mit Bäumen … man sollte es wirklich schnell vergessen). Auch bei „The Last Airbender“ hat er Regie geführt, dieser Film wurde ja von Fans ebenfalls sehr gespalten aufgenommen.

Nun hat sich Shyamalan also an einer TV-Serie versucht, und möchte damit wohl auch seinen Ruf als Meister des Mystery-Genres wieder zurückerobern.

Wayward Pines als Twin Peaks 2.0

Bevor ich aber nun darauf eingehe, ob Shyamalan der Sprung ins Fernsehen geglückt ist, muss ich kurz auf den Inhalt der Serie eingehen. Agent Ethan Burke erwacht in einem Krankenhaus einer fiktiven Kleinstadt namens Wayward Pines. Ihm wird erzählt, dass er einen Autounfall gehabt hat, seine Habseligkeiten seien beim Sheriff zu finden. Dass in der Stadt nicht alles mit rechten Dingen zugehen kann, merkt Ethan Burke schnell. Statt Grillen zirpen Lautsprecher in Gebüschen und alte Krankenschwestern können durchaus rabiat werden, wenn man sich ihnen widersetzt. Trotz anfänglicher Gedächtnislücken entsinnt Ethan schnell, dass er doch eigentlich wegen eines Auftrags nach Wayward Pines gekommen ist, dessen Erledigung sich allerdings nicht als einfach erweist.

So weit so gut, vom Stil her, erinnert die Serie sehr stark an Twin Peaks und das nicht  nur, weil es ebenfalls in einer Kleinstadt spielt. Etwas Mysteriöses umgibt den Ort, man fragt sich ständig, ob etwas echt oder gespielt ist. Wen umgibt welches Geheimnis und vor allem: können wir Ethan Burke überhaupt trauen?

Mein Statement zum Piloten: Ich habe es sehr genossen. Die Serie macht Spaß und Lust auf mehr. Das Setting ist clever gewählt und die SchauspielerInnen sowieso. Aufgrund der geringen Folgenanzahl passiert auch wirklich viel. Man bekommt von Anfang an Hinweise und merkt schnell, dass sich Agent Burke sicher nicht alles einbilden kann. Trotzdem bleibt auch er eine undurchsichtige Person. Geheimnisse umgeben ihn und alle anderen bisher aufgetauchten Charakter.

Fazit

Die Serie ist für mich genau das, was ich brauche, nämlich gute Charaktere und Rätsel, die gelöst werden müssen. Allerdings habe ich jetzt nur die erste Folge gesehen, und ob die Serie gut ist, entscheidet wohl erst die Aufklärung der ganzen Geschehnisse. Sollten Aliens an allem Schuld sein, werde ich mich wohl für meine positive Kritik entschuldigen müssen, aber ich hoffe doch, dass Shyamalan mit etwas Besserem aufwarten kann …. Wobei, wenn ich an seinen Film „Signs – Zeichen“ denke… besser verdrängen 😉

Ich hoffe, dass die Serie spannend bleibt, allerdings habe ich die Hoffnung auf eine zweite Staffel schon verloren. Die Zuschauerzahlen der ersten Folge waren nämlich mit unter 4 Millionen für Fox absolut nicht zufriedenstellend und das trotz des großen Werbeaufgebots. Sollte also nur eine Staffel daraus werden, so möge diese bitte mit einem richtigen Finale enden, in dem alles aufgeklärt wurde. Denn ich spreche wohl jedem Serienfan aus der Seele, wenn ich meine, es gibt nichts Schlimmeres als eine abgesetzte Serie ohne richtiges Ende!

In diesem Sinne, wünsche ich euch noch einen vergnüglichen Serienabend, vielleicht schnuppert ihr ja mal bei Wayward Pines rein und macht euch selbst ein Bild davon, ich werde die Serie auf jeden Fall weiterverfolgen, bis zum hoffentlich nicht so bitteren Ende. Für all jene, die gerne kollektiv Serien schauen, empfehle ich die nächste Sky Night zu Wayward Pines, die am 22. Juni in Wien, am 24. Juni in Salzburg und am 25. Juni in Graz stattfindet. Gezeigt werden die ersten beiden Folgen im Originalton. Weitere Infos könnt ihr auf facebook finden:  https://www.facebook.com/Skynightevent

Viel Spaß!

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