Prison School – Manga Review

Ohne zu wissen, worauf ich mich da einließ, riss ich die Schutzfolie von Prison School Bd. 1 ab, lehnte mich zurück und war gespannt auf eine neue Mangalektüre. Ich schlug den Band willkürlich auf, schlug ihn wieder zu, atmete zweimal tief durch und hoffte, dass sich niemand im Zug neben mich setzen würde. Denn mein Image als Unschuldsengel wäre damit im Eimer gewesen …

U_8454_1A_EMA_PRISON_SCHOOL_01.IND8

Cover Prison School © 2015 Egmont Verlagsgesellschaften mbH

Worum’s denn überhaupt in Prison School geht:

Kiyoshi Fujino kommt auf die Oberschule (wie ungewöhnlich für einen Manga …) und bekommt den ersten Schweißausbruch, als er merkt, dass er einer Gewalt von 200:1 gegenübersteht. Bald stellt sich heraus, dass es an dieser Schule 5 Jungen zu 1021 Mädchen heißt.

Durch das Einführen einer Koedukation (Unterricht beider Geschlechter) dürfen nun auch Jungen an einer der strengsten Schulen Japans unterrichtet werden. Jedoch sieht es nur dem Schein nach wie der Beginn alltäglichen Umgangs aus. Den Mädchen ist es nämlich nicht erlaubt mit den Jungs in Kontakt zu treten. Somit werden alle Bemühungen der 5 etwas trotteligen Helden in den Wind geschossen und auf Eis gelegt. Die Mädchen sind um Abstand bemüht, denn sollten sie etwas tun, das den Regeln widerspricht, tritt der GSR (Geheimer Schülerrat) in Aktion. Die Angst von der GSR ist groß, denn diese Organisation aus Schülern verfrachtet eigensinnige Schüler auch mal für ein Monat ins Zuchthaus. Tja, gesagt, getan. Die Jungs werden beim Spannen erwischt und müssen von nun an unter der Fuchtel der 2. Vorsitzenden des Rates ihr bestes geben, um das Monat in Haft zu überstehen. Selbst Sträflingskleidung wird ihnen aufgezwungen. Nur zu dumm, dass Kiyoshi sich mit einer Klassenkameradin angefreundet hat und mit ihr auf ein Sumo-Turnier gehen will. Was also tun? Na, am besten einfach ausbrechen. Oder?

Der Autor

Werfen wir mal einen Blick auf Akira Hiramoto-sensei. Neben der Tatsache, dass es wirklich schwierig ist ein paar Informationen über diesen Mangaka aus dem Internet zu saugen, stellt sich heraus, dass Prison School nicht sein erstes Werk ist. Bereits seit 2003 befasst er sich mit dem Genre Psycho-Horror in Me and the Devil Blues (Ore to Akuma no Blues), was wie eine Bombe bei den Fans eingeschlagen hat. 2011 schaffte es Hiramotos Manga Yarisugi Companion to Atashi Monogatari zu einer Life-Action-Verfilmung. Bis heute ist er seinem Horror-Genre treu geblieben.

Etwas allgemeines Gequatsche …

Wenn man bestimmte Aspekte der Story mal beiseite lässt, so ist die Herangehensweise des Mangakas wirklich fein ausgearbeitet und mit viel Liebe und einem leicht psychischen Knacks umgesetzt worden. Der sich rapide ändernde Zeichenstil überrascht immer wieder und kann bestimmte Szenen imposant und prägnant rüberbringen, was das Lesen nicht nur unterhaltsam sondern auch spannend macht. Auch wenn manche „unbeabsichtigte“ Szenen den einen oder anderen an To Love-Ru oder Highschool DxD erinnern, so schafft es Prison School gern noch eine kleine Schippe Perversion hinten nach zu schaufeln. Und mit zurzeit (Stand: März 2013) 4 Millionen verkauften Manga-Exemplaren will das ja doch was heißen.

2013 wurde der Manga sogar mit dem Kodansha-Manga-Preis in der Kategorie Allgemein ausgezeichnet.

Auch ein kleiner Blick auf den Anime

Wer mit dem Manga noch nicht genug hat, der kann einen kleinen Freudensprung durch sein Zimmer machen, denn eine Anime-Umsetzung für Juli 2015 ist bereits angekündigt. Auch der erste Trailer wurde für die neugierigen Fans veröffentlicht. In dem Trailer werden bis jetzt nur die Hauptcharaktere gezeigt, doch man kann gespannt darauf warten, was noch kommen und vor allem, was der Sommer bringen wird.

https://www.youtube.com/watch?v=n2le0MyLjtY

Was noch als Fazit erwähnt werden sollte …

Was Prison School lesenswert macht, sind nicht die Höschenflitzer, die perversen Gedanken pubertierender Jungs, die Vorliebe junger Mädels gemeinsam baden zu gehen und auch nicht die Domina-artige Züchtigungsversuche der 2. Vorsitzenden des Rates. Nein, es ist die Art und Weise wie jede Szene ganz besonders brutal, lieblich, lustig oder einfach nur bescheuert rübergebracht wird. Stets gibt es etwas zum Schmunzeln oder Kopfschütteln, was nun wirklich nicht jeder Manga auf die Reihe kriegt. Klar, die Umsetzung von Akira Hiramotos Story ist nicht jedermanns Sache, aber für all jene, die nichts allzu Neues, aber eine kleine Mischung aus Deadman Wonderland ohne Superkräfte und Highschool of the Dead ohne Zombies mit Extrawürze (Betonung auf letzteres) haben wollen, die sind mit Prison School an der richtigen Stelle. Diese können sich dann auch echt freuen, denn es gibt bereits 16 Bände und zurzeit ist noch kein Ende in Sicht.

Zum Schluss noch einen Dank an Egmont Manga für die deutsche Leseprobe.

Comments

comments