The Flash oder warum ich finde, dass die Serie alles andere als „flashig“ ist

The Flash ist mit großem Trara in die Fernsehlandschaft eingezogen. Zunächst in Arrow vorgestellt, sollte der schnellste Mann der Welt, Barry Allen, rasch eine eigene Serie bekommen. 23 Folgen umfasst die erste Staffel, die bei CW ausgestrahlt wurde und schon kurz darauf auch im deutschen Sprachraum auf Pro 7 zu sehen war. Nachdem mir die Co-Serie Arrow eigentlich ganz gut gefallen hatte, musste ich mir natürlich auch dieses Spin-Off zu Gemüte führen. Ich bin ziemlich vorurteilsfrei an die erste Staffeln herangegangen, denn ich habe weder die Comics gelesen, noch habe ich die Figur sonst irgendwo in Erscheinung treten sehen.

Aber was soll ich sagen, trotz keinerlei Erwartungen hat mich das Ergebnis leider überhaupt nicht überzeugt. Warum das so ist, werde ich in meiner Review ausführlich erläutern.

Es ist natürlich nicht so, dass sie Serie ausschließlich negativ zu sehen ist. Es gibt schon auch Aspekte, die mir ganz gut gefallen haben. Was mir an The Flash etwa am besten gefallen hat, waren die Crossover-Episoden mit Arrow. Es hat einfach doch irgendwie Spaß gemacht zu sehen, wie die beiden Universen miteinander verbunden werden und wie größere Geschichten dadurch entstehen. Auch muss ich die Spezialeffekte loben, die fast durchwegs gelungen sind. Man merkt einfach, dass die Serie nicht „billig“ produziert worden ist, sondern dass man sich tatsächlich Mühe gab, die Actionsequenzen gut umzusetzen.

FLASH VS. ARROW

Flash vs Arrow © 2015 The CW

 

Langweilige Charaktere als größter Schwachpunkt

Das ist aber leider auch schon alles Positive, was ich berichten kann. Um mich für eine Serie zu begeistern, braucht es eigentlich nicht viel. Am wichtigsten sind mir interessante Charaktere, mit Ecken und Kanten, die überraschen, die eine eigene Geschichte haben und denen Raum gegeben wird, sich zu entwickeln und zu entfalten. Und das ist schon mal das erste, was es bei The Flash definitiv nicht gibt. Die Charaktere sind so oberflächlich und langweilig, dass ich bis mir bis zum Finale noch immer nicht alle Namen merken konnte. Ich hab sie lediglich in Typen eingeteilt, die Wissenschaftslady (Felicity lässt grüßen), der Computernerd, der Love Interrest und ihr Vater, der Nebenbuhler usw…. Klischees über Klischees, Spannung kommt da keine auf. Darin sehe ich auch das große Problem der Serie, ich habe kein einziges Mal mit den Charakteren mitgefiebert, weil sie mir einfach egal waren. Sie waren für mich nicht real, nicht greifbar, haben sich einfach zu klischeehaft verhalten und hatten kaum interessante Facetten an sich. Der einzige, der ein wenig hervorstach war Dr. Wells. Hier gab es aber das Problem, dass man schon nach den ersten paar Folgen wusste, dass er nicht ganz in Ordnung ist, dass er sogar der „Bösewicht“ sein könnte. Warum wurde das nur so früh angedeutet? Die Spannung war dadurch komplett weg, einfach futsch. Hätte man das erst im letzten Drittel der Serie enthüllt, wäre es um einiges aufregender gewesen und dadurch vielleicht weitaus interessanter.

TheFlash_CW_trailer

The Flash © 2015 The CW

 

Vorausschaubare und überschaubare Storyline

Der zweite Schwachpunkt ist für mich eindeutig die Story, die sehr voraussehbar und stellenweise extrem unrealistisch ist. Die „Aufgabe“, diese anderen Menschen (Metahuman) mit Superkräften einzusammeln und in ein Gefängnis zu sperren, ist schon etwas lächerlich. Flash als strahlender Held und alle anderen werden einfach weggesperrt, nur weil sie sich einmal für den falschen Weg entscheiden?? Kein Team-Up mit ihnen? Kein Versuch sie zu bessern? Charles Xavier hätte ihnen wohl geholfen, aber das kommt für Flash und sein Team wohl nicht in Frage. Sorry, aber für mich ergibt das Einsperren von Metahuman überhaupt keinen Sinn!

Neben der Haupthandlung und kleineren Nebenhandlungen gibt es ja auch noch die obligatorischen Liebesgeschichten … Was soll ich dazu sagen? Zum Gähnen langweilig, überhaupt keine Spannung! Wir wissen doch eh alle, dass Barry mit Iris zusammen kommt, wozu noch den unnötigen Nebenbuhler einführen, der dann aber plötzlich doch noch irgendwie mehr Funktion hat, als Iris Liebhaber zu sein?? Total unnötig! Außerdem gab es überhaupt keine Chemie zwischen Barry und Iris, eher noch zwischen ihm und Felicity. Ähnlich erging es mir mit der Beziehung von Caitlin und Ronnie, deren leidenschaftliche Beziehung man wohl auch nur im Drehbuch, aber nicht in der Serie, finden konnte. Die Hochzeit am Ende war wohl mehr als übertrieben und zog die Serie deutlich ins Lächerliche. Sisko aka Klischeefigur Obernerd bekommt natürlich keinen Love Interrest, woran das wohl liegt??

Ich werde einfach das Gefühl nicht los, dass sich die Serienmacher nicht dazu entscheiden konnten, in welche Richtung The Flash gehen sollte. Soll es lustig sein, ernst und dramatisch oder einfach nur actionreich. Würden sie es gut machen, könnten sie die ganzen Elemente miteinander verbinden, das tun sie aber nicht. Egal in welche Richtung sie tendieren, es wirkt fast immer übertrieben, wenn nicht sogar verkrampft. Besonders die „lustigen“ Szenen bringen einen selten wirklich zum Lachen, besser sind da dir dramatischen Sequenzen gelungen, die aber nur sehr sparsam eingesetzt wurden.

the flash tv show

The Flash © 2015 The CW

 

Fazit

Vielleicht habe ich mir einfach zuviel erwartet, vielleicht liegt mir auch einfach diese Art von Serie nicht, aber ich muss leider sagen, dass The Flash mit Abstand eine der fadesten Serien ist, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Immer wenn ich das Gefühl hatte, jetzt passiert endlich mal was Überraschendes, jetzt wird die Serie vielleicht doch noch toll, rutschte die Story wieder dorthin zurück, wo sie schon war und dümpelte weiter vor sich hin. Ich wäre ja schon halbwegs zufrieden gewesen, wenn es wenigstens einen coolen Charakter geben würde, an dem man sich klammern könnte, so wie Roy in Arrow (der ja leider auch nicht mehr da ist, was wiederum den letzten Grund wegmacht diese Serie weiterzuschauen). Das würde mich schon zufrieden stellen. Aber es gibt für mich einfach keine Figur für die ich irgendwie groß Sympathie empfinde, deren Handeln ich irgendwie nachempfinden kann, und das macht für mich die Serie einfach nur „zach“ und so gar nicht „flashig“!

Vielleicht stehe ich mit meiner Meinung auch alleine da, vielleicht aber auch nicht. Wäre schön zu lesen, wie ihr die Serie so findet. Vielleicht habe ich ja ein paar Aspekte übersehen, die die Serie ja eventuell sogar Emmywürdig machen ;D Ich würde mich freuen, über eure Erfahrungen mit The Flash zu lesen!!

 

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