Pretty Little Liars oder wie Chick flick auch richtig gut sein kann

Es kommt mir so vor es wäre gestern gewesen, als ich die erste Staffel der Serie Pretty Little Liars (PLL) in Händen hielt. In der Hoffnung eine Art Nachfolgeserie zu Gossip Girl zu kaufen, landete die DVD schließlich im Player. Für alle die nie Gossip Girl gesehen haben: es ist eine Serie über die jungen Schönen und Reichen der Upper East Side in Manhattan, die den ganzen Tag nichts Besseres zu tun haben, als sich gegenseitig eine reinzuwürgen oder miteinander zu schlafen, das tun sie jedoch stilvoll in coolen Outfits zu lässiger Musik und in einer großartiger Location (New York). Ja, ich hab diese Serie gern geschaut, auch wenn sie gegen Ende hin immer bescheidener wurde. 😉

Voll Vorfreude begann ich also mit der ersten Staffel. Und was soll ich sagen? Ich war überwältigt, die Serie war nicht nur ganz anders, als ich es mir erwartet habe, sie war in ihrer Art einfach großartig und hat mich vollends gefesselt.

PLL erfolgreich auf ABC Family

PLL

Bevor ich näher auf den Inhalt eingehe, sollen noch ein paar Eckdaten präsentiert werden. PLL läuft seit 2010 auf dem amerikanischen Sender ABC Family (im deutschsprachigen Raum auf TNT Glitz und Super RTL) und hat in den Staaten je Episode um die zwei bis drei Millionen ZuseherInnen. Damit ist sie einer der erfolgreichsten Serien, die ABC Family produziert hat. Vor kurzem wurde erst die 5.Staffel abgeschlossen, zwei weitere werden folgen. (Es gab auch eine Spin-Off Serie namens Ravenswood, die aber nach nur 10 Folgen aufgrund mangelnder Einschaltquoten eingestellt wurde) Die Handlung basiert überdies auf einer Buchreihe von Sara Shepard, die aber doch um einiges anders ist. In der Fernsehversion hält die Produzentin I. Marlene King die Fäden in der Hand. Diese ist überdies sehr aktiv auf Twitter und das Spiel mit Fans ist ein wichtiger Bestandteil der Serie.

Aber nun zum Inhalt, ich werde mich ganz kurz halten und keine Spoiler verraten ;). Die vier Mädchen Aria (Lucy Hale), Spencer (Troian Bellisario), Hanna (Ashley Benson) und Emily (Shay Mitchell) leben in der fiktiven Kleinstadt Rosewood. Ihre beste Freundin Alison (Sasha Pieterse) ist verschwunden, manche halten sie für tot, manche für lebendig, sie war auf jeden Fall diejenige, die die Mädchen zusammengehalten hat. Nach ihrem vermeintlichen Tod verflüchtigten sich die freundschaftlichen Bande und jede der vier ging ihre eigenen Wege. Das ändert sich aber, als sie zwei Jahre nach dem Verschwinden von Alison von einer unbekannten Person namens A bedroht werden. Die Mädchen müssen sich dabei ihrer Vergangenheit stellen und wie der Name der Serie schon verrät, gibt es einiges Lügen und Geheimnisse, die aufgedeckt werden müssen. Die Kernfrage bleibt immer dieselbe: Wer zum Teufel ist A?

Was sich jetzt auf den ersten Blick vielleicht wie eine öde Chick flick Serie anhört, ist aber auf den zweiten Blick ein durchaus innovatives und sehr spannendes Serienerlebnis.

Warum PLL hervorsticht

Was ich an der Serie besonders großartig finde, ist, dass endlich einmal Mädchen die Hauptfiguren sind, die nicht nur clever sind, sondern auch ordentlich austeilen können und nicht immer von ihren Freunden gerettet werden müssen. Gerade in der heutigen Zeit sind diese Charaktere durchaus gelungene Role Models, die gerade dem Zielpublikum als Vorbild dienen können. Trotz all der Emanzipation gibt es natürlich auch eine Menge Liebesdramen, alle Mädchen haben einen Love Interest und der ist keineswegs immer männlich. 😉 Trotzdem werden die Beziehungen nie so extrem in den Fokus gerückt, die Bedrohung durch A und die Suche nach ihm/ihr steht immer im Vordergrund. Weiters sticht besonders stark ist die unumstößliche Freundschaft der Mädchen hervor. Es gibt kaum Gezicke und Streitereien, was mich gerade in Gossip Girl immer sehr genervt hat. Die Mädchen gehen durch dick und dünn meistern alle Abenteuer gemeinsam, Eifersucht gibt es nicht. Den berühmten Bechdel Text würde PLL außerdem mit Leichtigkeit bestehen 😉

Natürlich sind die vier übertrieben gestylt und man denkt sich oft, wann sie die Zeit haben, sich jeden Tag so herzurichten. Aber das ist einfach Bestandteil der Serie, es gehört dazu, über die Kleidung zu tratschen und es gibt zahlreiche Webseiten, die sich ausschließlich mit den getragenen Outfits beschäftigen und zeigen, wie man diese nachstylen kann.

Was mir persönlich aber am besten gefällt, ist, dass die Serie ein großartiger Genre Mix ist, der von Liebe über Horror zu Mystery und Drama alles abdeckt. Je nach Episode ist ein Genre stärker vertreten, besonders sei dabei auf die großartigen Halloween-Horror Folgen hingewiesen.

Aber natürlich gibt es auch einige Kritikpunkte. Dazu gehört beispielsweise die Tatsache, dass manche Handlungen einfach unlogisch sind und daher unglaubwürdig erscheinen. Oftmals tun die Mädchen etwas, das vollkommen unrealistisch erscheint und für das Publikum nicht nachvollziehbar ist. Je weiter die Serie fortschreitet, desto verwirrender wird es außerdem. Man weiß kaum noch, wer welches Geheimnis hat und wer was gemacht hat. Da hilft leider nur eines, zurück zum Anfang und die Serie nochmals schauen, oder schnell die fehlenden Infos in den zahlreichen PLL Seiten nachlesen. Es ist eindeutig keine Serie, die man sich mal hier und da anschauen kann, oder bei der man jederzeit einsteigen könnte. Chronologisches Schauen ist daher Vorraussetzung. ^^

Was Fluch und Segen zugleich ist, ist das unglaublich große Interesse der Fans daran, herauszufinden wer A ist. Zahlreiche Internetforen reißen sich um Theorien wer dahinter stecken könnte. Und I. Marlene King geizt auch nicht mit Hinweisen auf Twitter, die die Fans aber schließlich oft nur auf die falsche Fährte führen. Auf Youtube gibt es haufenweise Videos mit hunderten Theorien, die angeblich A enttarnen würden und man kann Stunden damit verbringen sie zu durchforsten. Aber auch nach Staffel Fünf bleibt die wahre Identität immer noch verborgen, auch wenn man nun doch ein bisschen mehr weiß. Die Fans sind eigentlich sehr geduldig, doch hat gerade dieses Staffelfinale zu großen Diskussionen geführt, da ein „Big A Reveal“ angekündigt wurde, der doch ein bisschen anders ablief, als angenommen wurde. Als Fan der Serie muss man nämlich gleich eines lernen: Glaub nicht alles was du siehst und hörst und sei geduldig!

Fazit

Lang und breit hab ich nun über die Serie erzählt und ich hoffe damit auch andere für die Serie zu begeistern, reinschauen lohnt sich auf alle Fälle! Ich weiß natürlich, dass sie nicht perfekt ist und auch mal ihre Längen hat, aber trotz allem schafft sie es auch noch nach Fünf Staffeln mich in ihren Bann zu ziehen und das ist bewundernswert, denn viele Serien werden mit zunehmenden Staffeln leider immer schlechter. (jüngstes Beispiel: Arrow!!)

Habt ihr vielleicht PLL schon gesehen?? Wie gefällt es euch? Seid ihr mit mir einer Meinung, oder findet ihr die Serie einfach nur schrecklich? Ich würde mich freuen über eure Erfahrungen zu lesen!! J

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