Terra Formars – Anime und Manga Review

Die Herbstseason 2014 hat uns, wie so oft, mit einem ganzen Haufen neuer Animes überschüttet. Und dem guten Gespür der japanischen Produktionsstudios sei Dank, schenkten sie uns eine animierte Version des Mangas TerraFormars.

Die Story

Die Handlung spielt etwa 500 Jahre in der Zukunft. Die Ressourcen der Erde werden immer knapper, weshalb die Menschheit nach einer Lösung sucht, die nichts mit weniger CO2-Ausstoß oder geregelter Müllverwertung zu tun hat. Nein, man versucht einfach den Mars bewohnbar zu machen. (Logisch, nicht?)

Durch wissenschaftliche Berechnungen wie die vereinten Schlauköpfe aus BBT es nicht besser könnten, gelingt es den Menschen Atmosphäre, Sauerstoff, Wasser und Flora auf dem roten Planeten zu bringen. Doch so einfach ist es mit der Umsiedelung dann doch nicht, denn die Lebewesen – Kakerlaken – die seit mehreren hundert Jahren nun den Mars als ihre Heimat bezeichnen können, sind nicht mehr die kleinen Krabbeldinger, die wir mit einem Tritt ins Jenseits befördern können. Sie haben sich zu riesigen, menschenähnlichen Überwesen entwickelt, die ausradiert gehören, bevor ein Zivilist sich dort häuslich einrichten kann.

Denn das Kakerlaken-Mensch-Prinzip wurde hier einfach mal umgedreht. So wie wir die Tierchen nicht in unseren vier Wänden haben wollen, so sind die etwas größeren Tierchen nicht gerade happy, als die Menschen in ihr Revier eindringen wollen.

Um die Überhand gegen diese Mutanten zu gewinnen, haben sich die Menschen, die auserwählt wurden, um den Mars zu bereinigen, diversen Operationen unterzogen. Dadurch erlangen sie Kräfte, die an verschiedene Insekten angelehnt sind: zB die kräftigen Beine einer Wüstenheuschrecke, die Muskelkraft einer Ameise oder die aggressive Zuschlagskraft einer asiatischen Riesenhornisse.

Aber so einfach ist das mit den On-/Off-Knopf dieser Kräfte nicht, denn sie benötigen dazu ein spezielles Serum, das sie sich mitten im Kampf injizieren (in den Nacken rammen) müssen.

Die glorreiche Vorstellung Kolonien auf dem Mars zu errichten schwirrt ja schon länger in den Köpfen von Wissenschaftlern und Alien-Fans herum, doch auf die Idee Kakerlaken und Moos ins All zu befördern ist uns in der Realität dann doch etwas zu absurd. Doch in Terra Formars funktioniert dieser Realitätsverlust ziemlich gut. Vielleicht ist der Kampf Mensch gegen Mutant nichts Neues mehr für uns, dennoch muss sich die Reihe keineswegs verstecken. Durch diffuse Erklärungen rund um die Seren, welche die Charakteren quasi als Doping nehmen, sowie der Zweck von Moos und Kakerlaken am Mars und die „Ursache“ der Mutation lässt einen fast glauben, das alles könnte doch tatsächlich irgendwie klappen. Es ist aber auch so, dass man sich trotz cooler Kämpfe und Kräfte am besten keinen Lieblingscharakter aussucht, denn ihr könnt euch auf ein Massaker à la Akame ga Kill gefasst machen.

Der Anime

Die Animation der 13-teiligen Serie ist passend zur heutigen Zeit produziert. Hochwertige Qualität mit ein paar kleinen Störfaktoren. Die „Großaufnahmen“ der einzelnen Personen sind detailliert und Kämpfe kann man problemlos mitverfolgen, ohne sich dabei ein Auge in den Kopf rollen zu müssen. Über Opening und Ending gibt es nichts Negatives zu erzählen. Es sind zwar keine herausragenden Songs, aber auch nichts, das einem das Gehör schädigt.

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  • Opening Episoden 2 – 12: Amazing Break by TERRASPEX
  • Ending Episoden 2-7; 10-12: Lightning by TERRASPEX
  • Ending Episode 8: Mars by Gustav Holst
  • Ending Episode 9: Requiem by Minako Obata

Was mich allerdings in jeder Episode aufs Neue etwas irritiert hat, sind die eigenartigen Störeffekte. Ich konnte bis zum Schluss nicht herausfinden, zu welchen Zeitpunkten genau diese Bilder, welchen Sinn ergeben sollten. Oft dachte ich, sie erscheinen immer dann, wenn die Kakerlaken auftauchen, doch diese Zurechtlegung an Logik wurde schnell zunichte gemacht. Dennoch ist das eine sehr subjektive Meinung und schadet jetzt nicht grundlegend der Qualität der Serie.

Der Anime wurde über Peppermint Anime als Simulcast gestreamt, wobei ich persönlich die Subs von Commie-Subs bevorzugte.
Mein Apell an alle SciFi-/Horror-Fans da draußen: schnuppert mal rein! Denn man kann nur hoffen, dass Staffel 2 bereits in den Startlöchern der Produktion steht.

Die OVAs

In diesen beiden Episoden, die uns freundlicherweise von Melon-Subs sogar auf Deutsch gesubbt wurden, wird die Geschichte des ersten Manga-Bandes gezeigt, was gleichzeitig die Vorgeschichte der Serie darstellt. Die OVAs stammen wie die Serie aus dem Jahr 2014 und stehen qualitätsmäßig ihr in nichts nach.

Der Manga

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Die Reihe läuft sei Jänner 2011 und ist bis jetzt in 10 Tankōbons erschienen. Die Reihe umfasst die Genres Science Fiction und Horror, was man allein anhand der Zeichnungen bestätigen kann. Seit November 2014 erscheint der Manga auch im deutschsprachigen Raum bei Tokyopop. Er ist im hübschen Hochformat gestaltet und liefert uns auch eine kleine Charactercard.

Cut vs. Uncut

Es hat zwar ein wenig gedauert, aber seit Mitte Dezember ist für uns Fans auch die Uncut-Version der Serie zugänglich. Das erleichtert schon mal vieles, da man trotz pingelig genau gesetzter schwarzer Balken ja dennoch immer weiß, was unserem Auge gerade verborgen bleibt. Jeder, der die Cut- und Uncut-Versionen von Higurashi no Naku koro ni oder School Days kennt, weiß wovon ich hier schreibe.

Wie ich es vom Manga bereits wusste, ist die Uncut-Version wirklich nichts für leichte Mägen oder Leute, die gern mit Essen vorm Fernseher/PC sitzen. Die einen oder anderen Gedärme, Wirbelsäulen oder Ähnliches bekommt man da schon mal zu sehen. Definitiv eine Uncut-Version, die sich lohnt angesehen zu werden.

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Ein kleines Zuckerstückchen zum Schluss: beim Peppermint Festival werden in der Spätvorstellung einige Folgen von Terra Formars uncut auf der großen Leinwand gezeigt. Also holt euch ein Ticket und nichts wie rein ins blutige Vergnügen.

Dank auch an Tokyopop für das Leseexemplar.

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