Monster Hunter Chronicles Part I – Die erste Generation

Zum Start vom neuem Monster Hunter, stellen wir euch in den nächsten Wochen die letzten Generation vor.

Mit dem neuen Release von „Monster Hunter 4: Ultimate“ bekommt die allseits beliebte Spieleserie nun wahrscheinlich ihren krönenden Abschluss in der vierten Generation. Die seit 2004, von Capcom veröffentlichte, rundum bespielte „hack-and-slash-strategy-adventure-game“ Serie erlebt damit einen neuen Höhepunkt.

Letztes Jahr erlebte die Spieleserie ihren zehnten Geburtstag. In diesen zehn Jahren hat sich in der Capcom Branche einiges geändert. Sowohl das Gameplay, die Grafik, die allgemeine Umwelt und die Inhalte haben sich mit jedem neu veröffentlichten Titel weiterentwickelt. Aber natürlich werden die alten Titel ebenfalls niemals vergessen.

In dieser mehrteiligen Artikelserie begeben wir uns gemeinsam auf eine Reise durch diese zehn Jahre „Monster Hunter“. Von „Monster Hunter I“ bis hin zu „Monster Hunter 4: Ultimate“ werden sämtliche Spiele aus jeder Generation behandelt.  Dabei wird besonders ein Auge darauf geworfen, was das jeweilige Spiel besonders macht und diesbezüglich aus den anderen Titeln hervorhebt. Der erste Teil dieser Serie beschäftigt sich spezifisch mit den frühesten Anfängen von „Monster Hunter“: Der ersten Spielegeneration, angefangen mit „Monster Hunter I“.

Monster Hunter I

Monster Hunter 1

Im Jahre 2004 veröffentlichte Capcom zuerst nur in Japan exklusiv, auf der Playstation 2 ihren neuesten Titel: Monster Hunter. Der Titel war eigentlich nur als Arbeitstitel gedacht, aber letztendlich gefiel er dem Unternehmen so gut, dass es ihn einfach beibehielt.

Der Name des Spiels beschreibt im Grunde den allgemeinen Inhalt des Spieles: Man ist ein Jäger und jagt Monster in einer, japanisch angehauchten, Fantasy Welt namens Minnegarde. Die einzelnen Quests werden in jeweilige Schwierigkeitsstufen unterteilt und damit man aufsteigt, muss man eine „dringende Quest“ (eine Art Bosskampf) absolvieren.

Eines der entscheidenden Elemente konnte man gleichzeitig als Verlockung und Abschreckung ansehen, denn das Spiel hat im Grunde überhaupt keine richtige Story. Natürlich gibt es die Quests und die einzelnen Monsterlisten und Ortsbeschreibungen die etwas Hintergrundwissen über die Welt liefern, aber ein festgesetztes Ziel gibt es nicht. Das Hauptelement des Spiels ist es, immer gefährlichere Quests abzuschließen, seine Waffen und Rüstungen zu verbessern und im Grunde einfach Spaß haben.

Durch das Kreativteam von Capcom lieferte das Spiel eine Vielfalt der verschiedensten Waffen und Rüstungen, eine beachtliche Zahl von 30 Monstern (damals war dies eine beachtliche Zahl, es ist immerhin 2004) und sehr viele Quests die man alleine oder in der Gruppe erfüllen konnte.

Als ich das Spiel zum ersten Mal gespielt habe (was leider ein bisschen nach 2004 geschah), war ich jedenfalls begeistert. Ich mochte die Abwechslung, einmal keiner halsbrecherischen und komplexen Story hinterherzujagen. Das einfache Spieleprinzip (das Erlegen von verschiedenen Monstern in verschiedenen Gebieten) hat mir sehr zugesagt.  Ich mochte auch die Tatsache, dass jede einzelne Waffe ihre eigene einzigartige Steuerung hatte. Von Schwert und Schild bis hin zu Lanze war so einiges an interessantem Arsenal dabei. Eine besondere Herausforderung im Bereich „Waffen und Rüstungen“ bei Monster Hunter ist das craften von eben diesen. Ich erinnere mich noch zu gut, wie ich stundenlang irgendeinem hochgefährlichen Monster hinterhergerast bin um ein spezielles Material zu bekommen, für das es nicht einmal Garantie gab, dass das Monster es auch in dieser Runde hatte. Dieses Sammelsystem kann gleichzeitig motivierend wie auch frustrierend sein.

Auch für Gruppenspieler gibt es schon seit dem ersten Teil der Serie gewisse Vorzüge. Der Spieler hatte die Möglichkeit, entweder einen auf „Einsamer Wolf“ zu machen und im Offlinegebiet, ein kleines grünes Dorf namens Kokoto, ihr Jagdglück zu versuchen oder auf den gewaltigen Onlineservern in der Stadt Minnegard Town mit einer Gruppe von maximal vier Jäger ihr Unwesen treiben.

Ich persönlich konnte diese Onlineserver niemals ausprobieren, da Capcom sie, zu dem Zeitpunkt als ich mir das Spiel zugelegt habe, schon komplett abgeschaltet hatte, was mich ehrlich gesagt etwas enttäuschte, denn gerade dieser Onlinemodus war meiner Meinung nach eines der besten Elemente des ersten Teils.

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© CAPCOM CO. LTD 2004 All rights reserved

 

Erstens, die Stadt in der man sich befand, war ein einzigartiges, blühendes Gebiet, das nun für immer verloren ist und zweitens war dies der Ort, an dem die richtige Action stattfand. Im Dorf Kokoto war die größte Gefahr ein Wyvern namens Rathalos (ein Wesen das seit jeher als eines der Maskottchen von Monster Hunter bekannt ist). Der Rathlos ist das erste „Flagship Monster“ der Serie. Ein Flagship Monster ist im Grunde immer das Monster, das auf dem jeweiligen Cover des Spiels zu sehen ist und während des Offline Modus eines der stärksten Monster ist. Auf den Onlineservern gab es einen ultimativen Endkampf gegen den Drachenältesten Fatalis auf einem verfallenen, von dunklen Gewittern umtosten, Schloss. Außerdem vermittelte die Tatsache, dass außer dir noch drei weitere Mitglieder im selben Moment, an der selben Quest, mit dir gemeinsam, in den Kampf ziehen ein starkes Gruppengefühl.

Etwas kann aber ganz und gar nicht bestritten werden: „Monster Hunter I“ schuf einen starken Pfeiler, an den sich die zukünftigen Spiele der Serie anlehnen konnten. Die Spielewelt nahm den Titel äußerst positiv entgegen, was Capcom dazu veranlasste, dieses Spiel auch noch in Nord Amerika und Europa zu veröffentlichen. Überall wurden nun begeistert Monster in epischen Kämpfen erlegt, ob alleine oder in der Gruppe, bis Capcom mit dem Nachfolger anrückte.

Monster Hunter G

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Weitaus weniger Leute kennen den offiziellen Nachfolgen von „Monster Hunter“, nämlich aus dem Grund, dass dieser Titel Japan-exklusiv war und bis heute immer noch ist. „Monster Hunter G“ kam im Jahre 2005 aufgrund des großen Erfolges des Vorgängers auf der Playstation 2 heraus. Im Jahre 2009 wurde es erneut produziert, dieses Mal jedoch auf der Wii, als eine Art Promotion für das angekündigte „Monster Hunter 3“. Dieses Spiel könnte man theoretisch als eine Art gigantischer DLC für den Vorgänger „Monster Hunter“ bezeichnen, da es an den selben Orten mit den selben Quests spielt. Jedoch gibt es in „Monster Hunter G“ auch zahlreiche Veränderungen und Erweiterungen, die das Spielsystem auf eine neue Ebene brachten.

Die größte und mit Abstand bedeutendste Erweiterung, die mit diesem Ableger der Serie hinzukam, war die Einführung der sogenannten „Unterarten“. Die Unterarten im Monster Hunter Universum sind andere Exemplare von bereits existierenden Monstern. Der Unterschied jedoch ist, dass sie anders gefärbt und stärker sind als ihre Verwandten. Dieses neue Feature stellte insbesondere bei den großen Monstern, wie in etwa dem roten Fatalis oder dem azurnen Rathalos eine größere Herausforderung für die Spieler dar.  Zudem tauchte noch das neue Monster, Yian Garuga, auf, ein Wesen das sich zu dem wahrscheinlich meist gehassten Monster der ersten Generation entwickelte.

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© CAPCOM CO. LTD 2004, 2009 All rights reserved

 

Die neuen Monster brachten auch die Einführung der sogenannten „G-Rank Quests“ (nach denen das Spiel benannt ist) mit sich. Die G-Rank Quests sind spezielle Quests, die es damals nur auf den Onlineservern zu finden gab. Sie stellen selbst für eine Gruppe aus vier erfahrenen Jägern eine größere Herausforderung dar. Die größte Herausforderung war damals wahrscheinlich der nahe Verwandte des Fatalis, der rote Fatalis, der nun die Rolle des Oberbosses übernahm.

Ein weiteres neu eingeführtes Element war das Farmen. Das war für viele Spieler eine sehr große Erleichterung, denn davor musste man sich an die gefährlichsten Orte heranwagen um an die richtig seltenen Materialen zu gelangen. Jetzt konnte man sie mit genügend verdienten Punkten abbauen (natürlich ohne Garantie, dass sie tatsächlich da sein würden). Allerdings ging damit auch ein wenig die Herausforderung verloren, Materialen für starke Waffen und Rüstungen selber zu beschaffen und sie mit dem eigenen Blut und Schweiß zusammenzuschmieden.

Die letzte große Erweiterung, die mit diesem Teil hinzukam war die Trainingsschule. Im ersten Teil erlernte der Spieler alle Grundzüge des Jagens mithilfe des Dorfchefs, indem er Quests wie „Hole 10 Stück Fleisch“ oder „Brate 10 Stück Fleisch“ erledigen musste. Jetzt gab es die Trainingsschule, wo der Spieler ein einfacher erklärtes Tutorial bekam, aus dem er dann mit mehr Erfahrung trat. Diese Trainingsschule zog sich bis zum Ende der zweiten Generation durch die Spiele, bis sie schließlich durch andere Elemente abgelöst wurde.

Natürlich gab es noch kleinere Änderungen, wie in etwa mehr Waffen, mehr Waffenschärfe, die allseits berühmte Felyne Küche und die Charge Angriffe mit dem Großschwert. Im Grunde ist „Monster Hunter G“ deshalb eine gewaltige Erweiterung von dem Vorgänger, die jedoch nur in Japan erschien. Jedoch veröffentlichte Capcom noch im selben Jahr einen neuen Teil, der dieses Spielerlebnis auch außerhalb des Landes nach Nord Amerika und Europa trug.

Monster Hunter Freedom

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Mit dem neuen, 2005 erstmals veröffentlichten, „Monster Hunter Freedom“ (in Japan unter „Monster Hunter Portable“ bekannt), brachte Capcom alle Elemente von „Monster Hunter G“ außerhalb von Japan und zwar auf der Playstation Portable. Das hier ist eigentlich das Spiel, was mich zuerst auf Monster Hunter aufmerksam gemacht hat und ich bereue es bis heute nicht.

Mit dieser Neuerscheinung konnten die Spieler die Welt von Monster Hunter mit sich in der Tasche herumtragen, da dieses Spiel PSP-exklusiv ist. Und das diente auch als großer Ersatz für den Verlust der Onlineserver der ersten Generation.

Anstelle von Minnegard Town wurde in „Monster Hunter Freedom“ die Versammlungshalle eingeführt. Dabei handelt es sich um eine große Taverne, die sich inmitten des Offline Dorfes befindet. Dort können Spieler ihre PSPs miteinander verbinden und bis zu maximal vier Spielern Quests miteinander absolvieren. Alle Quests, die es damals nur im Onlinemodus gab wurden somit auch für Einzelspieler zugänglich gemacht. So bildete Capcom für die erste Generation ihrer Spieleserie einen krönenden Abschluss.

 

Mir persönlich hat „Monster Hunter Freedom“ sehr gut als Einstieg in die Serie gefallen. Ich habe dann natürlich sofort den ersten Teil ausprobiert, der zwar weniger bot, aber nicht minder gut gemacht war. Die PSP Steuerung ist sehr verständlich und man gewöhnt sich recht schnell daran. Das einzig störende ist aber, dass man in der Nähe von Freunden sein muss, um mit ihnen auch wirklich zusammen spielen zu können. Aber wenn man sowieso ein Einzelgänger ist, dann wird dieses zwickende Element nicht weiter stören.

Ich persönlich finde deshalb, dass „Monster Hunter Freedom“ das stärkste Spiel der ersten Generation ist, da es einfach alles und ein wenig mehr von dem bietet, was seine beiden Vorgänger dem Publikum der Spieler präsentiert haben. Die PSP ist zwar klein, aber gerade dieses Spiel spielt sich überraschend bequem auf der kleinen Konsole, auch wenn es hauptsächlich wildes „Hack and Slash“ ist. Für die richtigen Hardcore Fans aber empfiehlt sich natürlich jeder der Teile, da er auf seine Weise schon etwas ganz besonders ist.

Im zweiten Artikel…

Setzen wir unsere Reise durch die Spiele der „Monster Hunter“ Serie fort. Der zweite Teil dieser Artikelserie wird sich spezifisch mit der zweiten Generation beschäftigen. Dabei wird auch auf die Unterschiede zur ersten Generation eingegangen, ebenso wie die größten Veränderungen und Erweiterungen. Natürlich wird, wie in diesem Artikel, ganz besonders darauf eingegangen, was jedes der Spiele ausmacht und warum jeder Teil für sich einzigartig und lohnenswert zum Spielen ist. Aber Tatsache ist: Dier erste Generation hat einen starken Start geliefert. Wollen wir doch mal sehen, ob Capcom sich diese Flamme in Generation 2 bewahrt hatte.

(Header Copyright © CAPCOM CO. LTD 2004 All rights reserved; Logo Copyright © CAPCOM CO. LTD 2004)

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