SCM Meine 23 Sklaven – Manga Review

Wenn ein Manga mit der FSK-Beschränkung „ab 18 Jahren“ gekennzeichnet ist, fliegen einem ja schon mal Unmengen an Gedanken durch den Kopf. Die unverschämte Neugier steigt nochmals, wenn man das SM-artige Cover in Augenschein nimmt. Und die Genre-Zuteilung „Psychothriller“ erledigt schließlich den Rest …

Doch machen diese äußeren Merkmale den Manga bereits lesenswert? Na ja … Wenn man gewisse Vorlieben hat, vielleicht. Aber auch, wenn man sich für die Abgründe menschlicher Gefühle interessiert, schadet ein genauerer Blick auf das gute Stück eindeutig nicht.

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Deutsches Cover © 2015 Panini Verlags GmbH

Schlagen wir uns mal durch die Handlung

Als SCM wird die sogenannte Slave Control Method bezeichnet. Diese Methode wird durch eine modifizierte, herausnehmbare Zahnspange (so sieht das Teil zumindest aus) angewandt. Das Ganze wird als Spiel aufgebaut. 2 Träger solcher Spangen duellieren sich in einem beliebigen Spiel, was von Schere-Stein-Papier über Pachinko-Games bis hin zu einfachen Wortspielen reicht. Empfindet der Verlierer seine Niederlage als solche, tritt das SCM in Kraft und der Gewinner hat einen neuen Sklaven gewonnen. Allerdings unterliegt die Versklavung eines Menschen 4 Regeln, die quasi die Menschlichkeit des Sklaven erhalten sollen.

So viel zum Spiel. Die Story selbst beginnt mit einem jungen Mann, Yuga Oota, der davon besessen ist ein SCM mal auszuprobieren und trifft auf Eia Arakawa, die seiner Meinung nach für ihn die perfekte „Spielpartnerin“ ist. Da Eia ohnehin von ihrem derzeitigen Leben unterfordert und gelangweilt ist, lässt sie sich auf Yugas Idee ein. Gemeinsam bilden sie ein Team und fordern nach und nach andere SCM-Besitzer heraus, wodurch sie sich langsam aber sicher eine kleine Armee folgsamer Sklaven anhäufen.

Doch nicht nur die Geschichte der beiden steht im Vordergrund. Auch andere „Spieler“ werden genauer unter die Lupe genommen, wodurch man einen besseren Einblick in die Auswirkung des SCM bekommt.

Nun etwas über die Autoren

Shinichi Okada (der Novelist der Story) erschuf zusammen mit Hiroto Oishi einen Manga, der nicht nur mitreißend ist, sondern auch mit seinen bildlichen Darstellungen in den richtigen Momenten überzeugen kann.

Oishi-sensei ist auch der Autor von King of Sweets in the Universe, was mit 5 Bänden bereits abgeschlossen ist. Seine Seinen-typischen Zeichnungen in „SCM – Meine 23 Sklaven“ zeichnen sich für das Werk gekonnt aus.

Quatschen wir mal etwas um den heißen Brei

Die Story basiert auf eine Light Novel, die im Dezember 2012 ihr Debüt feierte. 2014 durfte sich das Werk über eine Live-Action-Verfilmung freuen, die durch ihre Besetzung sowie ihren prägnanten Handlungsstrang schnell an Beliebtheit gewann. Sayaka Akimoto ist manchen vielleicht bereits durch den Real-Movie von Detektiv Conan (Challenge to Kudo Shinichi: Riddle of the Mysterious Legendary Bird) bekannt, in welchem sie Sonoko Suzuki verkörpert. An ihrer Seite spielt Kanata Hongo die zweite Hauptrolle. Den beliebten Jungschauspieler werden wir auch in der Real-Verfilmung zu Shingeki no Kyojin (2015) zu sehen bekommen.

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„SCM“ bekam in diesem Jahr bereits seinen 7. Band und ein Ende ist noch nicht auszumachen. Somit bleibt die Geschichte weiterhin spannend, denn man weiß nicht, wohin das Ganze noch führen wird.

Zum Schluss noch ein Fazit

Entgegen dem Erscheinungsbild des Covers, ist die Handlung tiefgründiger aufgebaut, als erwartet. Sehr stark im Vordergrund stehen die Emotionen der Charaktere. Es geht um gewinnen oder verlieren, um Manipulation und bedingungslosem Gehorsam, um Wut und Verzweiflung, Rache und Liebe, sowie um eine kleine Prise kranken Menschenverstand. Dennoch eine Warnung: wer nichts über Vergewaltigungen, psychischer Manipulation oder sexuellen Missbrauch anderer Arten lesen will, sollte die Finger davon lassen.

Trotz alldem finde ich: ein gelungener Streich des Genres, den man nicht so schnell zu vergleichen weiß.

Einen Dank an Panini Manga für das Rezensionsexemplar der deutschen Ausgabe.

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