Eine gute Freundin, die in Nordrhein-Westfalen wohnhaft ist, hat mich netterweise zum diesjährigen Japantag eingeladen. Dabei handelt es sich um ein eintägiges Event, das am 30. Mai stattfand. Es war  eine tolle Erfahrung, die ich gerne mit euch in Form eines Berichtes teilen möchte. Doch was genau ist dieser „Japantag“ eigentlich? Wo findet es statt und was macht man dort? Diese und ähnliche Fragen werden im weiteren Verlauf beantwortet.

Allgemeines zum Japantag

Besucher auf der Rheinuferpromenade

© Japantag 2015 Düsseldorf

Jährlich wird in Düsseldorf der inzwischen äußerst beliebte Japantag am Rheinufer abgehalten. Für all jene, die mit dem Begriff nichts anfangen können: Hierbei handelt es sich um ein Fest, das stets am Samstag der letzten Maiwoche abgehalten wird. Wie man dem Namen dieser Veranstaltung entnehmen kann, dreht sich bei diesem Fest alles um die japanische Kultur, die in allen Sparten vor Ort vertreten ist: Kyudo (japanisches Bogenschießen), Watanabe-Tanzgruppen, japanische Kalligrafie, japanische Trommelgruppe Tenetekko, Kendo, verschiedenste Essensstände, die japanisches Essen anbieten – alles wird in eindrucksvollerweise präsentiert und dargestellt. Der Japantag wurde 2015 nun zum 14. Mal abgehalten und lockte heuer mehr als 650.000 Besucher an den Veranstaltungsort.

Warum solch ein großes Japan-Fest, in einer deutschen Großstadt stattfindet, ist relativ schnell erklärt: In Düsseldorf leben um die 7.000 Japaner/innen, wodurch sie die größte japanische Gemeinde Deutschlands und nach London und Paris die drittgrößte in Europa bildet. Aus diesem Grund wird Düsseldorf auch scherzhafterweise als „Klein-Tokio“ bezeichnet. Asiatische Kultur, Freizeitaktivitäten und japanische Gastronomie gehören also bereits zum alltäglichen Geschehen Düsseldorfs.

29.Mai – die Hinfahrt

Am Tag zuvor trat ich die (teils beschwerliche) Hinreise an. Nach einer Zugfahrt von 9-10 Stunden kam ich bei meiner Gastgeberin an und wir warfen am Abend einen Blick auf das Rheinufer, wo die Veranstalter bereits ihre Stände zum Großteil aufgebaut hatten. Allein durch den Anblick der freundlichen Gestaltung kam große Vorfreude auf.

Und dann kam der lang erwartete 30. Mai…

Am späteren Vormittag traf ich beim Veranstaltungsort an, wo sich schon ein paar Besucher herumtummelten. Mein Blick fiel zuerst auf die unvergleichliche Auswahl an Anime-Merchandise. Begleitet wurde das attraktive Aufgebot von kompetenter Beratung der Händler und von fairen Preisen, die selten auf solchen Veranstaltungen vorgefunden werden können. Binnen weniger Stunden füllte sich das Rheinufer mit zig Besuchern. Auffällig waren hierbei natürlich die zahlreichen Cosplayer, die ihre schönsten Kostüme stolz präsentierten und sich netterweise bei Interesse als Fotomotiv bereitstellen. Begeistert war ich zudem von den zahlreichen Essens- und Trinkständen, an denen man die verschiedensten japanischen Köstlichkeiten probieren und sich den Magen vollschlagen konnte. Witzig fand ich die Tatsache, dass es auch etliche Würstelstände vor Ort gab. So konnte ich ganz unverhofft in den Genuss der berühmten deutschen Currywurst kommen, die ich so nebenbei jedem von euch empfehlen kann – am besten mit leckeren, goldgelb frittierten Pommes. 😀

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Auch japanische Straßenkünstler gaben ihr Können zum Besten in Begleitung mit peppiger japanischer Popmusik und innerhalb kürzester Zeit scharrten sich eine Menge Besucher um den Artisten.
Mein persönliches Highlight waren aber wohl ganz klar.

Die Cosplaygäste

Eingeladen wurden zum diesjährigen Japantag die bekannten Cosplay-Gäste aus Asien: Misa TW, Liui, Reika und Chami. Sie nahmen einen großen Part bei der Gestaltung des Festes ein, indem sie beispielsweise diverse Auftritte auf der Hauptbühne in Form von Karaoke-Einlagen oder Frage-Antwort-Runden hinlegten. Zu bestimmten Uhrzeiten konnte man die vier umschwärmten Gäste bei den „Amazing Japan“-Ständen vorfinden, sich mit ihnen unterhalten, Selfies mit ihnen machen oder sich Prints und Fotoalben kaufen. Ich für meinen Teil habe mich am meisten über Misa gefreut! Und ich wurde auf keinster Weise enttäuscht, denn sie war beim Treffen mindestens genau so sympathisch wie mans von ihren Beiträgen auf sozialen Netzwerken erwartet: Klein, süß, quirlig – der Inbegriff von kawaii!  Mir wurde sogar das Opening vom Anime „Denpa onna to seishun otoko“ vorgesungen, als sie meinen Handyhintergrund sah. Ein unvergessliches Erlebnis!

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Weiters nahmen auch einige bekannte und beliebte „Youtuber“ an der Veranstaltung teil, wie zum Beispiel Lennyficate, der für seine lustigen Pokémon-Videos bekannt ist. Fantreffen wurden also in fast jeder Ecke abgehalten und Autogramme wurden mit großer Freude verteilt.

Im Gesamten konnte die Veranstaltung kaum besser sein, doch es gab nur einen klitzekleinen Haken..

Das Wetter!

Ja. Das größte der Probleme bei einem Outdoor-Event. Ein Ärgernis bei dem die höheren Mächte am deutlich längeren Hebel sitzen. Das Wetter während dem Japantag ist relativ schnell beschrieben: Sonnenschein – Regen – Sonnenschein – Regen – Sonnenschein – Regen. Tatsächlich folgte der Wetterverlauf genau diesem Ablauf. Einige Besucher waren verständlicherweise sehr verärgert über diese Umstände und verließen das Gelände bereits innerhalb weniger Stunden. Das war wohl der größte Kontrapunkt an der diesjährigen Veranstaltung, aber wie bereits erwähnt, können die Veranstalter hier wenig ausrichten, zumal der Termin beziehungsweise die Jahreszeit auf den ersten Blick hin auf ein eher schöneres Wetter hoffen lässt.

Das Feuerwerk 

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Foto von Emanuel Schwarz   http://www.mediendesign-schwarz.de

Der Japantag wird stets mit einer großen Feuerwerksshow beendet, die eine ganze halbe Stunde lang geht. Zu Tagesbeginn wurde die eventuelle Absage des Feuerwerks aufgrund der wetterlichen Umstände thematisiert, doch der Abend war zu unser aller Freude klar und vom Regen war keine Spur mehr zu sehen. Während des Feuerwerks wurde „Die Kunst der japanischen Mode“ mit ganzen 1.500 verschiedenen Feuerwerkskörpern in Form von Fächern, Herzen und Blumensträußen in spektakulärer Weise dargestellt. Das Finale bildete, wie auch schon in den Jahren zuvor, der populäre  „schillernde Goldregen“, das wohl beliebteste japanische Feuerwerkselement.

Fazit

Das heurige Japanfest war meines Erachtens nach ein voller Erfolg! Auch dieses Jahr beweiste die Festlichkeit, dass Japan bloß mehr als Manga und Sushi ist. Durch die freie Zugänglichkeit zum Veranstaltungsort gab es viele Interessierte, die an dem Geschehen teilnahmen – auch NICHT Manga- oder Japan-Fans! Es waren sowohl alte als auch junge Personen und auch zahlreiche Familien vertreten, welche bis zu jenem Zeitpunkt wenig bis gar nichts mit der „Materie“ zu tun hatten und dennoch konnte man fast ausschließlich begeisterte Gesichter erblicken. Auch die Cosplayer genossen große (positive!) Aufmerksamkeit und wurden für ihre harte Arbeit an ihren Kostümen gelobt.   Die Offenheit ist bei mir und meiner Begleitung auf große Begeisterung gestoßen. Klar, das Wetter hätte deutlich besser sein können, aber das sind die ärgerlichen äußeren Einflüsse, auf die wir keinen Einfluss haben.

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