Konzertbericht Boys Republic + Choi Soo Min

Am 12. Juli 2015 rockten die koreanische Gruppe Boys Republic und der Pop-Pianist Choi Soo Min die Szene Wien. Wer die Gruppe noch nicht kennt, sollte sich definitiv unseren Artikel zur Vorstellung der Gruppe hier ansehen!

Als ich vor der Szene Wien ankam, sah ich schon den riesigen Tourbus von Boys Republic, der einfach so vor dem Eingang stand. Gute Gelegenheit für ein paar Selfies! Doch dann schnell in die Halle. Wer die Szene Wien kennt, weiß, dass es eine eher kleine Location ist. Sehr erfreulich war, dass direkt vor dem Eingang zur Konzerthalle das Merchandise verkauft wurde. Ganz und gar nicht erfreulich war, dass die Hälfte schon ausverkauft war. Wien war der letzte Stopp der Tour und es gab weder CDs noch T-Shirts. Auch das letzte Handtuch wurde vor meinen Augen verkauft und war das Ausstellungsstück. Ich fände es toll, wenn man sich dafür eine Lösung überlegen könnte. Natürlich will man das Merchandise loswerden. Aber wieso kann man nicht ein kleines Mindestkontingent für die letzten Tourstopps aufbewahren? Wenn das nur 20 CDs und T-Shirts sind, ist das besser, als die Fans ganz hängen zu lassen. Was wir in Wien noch erwerben konnten waren Poster, Photosets, Lightsticks und die CD von Choi Soo Min. Wobei mir persönlich die Preise für das Photoset (bestehend aus 5 Bildern) und den Lightstick (ein kleiner, weißer Stick für 15 Euro?) zu hoch war. Kritisieren möchte ich auch die Reinlichkeit der Becher von der Szene Wien. Nachdem ich die Hälfte meines Apfelsafts getrunken hatte, sah ich erst, dass dort auf dem Grund des Bechers ein paar…Fussel rumschwammen. Nicht so lecker.

Boys Republic

Anfang

Sehr pünktlich um 19:50 Uhr begann das Konzert. Und noch während ich mir die Jungs auf der Bühne genauer ansehen wollte, hatte ich schon die ersten 10 Handys und Fanschilder im Blickfeld. Ein Phänomen, dass ich so noch auf keinem J-Music Konzert erlebt habe, dafür aber auf vielen K-POP Konzerten. Und etwas, dass mir von Konzert zu Konzert unangenehmer wird. Für die hinteren Reihen ist es einfach unangenehm, wenn fünf Handydisplays ins Gesicht leuchten und die Sicht versperren. Und ganz ehrlich, wer guckt sich diese Aufnahmen Wochen nach dem Konzert wirklich nochmal an und genießt sie? Das würde mich wirklich interessieren…

Aber nach einigen netten Bitten war zumindest vor mir freie Sicht und ich konnte einen ersten Blick auf die mir eigentlich unbekannten Jungs werfen. Fünf an der Zahl, eher jung und hoch motiviert. Leider wurde die Presse als Beobachter vom VIP-Event ausgeschlossen, sodass ich nicht beschreiben kann, ob die Jungs gut mit ihren Fans umgehen oder nicht. Die einzige Bewertung, die ich diesbezüglich machen kann, ist deshalb die von der „Pause“. Während dem Konzert bemühten sich Boys Republic in einer Verschnaufpause darum, mit fünf Fans in direkten Kontakt zu kommen. Was ihnen an sich gut gelungen ist. Ärgerlich fand ich persönlich nur, dass zwei von fünf Teilnehmern Koreaner waren. Bei aller Liebe für das eigene Land, wäre es nicht schön, den wenigen österreichischen Fans die Chance zu geben, ihren fernen Idols näher zu sein, als einen Landeskollegen auf die Bühne zu holen? Denn so schwer wäre es nicht gewesen, ein europäisches Gesicht in der Menge zu suchen…

Dann wurden mit den Fans Spiele gespielt (Ruck Zuck, für alle, die es noch kennen!) und jeder der Teilnehmer bekam einen Clear File von Boys Republic. An sich ein sehr spaßiges Event, für die restlichen Zuseher spätestens nach dem 3. Begriff aber etwas langweilig. Koreanische Zwischenrufe aus dem Publikum haben die Stimmung für mich persönlich auch nicht weiter retten können. Aber nach dieser kleinen Pause ging es dafür auch zügig weiter mit Musik und bald kam Choi Soo Min auf die Bühne.

Choi Soo Min

Auch wenn es eindeutig ist, dass der Großteil der Fans (wenn nicht sogar alle) für Boys Republic da waren, so hat mich Choi Soo Min mindestens genauso überzeugt. Er spielt klassischen Pop und hat eine sehr gute Auswahl an Liedern getroffen. Meisterwerke wie Vivaldis Winter oder die Ouvertüre aus Carmen hat er neu arrangiert und dargeboten. Ein Blick auf seinen youtube Kanal kann ich deshalb jedem nur nochmal wärmstens ans Herz legen.

soomin

Hier nochmal ein kleiner Kritikpunkt an den Fans… Die Halle verlassen an sich ist kein Problem, wenn man sich mit klassischer Musik wirklich nicht anfreunden kann, aber sich direkt in der Halle auf den Boden zu setzen und zu reden, fand ich dann doch etwas respektlos und auch nicht angebracht. Dafür haben die vorderen Reihen alles getan, um die Stimmung hoch zu halten und Choi Soo Min den Respekt zu zollen, den er verdient hat. Er hat den Auftritt anscheinend genossen, zumindest hat er danach versprochen, dass er nicht das letzte Mal in Wien war. Zum Abschluss gab es nochmal einige Lieder von Boys Republic und ein Foto mit der gesamten Halle.

halle

Credits an official facebook von Boys Republic

Konzerteindruck

Zu Beginn des Konzerts gab die Gruppe sehr viel Power. In Anzügen und mit einer Ausstrahlung, die mich noch weiter hinten in der Halle erreicht hat, betraten sie die Bühne und sorgten mit ihrer Tanzeinlage dafür, dass sogar mir nur vom Zusehen so richtig heiß wurde. Die starke Eröffnung wurde gefolgt von einem kleinen koreanisch Crashkurs und dem liebenswerten Versuch, deutsch zu lernen. Es endete damit, dass Onejunn „Ich vermisse dich“ und „Ich liebe dich“ vermischt und zu „Ich verliebe dich!“ gemacht hat. Eine schöne Art, ein Konzert aufzulockern, auch wenn es sicher nicht mit Absicht vermischt wurde. Da Boys Republic doch eine noch recht junge Band sind, haben sie ein sehr begrenztes Repertoire an Liedern, aber drei Mitglieder haben ein Solo gesungen, das nicht von ihren CDs war und damit für noch bessere Stimmung gesorgt – bei K-POP Fans ein Lied von Big Bang zu bringen, Frank Sinatras Let’s Fly und Angel von Robbie Williams, das überall bekannt ist, machen einfach super Stimmung.

Spätestens an jenem Punkt war mir bewusst, dass diese Jungs definitiv ihr Debüt verdient haben. Stimmlich war ich sowohl von den Soli als auch von den Gruppenteilen begeistert. Dabei auch noch so zu tanzen, wie diese Jungs, ist zwar im K-POP nichts neues, aber live vor Augen definitiv noch immer beeindruckend. Etwas, das man auf jeden Fall gesehen haben sollte.

Alle Lieder, die man von Boys Republic kennt, wurden gespielt und ich bin mir fast sicher, jeder Fan bekam all die Lieder zu hören, die er sich wünschen hätte können. Und das mit nicht zu wenig Fanservice. Die Gruppe hat viel mit den Fans interagiert. Vom flirten mit den Mädchen in der ersten Reihe bis hin zu Winken und Herzchen verschicken gab es wirklich alles.

Herzchen

 

cutie

Fazit

Alles in allem war dieses Konzert eine geniale musikalische Erfahrung. Balladen, Tanzlieder, Spaß und Niedlichkeit wurden so vermischt, dass man nichts vermissen musste. Die Jungs haben eine super Stimme und können dabei auch noch irre gut Tanzen. Die Fans von Boys Republic waren vielleicht nicht alle bereit für Choi Soo Min, aber er hat gezeigt, wie toll klassische Musik neu arrangiert sein kann und damit Stimmung gemacht. Der einzige Wermutstropfen bleibt das Benehmen mancher Fans, die letztendlich aber doch eine Minderheit darstellen. K-POP Konzerte sind – auch, oder gerade im kleinen Format – eine Erfahrung für sich. Boys Republic und Choi Soo Min dürfen sich für ein gelungenes Konzert auf die Schulter klopfen und haben sicher viele neue,

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