J-Drama Klassiker

Nach meinem Beitrag über koreanische Drama-Klassiker , dürfen natürlich auch japanische Dramaklassiker nicht fehlen! Serien, die vor 2010 ausgestrahlt worden sind und die eine der ungefähr 170 japanischen Serien sind, die ich gesehen habe, qualifizieren sich für die Auswahl. Kommen wir also gleich zum Ranking:

5. Gokusen (2002)

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Die gefürchtetste Klasse unter den Lehrern einer gewissen Schule ist die 3-D. Dort sammeln sich die unartigsten Kinder und haben es bisher immer geschafft, die Lehrer in die Verzweiflung zu treiben. Bis Yankumi kommt. Ihr Vater ist ein erfolgreicher Yakuzaboss, der ihren Wunsch, Lehrerin zu werden, unterstützt. Damit sie keine Probleme mit anderen Lehrern oder Eltern bekommt, muss sie ihren Familienhintergrund allerdings geheim halten. Doch bei so vielen gewalttätigen Schülern und deren Problemen, ist es nicht immer leicht, die eigenen Kampftechniken zu verbergen…

Gokusen ist eine klassische Schulkomödie. Viele ungezogene Schüler, die durch die Zuneigung und den Einsatz einer besonderen Lehrerin zu neuen Menschen werden. Jede Episode behandelt die Probleme eines ihrer wertvollen Schüler und wie sie zu deren Hilfe eilt. Es gibt viel zu Lachen und auch einige sentimentale Szenen. Was dieses Drama zu einem Klassiker macht, ist unter anderem der Charme der Serie. Wie bei einem Anime gibt es immer wieder die gleichen Muster und man freut sich in jeder Episode auf den Moment, in dem Yankumi ihre Fähigkeiten endlich zeigt. Natürlich kann das auch ein Nachteil sein, besonders wenn man bedenkt, dass Gokusen 3 Staffeln zu je 10, 11 und 12 Episoden hat, ein Special zu jeder Staffel und einen abschließenden Film für die Serie. Dabei jedes Mal das gleiche Schema zu haben, ist manchmal anstrengend. Den Dramafans empfehle ich deshalb, die erste Staffel anzusehen und erst nach angemessenem Zeitabstand die nächste Staffel zu beginnen. Damit fühlt man sich nostalgisch und wartet vorfreudig auf die bekannten Szenen, anstatt genervt davon zu sein.

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Obwohl die erste Staffel schon 2002 gelaufen ist, zieht sich der Erfolg von Gokusen bis 2009, wo die Serie mit einem abschließenden Film beendet wurde. Der große Erfolg, der sich über die Jahre zieht, ist auch ein Zeichen für mich, das zeigt, dass Gokusen ein ganz großes Drama ist. Und ganz unter uns: die männlichen Darsteller sind größtenteils Eye-Candy, die die Serie ganz definitiv aufwerten, falls man mit der Geschichte ansonsten nicht zurecht kommt.

4. Kurosagi (2006)

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Als der kleine Kurosaki eines Tages von der Schule nachhause kommt, findet er seine ganze Familie tot vor. Der Mörder ist sein eigener Vater. Nachdem er von einem Schwindler um sein ganzes Geld gebracht wurde, brachte er seine Familie in seiner Verzweiflung um. Als einziger Überlebender schwört Kurosaki Rache und wird selbst zu einem Schwindler unter dem Namen Kurosagi. Er betrügt andere Schwindler um ihr Geld und gibt es zurück an die Opfer – natürlich nicht, ohne sich selbst einen kleinen Lohn herauszunehmen. Denn seine Betrügerei soll nicht einfach nur Gutes für die Opfer bringen, sondern auch dabei helfen, ihn näher an den zu bringen, der seinen Vater zum Mörder gemacht hat. Und obwohl seine Absichten verständlich sind, sind seine Taten illegal und schon bald ist ihm auch die Polizei auf den Fersen. Die Geschichte eines japanischen Robin Hood.

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Kurosagi ist eine der Serien, die dank Yamashita Tomohisas Schauspiel oft für lustige Szenen sorgt, aber in den Grundzügen eine sehr düstere Geschichte ist. Durch seine gute Mischung von Spannung, Romantik, Spaß und Sentimentalität, war das Drama damals sehr beliebt und wird auch heute noch als Klassiker geachtet. Es schwächelt leider an einigen Punkten sehr, weshalb neuere Fans Kurosagi gerne kritisieren. Dennoch wird Kurosagi in vielen Listen als eines der beliebtesten Dramas angeführt und auch meiner Meinung nach sollte man Kurosagi eine Chance geben. Die Geschichte an sich ist sehr interessant und spannend und Yamashita Tomohisa muss man in dieser Rolle gesehen haben, auch wenn sein Schauspiel oft zu wünschen übrig lässt. In Anbetracht der Hintergrundgeschichte von Kurosaki, würde ich Yamashitas mangelnden Gesichtsregungen aber fast schon entschuldigen.

Auch heute noch sehen viele sich Kurosagi an, und trotz viel Kritik gibt es meiner Meinung nach genug Fans von dem Drama, um hier einen soliden vierten Platz bei den Klassikern zu belegen.

3. Nobuta wo Produce (2005)

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Shuuji bemüht sich sehr um Popularität in der Schule. Es macht sein Leben einfacher und bequemer. Ganz im Gegensatz dazu steht Akira, der seiner Kreativität lieber freien Lauf lässt und er selbst ist, egal wie unbeliebt ihn das macht. Das unglaubliche passiert, als Nobuko in die Klasse der beiden kommt. Sie sieht eher unheimlich aus, wird von allen gemobbt und hat keine Freunde. Shuuji und Akira fühlen sich zu ihr hingezogen, weshalb sie sich zusammentun, um Nobuko zu mehr Popularität zu verhelfen. Sie beschließen Nobuta – wie sie das Mädchen nennen – zu „produzieren“. Und so beginnt eine schöne Geschichte über Freundschaft und Wertvorstellungen.

Die Grundgeschichte klingt nicht sehr außergewöhnlich, aber durch seine liebevolle Umsetzung und die Botschaft, die es vermittelt, wurde das Drama über die Jahre zu einem Klassiker. Anstatt sich auf Liebe und Romantik zu konzentrieren, geht es hier um Freundschaft und Vertrauen, Zusammenhalt und Unterstützung. Wenn man sich näher mit japanischen Serien beschäftigt, stellt man schnell fest, dass das Thema Freundschaft oft behandelt wird. Nobuta wo Produce ist sicher ein Grundstein für die Popularität dieses Genres und in dem Feld auch eine der am Besten umgesetzten Serien. Neben einfacher Freundschaft wird auch das Thema Mobbing in der Schule näher behandelt, was in japanischen Serien vor ein paar Jahren eher selten war. Es wird auf ein Problem in der japanischen Gesellschaft hingewiesen, allerdings nicht durch brutale Bilder oder eine herzzerreißende Serie, sondern mit einer einfachen Geschichte, wie sie im realen Leben auch stattfinden könnte und mit einer einfachen Lösung des Problems. Mitunter auch ein Grund, warum dieses Drama zum Thema Freundschaft ein kleines bisschen berührender ist, als viele andere.

Und wem diese Gründe nicht zum Drama-Klassiker reichen, der wird vielleicht durch das Casting überzeugt. Yamashita Tomohisa, Kamenashi Kazuya und Horikita Maki in den Hauptrollen, gestärkt durch die Nebenrollen von Toda Erika, einem noch sehr jungen Nakajima Yuto und vielen mehr!

Auch wenn das Drama inzwischen etwas veraltet wirkt und leider auch einige Schwachstellen hat, würde ich es jedem ans Herz legen und sagen: Es ist ein Must-See für Serienfans!

2. 1 Litre of Tears (2005)

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Aya ist ein normales Mädchen, besucht die letzte Klasse der Unterstufe und bereitet sich auf ihre Abschlussprüfungen vor. Als sie das erste Mal hinfällt, ihr Dinge aus der Hand fallen und sie manches nicht mehr greifen kann, macht sie sich noch keine großen Gedanken darüber. Doch ihr Körper zeigt immer mehr Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Und dann folgt die Diagnose: Spinozerebelläre Ataxien. Eine unheilbare Krankheit, die nach und nach ihre Nerven zerstören wird, bis sie letztendlich ans Bett gefesselt stirbt. Wie Aya, ihre Familie und ihre Umwelt mit dieser Diagnose umgehen und wie sie ihre letzten Jahre lebt, werden in dieser Serie gezeigt. Und ich darf verraten: Für die meisten hält der Titel was er verspricht. Falls er nicht sogar eine Untertreibung ist.

Wer traurige Serien nicht gerne sieht, der sollte sich definitiv von 1 Litre of Tears fernhalten. Diese Serie basiert auf der wahren Geschichte von Aya, die ein Tagebuch über ihren Kampf gegen die Krankheit geschrieben hat und das dann zu dieser Serie gemacht wurde. Das ist sicher auch mitunter ein Grund, aus dem die Serie so ein großer Erfolg wurde. Ein echtes Einzelschicksal wurde verfilmt, zeigt, wie schnell sich das Leben ändern kann und wie die Charaktere damit umgehen. Man ist beeindruckt von der Charakterstärke Ayas, der Entschlossenheit ihrer Familie und fühlt sich betroffen, wenn man sieht, wie kalt wiederum andere auf ihr Schicksal reagieren. Nach der Serie ist man ein Stück motivierter, sein Leben in vollen Zügen zu genießen und wertzuschätzen, was man hat.

Die Serie bleibt nicht nur durch viel Tränenvergießen in Erinnerung. Auch lange nach dem Beenden der Serie erwischt man sich selbst dabei, wie man den Soundtrack summt. Und wenn das nicht reicht um 1 Litre of Tears für die Klassiker zu qualifizieren, dann müssen es die Szenen sein, in denen auf das Ambiente, den Hintergrund und das Gefühl wert gelegt wird. Manche Szenen berühren alleine durch die Blicke, die sich die Schauspieler zuwerfen. Andere wurden an schönen Orten gefilmt, sodass man sich gerührt fühlt, sobald man nur einen Screenshot dieser Szenen sieht.

Ganz allgemein kennt jeder J-Drama Fan dieses Drama zumindest vom Hörensagen. Und auch wenn nicht jedermann gerne traurige Serien sieht, ist 1 Litre of Tears trotzdem eine der Serien, der man definitiv eine Chance gegeben haben sollte.

1. Hana Yori Dango (2005)

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Makino ist ein Mädchen aus armer Familie, aber dank viel Mühe ihrer Familie hat sie es auf eine Schule für Reiche geschafft. Dort kostet natürlich alles noch mehr Geld und obwohl Makino ihrer Familie sehr dankbar ist, fühlt sie sich dort nicht sehr wohl. Deshalb will sie nur eines: ruhig und unauffällig den Abschluss machen. Doch eines Tages macht sie den fatalen Fehler sich den F4 der Schule, den Flower 4, in den Weg zu stellen, während sie einen Mitschüler mobben. Somit wird sie zum Ziel. Und sie beschließt kein einfaches Ziel zu sein, sondern setzt sich zur Wehr. Doumyouji, der Führer der F4, hat so etwas noch nie erlebt und schwört sich, ihr das Leben zur Hölle zu machen. Makino hätte eigentlich schon lange aufgegeben, wären da nicht die geheimnisvollen Aufmunterungen von Hanazawa Rui und der plötzliche Wandel Doumyoujis von einem Terroristen in eine Klette.

Wenn es um japanische Serien geht, ist Hana Yori Dango definitiv eine der größten Erfolge aller Zeiten. Nicht nur in Japan wurden zwei Staffeln und ein Film gedreht, sondern auch in Korea, Taiwan und dem chinesischen Festland wurden eigene Versionen davon gedreht. Was die japanische Version so einmalig macht ist die gute Zusammensetzung der Darsteller, die liebevollen Charaktere und natürlich die mitreißende Geschichte. Als Romantik-Komödie konzentriert sich die Geschichte voll und ganz auf die Dreiecksbeziehung und die Dramatik zwischen den sozialen Stufen der Hauptcharaktere. Neben einigen ernsten Szenen, die sich gegen Ende hin vermehren, überwiegt doch der Spaß und die Romantik stetig. Während der Sendung hat man immer etwas zu Lachen und zu sehen. Für mich persönlich gibt es auch keinen schwerwiegenden Kritikpunkt an der Serie, weshalb Hana Yori Dango auch der unumstrittene erste Platz der J-Drama-Klassiker ist. Ein Meisterwerk, wie man es in Japan nur selten zu Gesicht bekommt, da rein romantische Serien nur selten produziert werden. Und gleichzeitig überall beliebt und sehr bekannt. Es gibt kein Drama, das besser qualifiziert wäre für den ersten Platz.

Allgemein kann man sehen, das man in Japan schon seit mehreren Jahren Wert auf eine Vielfalt von Themen in J-Dramas legt. Nicht nur Romantik-Komödien findet man in diesen TOP 5, sondern jede Art von Genre. Es ist also auch bei den Klassikern für jeden was dabei, also wartet nicht länger und seht sie euch an!

Und falls Euer Lieblingsklassiker in der Auflistung fehlt, dann schreibt mir einfach. Vielleicht fehlt mir auch noch eine der Must-See Serien, die vor 2010 gedreht wurden.

Eure

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