Magi – The Labyrinth of Magic – BR Review

MAGI – Sesam, öffne dich!

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BR Cover © Kaze 2013

 

Abenteuer, Schätze, Magie! Durch diese drei Worte bekommt man vielleicht schon eine ungefähre Vorstellung, worum es in diesem Anime aus Tausendundeiner Nacht gehen könnte. Basierend auf dem gleichnamigen Manga von Shinobu Ohtaka überzeugt Magi als ein etwas anderer Anime des Shonen-Genres.

Wir begeben uns in den Orient und lernen Aladin kennen, einen Jungen der eine Flöte besitzt mit der er in der Lage ist einen Dschinn zu beschwören. Zusammen mit diesem Dschinn namens Ugo ist Aladin auf der Suche nach anderen magischen Gefäßen. Dabei trifft er auf Alibaba, ein junger Arbeiter aus ärmlichen Verhältnissen, der davon träumt einen „Dungeon“ zu meistern. Dungeons sind Labyrinthe voller Gefahren, doch wer sie meistert erhält unermesslichen Reichtum. Da Aladdin selbst an dem Dungeon interessiert ist, stürzt er sich gemeinsam mit Alibaba ins große Abenteuer.

Zunächst klingt Magi stark nach einem Shonen-Anime, wie wir ihn kennen, einschließlich der für dieses Genre typischen Charaktere. Beim Anschauen erwischt man sich vermutlich beim Versuch Alibaba in die Schublade des naiv-gerechten Shonen-Protagonisten zu stecken. Nach einigen Folgen merkt man allerdings dass die Charaktere nicht ganz so durchschaubar sind und einen immer wieder überraschen. Mit Aladdin schafft die Serie einen geheimnisvollen Hauptcharakter über den man gerne mehr erfahren würde. Die ständige Frage wer Aladin selbst eigentlich ist begleitet uns stets auf der Reise durch die Welt von Magi. Aber auch Alibaba und die Sklavin Morgiana überzeugen als Hauptcharaktere mit interessanten Hintergrundgeschichten, und so bilden die drei ein sehr unterschiedliches und sympathisches Trio.

C-Characters

Was Magi seinen ganz persönlichen Charme verleiht ist definitiv die Welt, in der die Serie spielt. Die Schauplätze wechseln sehr oft und zeigen einem nicht nur unterschiedliche Regionen, sondern vor allem auch unterschiedliche Kulturen. Die extreme Darstellung sozialer Unterschiede zwischen den Charakteren macht die Geschichte interessanter und gleichzeitig ein bisschen realistischer. Vom Adel über die arme Bevölkerung bis hin zur Sklaverei lernt man ständig Charaktere aus unterschiedlichen sozialen Schichten kennen. Sehr viele Charaktere und auch Schauplätze basieren auf den Märchen aus tausendundeiner Nacht. Wer mit der Vorlage vertraut ist, wird mehr als einmal schmunzelnd feststellen dass alle Charaktere gewisse Eigenschaften ihrer literarischen Vorbilder besitzen. So ist Morgiana auch im Original eine Sklavin, Aladdin ist im Besitz eines Dschinns, und Sindbad ist auch hier bekannt als der Herr der Sieben Meere.

Magi überzeugt mit guter Animation, einem schönen Zeichenstil und auch mit einem tollen Soundtrack, allerdings hätte ich mir hier persönlich noch etwas mehr vom orientalischen Flair gewünscht. Besonders in Kampfszenen wurde auf diese Art von Musik verzichtet. Außerdem ist Magi eine sehr abwechslungsreiche Serie, mit sowohl Action und Humor als auch Drama, und wird von Folge zu Folge spannender. Ein persönliches großes Minus gibt es von mir für die teils übertriebene Obszönität, die besonders am Anfang der Serie als störend empfunden werden kann; Ich sage deshalb nicht Fanservice, weil es sich tatsächlich weniger um Pantyshots oder ähnliches handelt, sondern viel mehr um perverse Aussagen und Handlungen der Charaktere.

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Alibaba , Aladin und Morgiana © A-1 Pictures

 

Der Anime zu Magi stammt vom Studio A-1 Pictures, die sich unter anderem auch für Fairy Tail, Blue Exorcist und Sword Art Online verantwortlich zeichnen. Der Manga erschien bereits 2009 im Weekly Shonen Sunday. Hierzulande erscheint Magi auf DVD und Blu-Ray in schicken Boxen, die auch ein Booklet mit sehr interessanten Interviews mit den japanischen Synchronsprechern und Manga-Leseproben beinhalten. Die deutsche Synchronisation ist, wenn man das japanische Original davor gehört hat, anfangs unglaublich gewöhnungsbedürftig. Besonders verwirrt haben mich manchmal innere Monologe, die vom Sound her so geklungen haben als hätte der Charakter es laut ausgesprochen. Nach der vierten Folge musste ich jedoch feststellen dass sich der Dub stark verbessert. Das könnte auch daran liegen, dass ich Alibaba’s deutschen Sprecher als am Unpassendsten empfunden habe und dieser ab Folge 4 eine Weile nicht vorkommt, aber insgesamt hatte ich das Gefühl dass die Sprecher sich von Folge zu Folge mehr Mühe geben und sich wohler in ihrer Rolle fühlen.

FAZIT:
Magi ist mit seinem ungewöhnlichen Setting und interessanten Charakteren ein Shonen-Anime, der sich durchaus von anderen Serien dieser Art abhebt. Es bleibt durchgehend spannend und Schauplätze und Handlungen wechseln sehr oft. Ich persönlich bin eigentlich überhaupt kein Fan des Shonen-Genres, aber die ersten Folgen waren selbst für mich unterhaltsam. Also: Gebt Magi eine Chance und lasst euch verzaubern!

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