Before the Stroke: Getting the Paper ready!

Tretet ein, geneigter Spieler, in eine Welt voller Fantasy, Apokalypse, fliegenden Nilpferden, Zombie-Eunuchen und Schildkröten, die jeden Beatles Song rückwärts singen können. Hier fließt kein Milch und Honig, sondern Blut und Regenbogen… oder was auch immer der Game Master für euch geschaffen hat. Aber wer weiß, vielleicht seid auch ihr nicht als Spieler hier, sondern um ebenfalls eine Welt zu erschaffen und sie mit wagemutigen Abenteurern zu bevölkern, obgleich welcher Rasse sie angehören oder unter welchen Gegebenheiten sie sich versammeln. Lasst mich also von den Geheimnissen des Pen & Paper Rollenspiels erzählen…

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Pen and Paper Spielrunde – copyright trpg.net

Selbst unter den geneigten Nerds und Geeks wird oft eine Augenbraue gegen Norden wandern, wenn man ihnen von P&P erzählt, also fangen wir mal ganz vorn an. Rollenspiele sind mittlerweile fast jedem bekannt, zumeist aus dem Bereich der Videospiele. Man sammelt XP, kann sich einen Charakter nach seinen Bedürfnissen erstellen, bestreitet Quests, levelt dadurch und lootet und craftet sich die Seele aus dem Leib in einer virtuellen Welt. Einen Schritt weiter geht dann das sogenannte Table Top RPG. Der bekannteste Vertreter dieser ist wohl Warhammer in seinen verschiedenen Versionen. Dort werden kleine Miniaturfiguren auf einer Tischplatte (deswegen Table Top) verschoben und jeder Zug und jede Entfernung mit beigefügten Schablonen oder Maßbändern genau vermessen und analysiert. Es ist also vor allem im Kampf ein sehr strategischer Ansatz, deswegen werden bestimmte Elemente des Table Tops auch bei P&P für den Kampf verwendet, allen voran natürlich Dungeons and Dragons, dessen Kampfsystem ähnlich funktioniert. Doch dies ist noch lang nicht speziell genug, denn sowohl Videospiele als auch Table Tops haben ihre Grenzen. Weitergehend gibt es auch noch die LARP, welches das Ausleben des Rollenspiels in realen Lokalitäten und mit realen Personen und meist sogar selbst gestalteten Kostümen ermöglicht. Hierbei liegen jedoch wieder die Grenzen bei den Lokalitäten, die dafür ausgesucht und umgestaltet werden und auch bei den eigenen Fähigkeiten im Kampf und Schauspiel.

Kommen wir nun zum wohl grenzenlosesten Vertreter des Rollenspiels, dem Pen & Paper. Bei diesem gibt der Game Master seinen Spielern nämlich eine relativ leere Bühne vor, wo zuerst nur der Rahmen ausgearbeitet ist und zusammen mit den Spielern, während des Spielens entwickelt sich erst die Story, die Dichte, das Leben in dieser Welt und was sie alles in ihr erfahren werden, jedoch kann sich diese Bühne und der Rahmen auch jederzeit ändern, nichts ist in Stein gemeißelt und alles ist möglich. Dabei braucht man theoretisch nur einen Stift und ein Papier (in einigen Systemen auch mehr; Würfel, Tarot-Karten, Holzklotz-Türme, etc.), bei dem man sich Notizen über die eigenen Erfahrungen, den Besitz und das Wohlergehen macht, zumindest als Spieler der mit seinem eigens kreierten Charakter in dieser Welt unterwegs ist.

Der GM (oft auch Dungeon Master oder Spielführer genannt) kontrolliert dabei die Welt und notiert sich die Beeinflussung dieser durch die Spielercharaktere und natürlich die Veränderungen, die dadurch passieren. Die Story wird sich dabei gegenseitig erzählt, wobei der GM auch die Rollen der Figuren übernimmt, die nicht von den Spielern verkörpert werden. Diese können den SC (kurz für Spielercharaktere) gegenüber freundlich, neutral, feindlich, alles dazwischen oder darüber hinaus gesinnt sein. Man merkt also schon, dass die Grenzen dieser Form des Rollenspiels nur in der Kreativität der Partizipierenden und im speziellen des GMs liegen.

Doch da kommt auch der Haken ins Spiel. Wie baut man denn eine gute Kampagne (eine Story innerhalb einer Pen & Paper Welt) auf.
Für wie viele Spieler optimiert man das Abenteuer?
Welches Grundszenario soll der Welt zu Grunde liegen?
Welches Pen & Paper System verwendet man oder erstellt man gar ein eigenes?
Wie geht man auf Probleme innerhalb der Spielergruppe ein?
Wie schafft man es, dass es nie langweilig wird und herausfordernd bleibt, sowohl in niedrigen als auch in hohen Leveln? Und und und.

Es gibt wirklich tausende Fragen, die man sich als Game Master stellen sollte und mit denen man auch immer wieder während des Spiels konfrontiert wird. Diese Serie soll dabei helfen Antworten (die aber auch nie in Stein gemeißelt sind) zu geben, Vorschläge zu liefern und viele verschiedene Varianten vorzustellen um auf alle möglichen Problemstellungen eingehen zu können. Schließlich kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass wenn Pen & Paper in einer guten Gruppe ins Laufen kommt, es einen herausfordern kann, sein Denken und Handeln erweitern kann, mehr Vorstellungskraft und Kreativität fordert als es sogar die besten Bücher tun, dass man Freude, aber auch Leid und Trauer erleben kann, als wäre man wirklich ein anderes Wesen in einer anderen Welt und noch so viel mehr. Natürlich sagt der Zweifler, da sitzen doch einfach nur ein paar Leute an einem Tisch und erzählen sich was, während sie vielleicht manchmal würfeln müssen. Ich sage aber, traut euch, seid offen dafür und ihr werdet es nicht bereuen.

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Dungeon and Dragons Starter Set – copyright Hasbro

Der Plan sieht für die nächsten Wochen bis Monate folgender Maßen aus:

  • First Stroke: Grundidee und Inspirationsquellen
  • Second Stroke: Würfel, Karten, Hilfe!! RPG-Systeme
  • Thrid Stroke: Spielerfragen und Typen
  • Fourth Stroke: letzte Vorbereitungen vor dem ersten Gruppenspiel
  • Fifth Stroke: Während des Spiels
  • Sixth Stroke: Nach dem Spiel
  • Seventh Stroke: Ausblick auf die weiteren Spielrunden
  • Eighth Stroke: früher Level
  • Nineth Stroke: Mid-Game
  • Tenth Stroke: End-Game

Zwischenberichte, Sidequests und auch weitere Strokes können noch folgen, denn nun müsst ihr ja schon wissen, nichts ist in Stein gemeißelt und ich hoffe, dass all eure Würfe kritische Erfolge sein werden!!

(Header by Lydia)

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