Hanamatsuri 2015 – ConDiary

Vierzehn Tage vor der Hanamatsuri kommt der Zeitpunkt für ein neues Cosplay.
Geplant hab ich das eigentlich schon für das letzte Jahr, allerdings konnte ich keine Karte mehr ergattern. Ich hätte somit schon vor Ewigkeiten anfangen können, aber wie das so ist, meistens macht man immer alles auf den letzten Drücker, so auch jetzt.
Gott sei Dank habe ich schon alles bei mir, also kann das Projekt: ‚Lizzie Bennet‘ aus ‚Pride & Prejudice‘ oder ‚Stolz und Vorurteil’ mit Keira Knightley und Matthew MacFadyen starten.
Da meine Cosplay-Partnerin für dieses Projekt Yvy als Mr. Darcy ist, habe ich somit eine mentale Unterstützung, was unglaublich wichtig ist, wenn man unter Zeitdruck steht.
Auch die Schnitte habe ich mir bereits im Vorfeld bestellt, ich muss also nur noch anfangen. Was kann also schon schief gehen?

Bestandteile

  • Stoffe (Leinen)
  • weißes Unterkleid
  • Halstuch
  • Nähzubehör
  • Schnitte
  • Nähmaschine
  • Färbemittel
  • Perücke

14_Einkauf

Tag 14 vor der Con

Als erstes habe ich die Stoffe gewaschen. Wenn man das nicht macht, laufen sie im vernähten Zustand etwas ein (speziell Leinen) und die Kleidung ist zu klein. Das will ich natürlich nicht.

Tag 13 vor der Con

Den Stoff fürs Kleid muss ich im Vorfeld auch noch färben, um es dem Beispiel aus dem Film so ähnlich wie möglich zu machen, was kein all zu leichtes Unterfangen ist. Ich habe die Stofffarbe ‚Türkis‘ und ‚Lemongreen‘ vermischt und ein Stück, das ich nicht brauche zum Testfärben genommen. Das ist äußerst wichtig, da ich nur einen leichten mintgrünen Hauch erreichen will.

13_Faerben

~*~

Das Testfärben ist schiefgegangen, wie sollte es auch anders sein. Die Farbe ist am Ende ein grelles Neongrün geworden. Aber damit habe ich gerechnet. Diesmal nehme ich viel weniger und gehe nach der Farbe des Wasser. Das Resultat ist äußerst befriedigend geworden, auch wenn ich länger färben musste. Bitte beachtet da die Gebrauchsanweisung der jeweiligen Hersteller. (abgesehen vom Mischverhältnis, das muss man einfach ausprobieren.)

Tag 10 vor der Con

Langsam aber sicher kriecht ein ungutes Gefühl in mir hoch, dass ich zu wenig Zeit haben werde. Neben meinem Vollzeitjob im Büro, muss ich also mein Cosplay fertig stellen und das geht nur abends und am Wochenende, von dem nur noch eines übrig bleibt. Man verflucht sich dann für gewöhnlich selbst, weil man nicht früher angefangen hat.
Ich habe meine Nähmaschine ausgepackt und die dazugehörige Gebrauchsanweisung gesucht. Ich war mir nicht mehr sicher, wie man den Oberfaden einfädelt. Durch eine Entrümpelungsaktion vor einigen Monaten hab ich sie irgendwo anders hingelegt und kann sie jetzt nicht mehr finden. Also hab ich im Internet gesucht und war auch recht schnell fündig. Jetzt bin ich wieder verärgert, weil ich so viel Zeit mit der Suche verschwendet habe.
Nähen kann ich aber noch nicht. Erstmal muss ich mir die ganzen Schnitte zu Gemüte führen, was eine Weile dauern wird, während ich sie nebenbei in meiner Größe ausschneide.

Tag 8 vor der Con

Das Ausschneiden hat ganze zwei Abende gedauert. Aus Frust lass ich nebenbei ‚Hot Shots – Part deux‘ laufen, um mich bei Laune zu halten.
Endlich kann ich mit Nähen anfangen. Zuerst ist das Kleid an der Reihe. Als Cosplayer muss man immer einen Plan B parat haben. Im Zweifel würde ich den Mantel weglassen, wenn ich es zeitlich nicht mehr schaffen sollte, ich mich vernähe oder ich Überstunden im Büro schieben muss. Das ist ein guter Plan, denn im Ballsaal des Skydome ist es nicht gerade kühl und den Mantel würde ich zwangsweise sowieso irgendwann ausziehen müssen, um vor Hitze nicht zu vergehen.
Das Oberteil des Kleides ist relativ einfach. Die Betonung liegt auf relativ. Dadurch, dass Lizzie Bennet ein Regencykleid trägt, will ich es auch historisch korrekt machen. Damals gab es keine Reißverschlüsse, sondern nur Schnüre und Stecknadeln zum befestigen der Teile. Eine äußerst interessante Vorgehensweise. Im Prinzip ist das Kleid so aufgebaut, dass man vorne den Stoff weg- und die Brustteile zur Seite klappt, wie bei einer Serviette. Meine Vermutung ist, dass man schnell Auspacken will bzw. schnell ausgepackt werden will. Wie dem auch sei, ich hab zu spät daran gedacht einen Reißverschluss einzunähen (den ich übrigens habe) und muss mit der Schnürung vorlieb nehmen. Der Schnitt von ‚Fig Lear Patterns‘ hat äußerst präzise Größenangaben und somit passt das zusammengeheftete Oberteil des Kleides perfekt.

8_Naehen_2 8_Naehen_3 8_Naehen_1

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Ich habe es fröhlich zusammengenäht und versäubert.

Tag 7 vor der Con

Heute kommt der  Rockteil dran. Das ist so ziemlich der einfachste Teil abgesehen vom Saum. Den kann ich nicht ausstehen. Aber gut, da muss ich nunmal durch.
Raffungen und lange Nähte sind meine Spezialität.

7_Rockteil

Tag 6 vor der Con

Aus Zeitdruck hab ich etwas geschlampt und muss zwei zusammengenähte Rockteile wieder auftrennen. Eine frustrierende Angelegenheit, aber der Rock soll ja auch richtig fallen.

Tag 5 vor der Con

Ich bin soweit fertig. Morgen muss ich noch einmal einkaufen, um die passenden Schnüre zu besorgen und den Stoff für das Halstuch, das ich natürlich vergessen habe. Manchmal bin ich nicht wirklich multitasking-fähig.

Tag 4 vor der Con

Langsam wird’s knapp, aber der Mantel ist weniger Arbeit, als ich gedacht habe. Allerdings ist die Größentabelle von ‚McCall’s‘ absolut irreführend. Alle Teile waren bei Weitem zu groß und ich hab einige Zeit damit verschwendet, sie neu zuzuschneiden.

4_Mantel

Tag 3 vor der Con

Heute musse ich nur den halben Tag arbeiten, also mehr Zeit fürs Cosplay.
Dadurch, dass es ein Leinenmantel ist, lasse ich das Futter weg. Ich hatte schon genug Leinenjacken, die nicht gefüttert waren. Die Brust- und Kragenteile nehme ich doppelt, da ich sowieso genug Stoff habe.
Hier ist das Oberteil viel einfacher und ich bin an einem Nachmittag damit fertig.

Tag 2 vor der Con

Die letzten zwei Tage vor der Con muss ich nicht arbeiten. Ein glücklicher Zufall, dass ich sowieso zu viele Überstunden habe und nicht viel im Büro zu tun ist.
Jetzt kommt der Rockteil des Mantels. Hier verwende ich die Schnittteile vom Kleid und ändere sie ein bisschen ab. Auch hier muss ich anpassen und auftrennen, aber ich versuche Ruhe zu bewahren, lasse nebenbei Slapstickkomödien laufen, um die Stimmung zu heben.
Der Mantel ist fertig, fehlen nur noch die Knöpfe.

Tag 1 vor der Con

Ich hab noch einen ganzen Tag, den ich mit Einfädeln, Versäubern, Knöpfe überziehen und Säume schließen verbringe. Ich mache des öfteren Pause, um nicht völlig wahnsinnig zu werden. Es hilft.

1_Endspurt_3 1_Endspurt_2 1_Endspurt_1

Am Tag der Con

Meine ganze Wohnung sieht aus, als hätte das Nähmonster zugeschlagen, also mach ich mich ans Aufräumen und Putzen. Ich bin recht schnell unterwegs und die letzten Fäden und Stoffschnipsel werden vom Staubsauger gefressen. Nur noch Perücke stylen. Danke an dieser Stelle an Matthias, der mir seine Cesare-Wig gegeben hat, da ich zu spät daran gedacht habe mit eine zu bestellen. Sprühkleber hab ich mir vorher besorgt und auch das Perücken-stylen geht einigermaßen reibungslos von statten. Jetzt warte ich nur noch auf Yvy und wir können loslegen.

~*~

Mit einer Pizza und zwei Gin Tonics im Magen sind wir im Skydome angekommen und lassen erst mal alle Anspannungen der letzten Tage und Wochen von uns abfallen. Prost!

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