Riverdale

oder zur Abwechslung mal eine ganze andere Comicverfilmung

Leise hat sich dieses Jahr eine neue Serie auf The CW beziehungsweise auf Netflix herangeschlichen und ist dabei beim Zielpublikum eingeschlagen wie eine Bombe. Die Rede ist dabei von der neuen Teeny/Drama/Mistery/Comic Serie Riverdale, dessen Staffelfinale gerade erst ausgestrahlt wurde. Die Serie, die auf den alten und bei uns eher unbekannten Archie Comics basiert, hat zu Beginn eher weniger Zuspruch gefunden, durch Mundpropaganda und Social Media hat sich die Serie neben Supernatural zur erfolgreichsten Serien auf CW entwickelt. Die 13 Folgen kamen dabei beim Publikum so gut an, dass man sich schnell für eine 2. Staffel entschied, die vielleicht sogar noch dieses Jahr erscheinen soll.

© 2016 The CW Network. All Rights Reserved.

Doch worum geht’s überhaupt? Die Story handelt von einem Mord an dem Schüler Jason Blossom (Trevor Stines) und die Suche nach dem/der TäterIn. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen die vier Teenager Betty Cooper (Lili Reinhart), Veronica Lodge (Camila Mendes), Jughead Jones (Cole Sprouse) und Archie Andrews (KJ Apa). Im Unterschied zu den Comics, in denen vor allem die Dreiecksbeziehung zwischen Archie, Veronica und Betty im Vordergrund steht, konzentriert sich diese Serie mehr auf die Mördersuche und die unterschiedlichen Geheimnisse der ProtagonistInnen und deren Eltern, anstatt auf die Liebesgeschichten, die allerdings auch nicht zu kurz kommen.
Lohnt es sich aber, die Serie anzusehen oder ist der Hype unbegründet? Wie bei jeder Serie gibt es Negatives und Positives zu berichten. Gehen wir zunächst die Kritikpunkte an. Der Fokus liegt in der Serie stark auf den Hauptfiguren und ihrer Geschichte, Nebenhandlungen werden angeschnitten bekommen aber nur wenig Screentime, was bei 13 Folgen allerdings verständlich ist. Natürlich erhofft man sich, dass einige Nebenhandlungen in der nächsten Staffel wieder aufgegriffen und vertieft werden.

© 2016 The CW Network. All Rights Reserved.

Generell ist die Folgenanzahl für mich ein großer Kritikpunkt, denn man versucht fast zuviel unter einen Hut zu bringen. Entweder man hätte mehr Folgen bringen müssen oder von Handlung etwas zurückstecken müssen, um den Figuren mehr Raum und Zeit zu geben sich zu entfalten.
Bei den Figuren sticht im negativen Sinne besonders KJ Appa alias Archie hervor, der ja in den Comic der Hauptprotagonist ist. Die Besetzung bleibt ein Rätsel, denn die Figur bleibt die ganz Staffel hindurch relativ farblos und blass. Ob das am Schauspieler oder an der eher mauen Storyline um seine Person liegt, kann wohl erst die nächste Staffel zeigen. Gerade das Finale, das leider eher enttäuschend war, da im Vorfeld von den Machern zu große Erwartungen forciert wurden, hat eine neue Facette an ihm gezeigt, die ihm vielleicht in der 2.Staffel eine bessere Basis gibt.
Alle anderen SchauspielerInnen sind nämlich wirklich gut besetzt und zeigen eine Bandbreite an schauspielerischem Können, aber auch deshalb, weil sie bessere und emotionalere Storylines haben. Allen voran Jughead, der wahre Star der Serie, und Betty, die wirklich sehr bemüht sind und ihre Figuren sehr glaubhaft porträtieren. Aber auch die Nebenrollen sind fein besetzt, etwa Molly Ringwald (Breakfast Club) als Archies Mutter.

© 2016 The CW Network. All Rights Reserved.

Ein weitere Pluspunkt ist die sehr gut eingesetzte Musik, die von Klassikern zu aktuellen Songs alles zu bieten hat und die so gut in die Geschichte eingewoben wurde, dass ein paar sehr ikonische und sehr stilvolle Szenen daraus geworden sind. Wer sich nämlich erwartet, dass Riverdale irgendwie die Realität in amerikanischen High Schools abbildet, der täuscht sich gewaltig. Gestylt wie in Hochglanz Magazinen und Häuser wie bei den Frauen aus Stepford, erinnert das ganze an Teeny Serien wie Pretty Little Liars und Gossip Girl. Die Atmosphäre, die sich daraus ergibt, plus Musik und Mistery, hat ein paar sehr gute Szenen hervorgebracht, die visuell einfach wirklich gut geworden sind, etwa die Beerdigungsszene mit Auftritt von Cheryl Blossom (Madelaine Petsch), die übrigens auch eine wichtige Rolle spielt. Wer die Serie gesehen hat, weiß was ich meine. 🙂
Zu guter Letzt ist auch die Story durchaus spannend und es macht Spaß zu erraten wer der oder die MörderIn ist und soviel sei verraten, man erfährt es in der ersten Staffel!!

 Photo: Katie Yu/The CW -- © 2016 The CW Network

Riverdale — „Pilot“ — Photo: Katie Yu/The CW — © 2016 The CW Network. All Rights Reserved.

Fazit

Wer auf der Suche nach einer guten und spannenden Teeny Serie ala Gossip Girl ist, wird mit dieser Serie auf jeden Fall zufrieden sein. Sie bietet sehr viel an und probiert sich aus, hat einige Schauwerte, gute Musik und überwiegend talentierte SchauspielerInnen. Wer allerdings mit solchen Serien generell nichts anfangen kann, der wird auch mit Riverdale nicht viel Freude haben. Ich persönlich kann nur jeden warnen, denn nach dem Anschauen von Riverdale wird euer Milchshake-Konsum erheblich steigen. In diesem Sinne viel Spaß und genießt es!! 😉

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