Sonic Boom – Review

2014 war das Jahr des Sonic – zumindest von Seiten SEGA’s und Nintendo.

2014 war das Jahr des Sonic – zumindest von Seiten SEGA’s und Nintendo.

Nach den ersten 2 Nintendo-exklusiv Titeln, „Sonic Lost World“ und „Sonic und Mario bei den Olympischen Winterspielen Sotschi 2014“ wurde mit „Sonic Boom“ nun der letzte Titel der Vereinbarung veröffentlicht.

Nach dem Release des ersten Bildes letztes Jahr, war die Rede zu Beginn nur von einer neuen TV Serie – welche im Herbst auch ihr Debüt feierte, gemeinsam mit den 2 mehr oder weniger dazu gehörigen Spielen. Wilde Spekulationen fanden ihren Anfang wegen der Silhouette des 3. Charakters von links gesehen –  niemals hätte man gedacht, dass dieser ‚Riese‘ das neue Design von Knuckles darstellen soll. Dementsprechend wurde nicht nur auf dem neuen Aussehen von Sonic, Amy und Tails rumgehakt sondern vor allem auf jenem von Knuckles, da er, im Vergleich zu den anderen 3 Helden, fast keinen Bezug mehr zu seinem Original besaß. Der Sturm um das neue Spiel wurde mit dem Release des komplett neuen Charakters ‚Sticks‘ nicht gemildert. Die Stimmen gegen das neue Game wurden durch sie nur noch zahlreicher.

Fans konnten jedoch erleichtert aufatmen als bekannt wurde, dass die Charaktere nur im Sonic Boom Universum so aussehen und in zukünftigen Spielen wieder ihr altes Design zurückbekommen. Somit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass wir Sticks (und etliche andere Nebencharaktere die zum Teil aus den alten Sonic Comics inspiriert zu sein scheinen) in kommenden Spielen nicht wieder sehen werden. Aber dies basiert rein auf Spekulationen da diesbezüglich noch nichts Konkretes von Seiten Sega und dem Sonic-Entwicklerteam bestätigt wurde.

Sonic Boom ist unabhängig von SEGA’s Sonic Team entwickelt, sie haben lediglich einige Vorgaben getätigt. So wurde „Sonic Boom Rise of Lyrics“ (oder zu Deutsch: Lyrics Aufstieg) von dem Entwicklerteam Big Red Button und „Sonic Boom Shattered Crytslal“ (zu Deutsch der zerbrochene Kristall) von Sanzaru Games übernommen. Schon bei der Entwicklung von „Rise of Lyric“ gab es einige unvorhergesehene Probleme – so zerbrach das Team von Big Red Button dieses Jahr und überließ das Projekt den Neulingen zum Fertigstellen. Dementsprechend ist leider auch das Endergebnis ausgefallen: fehlerhaft, unvollständig und Glitches und Bugs an jeder Ecke.

Bis auf „Sonic Colours“ bzw. „Sonic Free Riders“ aus dem Jahre 2010, gibt es keine neuen Titelsongs mehr. „Sonic Generation“ hat dieses Manko mit Remix Soundtracks der alten Stages wieder wettgemacht und selbst „Sonic Lost World“ hat gute Themes in den einzelnen Levels. „Sonic Boom“ weist jedoch weder einen guten Titelsong, wie zu Sonic Adventure Zeiten auf, noch abwechslungsreiche Musik in den verschiedenen Levels. Sie wirkt eher leblos und lieblos zusammengestellt. Selbst „Sonic 2006“ oder „Shadow The Hedgehog“, die beide ein schwarzes Kapitel der Sonic-Spielgeschichte sind, weisen immerhin einen guten Soundtrack auf, was ihnen einen kleinen Pluspunkt gibt.

Neben den neuen Charakteren ‚Sticks‘ und ‚Lyric‘ (der Antagonist des Spiels neben ‚Eggman‘) sind auch altbekannte Gesichter dabei wie ‚Metal Sonic‘ und ‚Shadow the Hedgehog‘. Sie wirken jedoch eher gezwungen und es wird auch nicht wirklich erklärt was sie in dem Story Verlauf zu suchen haben. ‚Shadow‘ selbst hat nur einen kleinen ‚Boss Auftritt‘ und den Entwicklern war es wohl auch recht ihn danach nicht mehr einbauen zu müssen. Für ‚Metal Sonic‘ konnten sie immerhin ‚Eggman‘ als Ausrede benutzen und ihn erneut als seinen Handlanger missbrauchen.

Sonic BOOM: Rise of  Lyric (DE Lyrics Aufstieg)

5_WiiU_SBROL_Packshot_2DPACK_WEB_GEP

Sonic Boom Lyrics Aufstieg ©Nintento 2014

„Ryse of Lyric“ ist die WiiU Version des Spieles aus der Feder von Big Red Button. Es ist ein 3D Spiel mit einzelnen 2D Passagen.

Gleich zu Beginn der Story werden wir mit einer Szene vom Ende des Spieles gespoilert: Sonic wird von Robotern umzingelt und von Laserstrahlen durchlöchert. Gleich darauf werden wir in eine Speedpassage gegen ‚Eggman‘ geschickt in dem die Helden in einem Tempel landen und ‚Lyric‘ erwecken – also dem eigentlichen Anfang des Games.

(ACHTUNG Spoiler: im späteren Verlauf sehen wir wie unspektakulär das Ganze aufgelöst wird, da Sonic selbst nur in einem Haufen Schutt liegt und es ihm putzmunter geht – wobei die Frage aufkommt, warum all seine Freunde so geschockt waren und auch ‚Lyric‘ der Überzeugung war den blauen Igel wie Schweizerkäse durchlöchert zu haben. Das Ganze war also wirklich mehr eine Art Farce um das Spiel interessanter zu machen. Wobei ich gestehen muss – bis ich bei der Szene angelangt war, darauf schon wieder komplett vergessen hatte)

Und nun zu dem was einem sofort ins Auge fällt: die Grafik. Weder die Charaktere noch die Hintergrundgrafiken sind wirklich der Zeit entsprechend. Wo sich die Entwickler jedoch wirklich Mühe gegeben haben waren metallene Sachen – so stinkt ‚Eggman‘ gegen ‚Metal Sonic‘ ziemlich ab. Das traurige daran ist nur, dass ‚Metal Sonic‘ weder der Hauptcharakter noch der Hauptantagonist des Spieles ist  und man seine wunderschöne Grafik nicht allzu lang bewundern kann.

  • Sonic Boom: Lyrics Aufstieg ©Nintendo 2014
    Sonic Boom: Lyrics Aufstieg ©Nintendo 2014
  • Sonic Boom: Lyrics Aufstieg ©Nintendo 2014
    Sonic Boom: Lyrics Aufstieg ©Nintendo 2014
  • Sonic Boom: Lyrics Aufstieg ©Nintendo 2014
    Sonic Boom: Lyrics Aufstieg ©Nintendo 2014
  • Sonic Boom: Lyrics Aufstieg ©Nintendo 2014
    Sonic Boom: Lyrics Aufstieg ©Nintendo 2014
1/4

Man könnte es natürlich auf die WiiU Grafik schieben – natürlich kann sie nicht den Standard einer PS4 oder XBOXone erreichen, aber in „Sonic Lost World“ hatten es die Entwickler immerhin auch hinbekommen die Zwischensequenzen hübscher (und das Spiel allg. Bugfreier) hinzubekommen.

g3l46ux5

Sonic Lost World ©Nintento 2013

Wie man an dem Vergleich erkennen kann, wäre es also kein Ding der Unmöglichkeit gewesen für die Konsole – scheinbar eher die der Entwickler. (Für meinen Teil hat die Grafik sehr oft an PS2 Verhältnisse erinnert, wobei ich zu behaupten mag die HQ Szenen aus „Shadow the Hedgehog“ aus dem Jahre 2005 zum Teil besser umgesetzt wurden als viele Szenen in „Sonic Boom“)

Zu der Teils lieblos wirkenden Grafik kommt auch noch der traurige Fakt dazu, dass das Game nicht auf 60 fps optimiert ist – was bei einem Sonic Game wegen der Speedpassagen etc. essentiell wäre. (Um die wirkliche Auswirkung davon zu sehen empfehle ich das Video: Sonic Boom: Gateway to Doom! – PART 7 – Game Grumps auf Youtube anzuschauen.)

Ein möglicher Grund dazu könnte die CryEngine Software sein, da das Spiel einen Multiplayermodus unterstützt und diese Software nicht für gesplittete Bildschirme gedacht ist (Ein Player würde am Fernseher und der andere am WiiU Pad spielen). In den ersten Trailern hieß es nämlich auch, dass das Spiel problemlos 60 fps unterstützten würde. Die Frage ist nur was wohl das kleinere Übel zum Entfernen wäre – für die Entwickler scheinbar die Verringerung der fps, da sie den Multiplayermodus auf alle Fälle im Spiel behalten wollten.

Neben der Grafik gibt es jedoch noch einen ganz anderen nervigen Effekt: Die Charaktere reden. Viel. ZU viel. Ununterbrochen. Scheinbar haben sie auch Alzheimer da sie sich immer wiederholen. Davon abgesehen ist die deutsche Synchronisation zwar nicht schlecht aber manchen Charakteren fehlt es etwas an Enthusiasmus (zumindest in meinen Augen). Dazu kommen oftmals noch die aufgezwungenen und teilweise wirklich unlustigen Witze dazu, über die sich scheinbar nur die Charaktere selbst amüsieren (wenn überhaupt).

Der Grundaufbau des Games ist scheinbar der gleichen Idee entsprungen wie bei „Sonic Heroes“. Diesmal gibt es jedoch nur ein 4-er Team und nicht 4 dreier Teams. Im Spiel selbst werden die Charaktere aber meistens in 2-er Gruppen gesplittet und die einzelnen Passagen müssen einzeln bewältigt werden. Gleichgeblieben ist jedoch, dass jeder Charakter eine eigene Fähigkeit hat und man nur dank dieser im Spiel weiter kommt. Sonic kann Gegner anvisieren und mit einer Art Dash auf sie zustürmen, Amy hat ihren Piko-Piko Hammer, Knuckles kann klettern und Tails hat zwar nicht direkt die Flugfähigkeit, dafür aber eine Art Schwebekraft wenn er unter einem „Windtunnel“ steht.

Eine weitere Erneuerung ist die obere Grenze von 100 Ringen (man kann diese zwar erweitern wenn man die 3DS Version kauft aber notwendig ist dies an sich nicht) und der Fakt, dass es keine Lebensanzeige gibt, da man scheinbar unendlich Leben hat selbst wenn man alle Ringe verliert (Womit sich das Ringe sammeln, wie schon bei Sonic Lost World,  als unnötige erweist)

Eine zwar nett gemeinte aber nicht ganz so gut umgesetzte Idee sind die Speedpassagen die ab und an Mal auftauchen. Die Steuerung wirkt manchmal etwas schwammig, Hindernisse sind zum Teil wirklich schwer auszuweichen bzw. tauchen wie aus dem Nichts auf. Man verliert zwar Ringe wenn man gegen etwas kracht (und schwebt dann erst Mal einige Momente), aber Game Over kann man bei den Passagen nicht gehen. Wenn man so wollte, könnte man den Controller auf die Seite legen und man würde den Leveleabschnitt trotz allem „lebend“ überstehen.

Da bei der Teamaufstellung schon „Sonic Heroes“ als Vergleich hergehalten hat, wird nun beim Kampfstil der von „Sonic Unleashed“ herangezogen. Die Gegner halten zum Teil mehr als einen Treffer aus und es gibt einige Kampfpassagen. Obwohl dies bei „Sonic Unleashed“ schon zum Teil als nerviger Faktor galt sich als Werigel bei Nacht durch die Stadt zu manövrieren, übertreiben es die Entwickler zum Teil maßlos in „Sonic Boom“. (Eine lustige Szene war, wo sich selbst ‚Knuckles‘ darüber aufgeregt hatte, dass es zu viele Gegner waren) Davon abgesehen, dass das Gegnerbashing kein wirkliches Ziel verfolgt und man immer nur ein und die gleiche Attacke besitzt. Einzige Abwechslung sind die Leuchtlassos mit denen man Gegner durch die Gegend werfen kann (diese Fähigkeit wird auch bei Bosskämpfen öfters genützt).

Einer der bekanntesten Glitsches des Spieles ist wohl der unendliche Sprung mit ‚Knuckles‘. Einige Spieler haben das Spiel so innerhalb weniger Stunden durchgespielt, da man mit dieser Fähigkeit Aufgaben und allgemein große Teile des Games ganz simpel überspringen kann. Viele dieser Probleme wurden aber scheinbar aus der Europäischen Version entfernt, da das Release Datum erst eine Woche später angesetzt war als in den USA.

Zum Schluss hier noch ein paar Bugs die während des Games aufgetreten sind. ‚Tails‘ in einem der Buttons die man betätigen muss um weiter zu kommen, ein schwebender ‚Sonic‘ und das rechte sollte sich wohl von alleine Erklären (Kamera Perspektiven waren nun Mal noch nie die Stärken eines Sonic-Games).

  • Sonic Boom: Lyrics Aufstieg ©Nintendo 2014
    Sonic Boom: Lyrics Aufstieg ©Nintendo 2014
  • Sonic Boom: Lyrics Aufstieg ©Nintendo 2014
    Sonic Boom: Lyrics Aufstieg ©Nintendo 2014
  • Sonic Boom: Lyrics Aufstieg ©Nintendo 2014
    Sonic Boom: Lyrics Aufstieg ©Nintendo 2014
1/4

Sonic BOOM: Shattered Crystal (DE Der zerbrochene Kristall)

4_N3DS_SBSC_Packshot_2DPACK_WEB_GEP

Sonic Boom – Der Zerbrochene Kristall ©Nintento 2014

„Shattered Crystal“ (z.d. der zerbrochene Kristall) ist die 3DS Version des Spieles und von Sanzaru Games  entwickelt. Es ist ein fast reines 2D basierendes Game.

Da dieses Spiel keinen Bezug auf die Story der WiiU hat, wird hier auch ein ganz anderes Konzept verfolgt: wir müssen ‚Amy‘ retten die von ‚Lyric‘ entführt wurde da sie Informationen über den Kristall hat. Eine eher etwas ältere Idee für ein Spiel. Dafür wird uns hier jedoch in Form eines Minicomics die Vergangenheit ‚Lyrics‘ und der Urzeitlichen vorgestellt.

(Wenn man die Worte Lyrics ein wenig deutet („vergiss man mich so leicht“ „diesmal hilfst du mir“) könnte man hineininterpretieren, dass es eventuell  einen Gedächtnisverlust gab und so Parallelen zu der WiiU Version erschaffen – aber das ist reine Spekulation)

Gleich danach wird man in den ersten Level geworfen was gut Mal 10-15 Minuten in Anspruch nehmen kann. Die Level Designs sind anfangs ziemlich unübersichtlich (selbst mit der kleinen Silhouetten Karte auf dem unteren Bildschirm) und man hat nicht nur einmal das Gefühl am gleichen Ort schon einmal gewesen zu sein. Nicht dass dies nicht auch ab und an vorkommt, da es keine Problem ist öfters Mal im Kreis zulaufen ohne dies zu bemerken. Ab einem gewissen Punkt kann man auch plötzlich an einem Totenpunkt angelangen und nicht mehr zu vorigen Stellen zurückkehren – was für die 100% zum Teil ziemlich nervig ist.

Genauso nervig war der Fakt, dass man bestimmte Bereiche des Levels nur mit einem Charakter erreichen kann (Jeder Charakter hat wieder eigene Fähigkeiten genau wie bei der WiiU Version) und man dank dieser Einschränkungen die langen Levels zum Teil 3 oder 4 mal spielen muss um auch alles zu bekommen.

Der nächste, wohl nicht ganz so gut durchdachte, Punkt ist, dass man gewisse Ziele erreichen muss um einen neuen  Level freizuschalten. Klingt auf Anhieb gar nicht so verkehrt, ist in der Praxis, wenn einem Charaktere fehlen um Bereiche zu erreichen, jedoch alles andere als angenehm.

Immerhin haben diese ganzen Sammelaktionen auch einen positiven Nebeneffekt – mit deren Hilfe kann man die Karte upgraden und es werden die Kristallstücke und Baupläne angezeigt wenn man sich in dessen Nähe befindet – dieser Zusatz macht es zwar ziemlich leicht, aber ohne sie wäre das Spiel auf Dauer auch wirklich frustrierend. Manchmal bringt es einem jedoch nicht viel wenn etwas auf der Karte angezeigt wird, da man sich bereits im Abschnitt des Levels befindet, wo man den Gegenstand nicht mehr erreichen kann – da heißt es dann erneut das Level spielen. Eventuell schon zum 5-ten Mal. Yippie!

Das Spiel weist definitiv weniger bis auf keine Bugs und Glitches auf, jedoch ist mir persönlich beim Spielen aufgefallen, dass das anzoomen der Gegner zum Teil zu langsam erfolgt. Wenn Gegner nicht angezoomt sind verliert man automatisch Ringe (diesmal jedoch ohne obere Grenze), welche man für eine Nebenaufgabe für das Level braucht. Auf die Dauer war das ziemlich frustrierend und man musste sich extra bremsen – auch wenn ich das zum Teil öfter vergessen habe und dann den Salat hatte.

Das Spielprinzip ist das Gleiche wie bei der WiiU, man hat 4 spielbare Charaktere. Diesmal nimmt ‚Sticks‘ jedoch den Platz für ‚Amy‘ ein. Ihre spezielle Fähigkeit ist der Bumerang, mit dessen Hilfe man an Stellen kommt die man sonst nicht erreicht. ‚Knuckles‘ kann diesmal graben und nicht klettern, Sonic hat einen Art Dash mit dem er durch gekennzeichnete Bereiche brechen kann und ‚Tails‘ hat die gleiche Fähigkeit beibehalten. Diesmal wird man jedoch nicht in Teams gesplittet, sobald man alle Charaktere getroffen hat kann man problemlos im Level zwischen ihnen switchen.

Die Speedpassagen sind in der 3DS Version anders gemacht als in der WiiU. Sie haben als einzige Levels eine Art 3D Effekt da man in einem Tunnel einem Wurm nachrennt – sie erinnern an die Speciallevel aus „Sonic 2“ für das Megadrive. Obwohl sie eine gute Idee waren werden sie auf Dauer langweilig und eintönig – jedoch kann man dank derer einfach an Embleme gelangen die man für die kommenden Level braucht.

Eine andere Art Speedpassage sind die Rennen gegen ‚Metal Sonic‘ und ‚Shadow‘ – die wohl gleichzeitig auch als Endbosse dienen sollen. Jedoch sind sie keine große Herausforderung. Sie tauchen genauso einfach aus dem Nichts auf und verschwinden wieder – wobei ‚Shadow‘ immerhin eine kleine Filmsequenz bekam. Auch der Endbosskampf gegen ‚Lyric‘ ist ähnlich aufgebaut und stellt – wenn man ein wenig Erfahrung hat – keine großen Schwierigkeiten dar, was fast schon ein wenig schade ist.
Auch dieses Spiel bediente sich eines teilweise sehr aufgezwungenen (und bei ‚Sticks‘ sehr fragwürdigen) Humor, und als Bsp hab ich Mal eine recht dummen Unterhaltung herausgesucht:

Sonic: “Hello Shadow, I see you’ve come out of the shadows.”
Shadow: “There are no shadows”
Sonic: “It’s a joke. Your name is Shadow. Hiding in the shadows. Get it? It’s funny.”

Nun ja ob das wirklich so amüsant ist, wie ‚Sonic‘ das glaubt muss wohl jeder für sich entscheiden, jedoch bin ich für meinen Teil dann doch eher auf ‚Shadow’s‘ Seite.
Leider gibt es im gesamten Spiel nur 2 oder 3 HQ Szenen – jedoch sind die Grafiktechnisch besser gemacht als die WiiU Veriosn und geben auch einen recht schönen 3D Effekt.

Sonic

Sonic Boom – Der Zerbrochene Kristall ©Nintento 2014

 

Dafür leidet die Ingame Grafik wieder etwas mehr. Die ‚Textzwischensequenzen‘ sind grafisch eher  DS Standard und auch das Leveldesign an sich hätte  etwas mehr Abwechslung mit Sicherheit nicht geschadet.
Durch die wenigen HQ Szenen labern die Charaktere auch deutlich weniger in den einzelnen Level (Sie geben höchstens einzelne Kampfgeräusche von sich). Dafür hat man nach jedem Level eine Sequenz mit Unterhaltungen zwischen den einzelnen Personen. Das wäre nicht weiter schlimm wenn man den Text wenigstens Vorspulen könnte, jedoch ist dem nicht so. Manchmal wird der Text sogar extra langsam um eine gewisse Betonung vorzugeben – oder zumindest ist das mein Interpretation. Nervig ist es allemal und da hätte man sich durchaus etwas Besseres ausdenken können (oder zumindest dem Spieler erlauben können selbst die Geschwindigkeit des Textes zu wählen)
Anfangs war das Sammeln der Marken wohl gedacht das Spiel auf lange Zeit interessant zu gestalten jedoch muss ich sagen dass ich innerhalb 3 Tage (ohne intensives Spielen) alle Level (bis auf die Zeitvorgaben) perfekt gemeistert hab und somit auch den Bonus, Amys Haus, freigeschaltet hab. Das Ergebnis war eher ernüchternd und von Langzeitmotivation konnte da wirklich keine Rede sein. (Von der eigenartigen  ‚Belohnung‘ ganz abgesehen)

Sonic BOOM TV Serie

8

Sonic Boom TV © Cartoon Network 2014

Neben den neuen Designs haben sich auch die Charakterzüge der einzelnen Protagonisten verändert. Sonic wirkt um einiges sarkastischer und reagiert auf vieles genervt, wodurch er weniger wie der 0815 ‚ich–habe-keine-Fehler‘-Held erscheint. Durch sein neues Verhalten erinnert er auch viel mehr an den alten Sonic aus Sonic SATAM oder den Comics.
Tails wurde neben seinem neuen Werkzeuggürtel und der Brille auch deutlich mehr Selbstvertrauen gegeben. Er ist nicht mehr so Kleinlaut wie in den Spielen zuvor und hängt nicht mehr ganz so stark an Sonics Rockzipfel.
Knuckles hingegen wurde dumm wie Brot gemacht. Neben seinen Stereoiden, die er scheinbar in Massen geschluckt  haben musste, ist sein Gehirn wohl proportional geschrumpft. Er wirkte zwar nie sonderlich intelligent, aber man konnte schon bei Sonic the Hedgehog 3 erkennen, dass er wohl eher naiver Natur entspringt (Eggman hatte ihm weisgemacht Sonic würde den Master Emerald klauen wollen), jedoch kein kompletter Vollidiot ist.
Amy hat wohl die angenehmste Verwandlung hinter sich. Sie wirkt nicht mehr so nervig wie in allen Spielen und Serien zuvor. Sie ist auch nicht mehr das arme Mädchen das immer gerettet werden muss (vor allem in Sonic x wurde sie als solches dargestellt) sondern kann auch für sich einstehen und Eggman ordentlich Konter bieten.
Statt Amy ist nun aber Sticks der Charakter dem man am liebsten den Mund zu halten würde. Sie redet den lieben langen Tag irgendeinen Unsinn und manchmal hat man das Gefühl sie wäre noch dümmer als Knuckles. Es ist nicht viel über sie bekannt, jedoch ist sie scheinbar alleine in der Wildnis aufgewachsen – und genauso verhält sie sich auch.
Eggman wirkt in der Serie eher lächerlich und nicht wie der bösartige Wissenschaftler der er eigentlich ist. Auch sein IQ von 300 lässt sich hier öfter in Frage stellen. Eggman war zwar seit Sonic x nicht mehr der böse Antagonist wie in Sonic Underground oder Sonic SATAM, aber dennoch hatte man nicht so oft in Frage gestellt ob er nicht mit dem neuen Muskel-Knuckles Verwandt ist.
Trotz allem überzeugt die Serie mit sehr viel Humor und ist ein netter kleiner Zeitvertreib da die einzelnen Folgen nur 10 Minuten betragen. Einen wirklichen Zusammenhang zu den Spielen ist – außer den Designs der Charaktere – jedoch nicht erkennbar.
Die englische Synchronisation ist den Machern auch gut gelungen (bei weitem besser als die deutsche in den Spielen), wobei Sticks Stimme auf dauer wohl einen Tinnitus auslösen könnte. (Ich bin jedoch der Überzeugung, dass dies so gewollt ist)

Fazit:

Sonic Boom ist ein netter kleiner Zeitvertreib auf dem 3DS, (über die Wiiu Version lässt sich über diese Aussage jedoch streiten) wenn man nicht zu viel von dem Spiel erwartet, da den Entwicklern deutlich an Zeit gefehlt hat um ein, der Zeit und Konosolengeneration entsprechendes,  Sonic Spiel zu kreieren. Es ist fraglich ob die Spiele wirklich ihr Geld wert sind. In meinen Augen ist das Spiel auch kein ‚Must-Have‘ für einen Sonicfan, da es weder das alte 2D noch das 3D feeling rüber bringt wie zur Megadrive oder Dreamcast Zeiten. Es existieren zwar einige Stages die ganz nett Designt wurden und ohne großartige Bugs laufen, aber leider gibt es zu viele Negativaspekte bei diesem Spiel.

Die Serie hingegen  versucht diesen Verlust  mit einem deutlich besseren Animationsstil und mehr Detailliebe, dafür jedoch mit ein wenig zu viel Humor, wieder wettzumachen. Obwohl keine übergreifende Story vorhanden ist, wie bei Sonic x oder Sonic Underground, ist sie trotz allem nett anzusehen und wohl auch das einzig wirklich gute was das Sonicfranchise dieses Jahr bekommen hat.

Comments

comments