Fuller House oder wie ein Comeback richtig gut funktionieren kann

Netflix trumpft auf, es überschüttet uns in letzter Zeit mit guten neuen Serien und hat sogar noch ein Herz für etwas anderes übrig, nämlich für alte Serien. Nichts hat in letzter Zeit für mehr Gesprächsstoff gesorgt, als das bevorstehende Comeback von Gilmore Girls. Etwas weniger beachtet wurde das Revivel der Sitcom Full House, die von 1987 bis 1995 (ABC/RTL) ausgestrahlt wurde und überaus erfolgreich war.

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Immer mehr Details wurden in den letzten Monaten bekannt, aber ich muss zugeben, dass ich zu Beginn nicht sehr angetan war von der Idee. Deshalb ist das Release Datum (26.2.2016) von Fuller House direkt an mir vorbeigegangen. Doch den sozialen Medien sei Dank, bin ich doch noch mit der Serie in Kontakt gekommen und ich muss sagen, das was ich gesehen habe, macht definitiv Lust auf mehr!

Weg von der soften Family Sitcom, hin zu Parodie und Neuzeit

Zuerst mal kurz die Fakten, die Serie konzentriert sich auf die beiden Schwestern DJ (Candace Cameron) und Stephanie (Jodie Sweetin) sowie die leicht verrückte Kimmy Gibbler (Andrea Barber). Im Gegensatz zur Originalserie ist nun DJ die Witwe, die drei Kinder großziehen muss, während sie Stephanie und Kimmy, die selbst eine Tochter hat, unterstützen. Onkel Jesse (John Stamos), Onkel Joey (Dave Coulier) und Vater Danny (Bob Saget) sind lediglich Gaststars und tauchen so alle zwei bis drei Folgen auf. Michele aka die Olsen Twins tauchen gar nicht auf, was stets parodiert wird.

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© Netflix 2016 – Fuller House – Welcome back Famiie Tanner!

Soweit so gut. Wie kann aber etwas, das Jahre her ist und humortechnisch auch schon etwas überholt ist, in der heutigen Zeit funktionieren? Ganz einfach: man nimmt sich einfach selbst nicht so ernst! Fuller House spielt mit Übertreibungen und arbeitet mit Humor auf der Metaebene (Deadpool lässt grüßen).

„I got my first designer dress by Mary-Kate and Ashley Olsen“ – „At these prices, no wonder that they don`t need to act anymore.“

Oder

„Isn`t it kind of lame when they drag out the old cast for some lame reunion show?“ – „Not when the show is adored by millions and the stars are beloved cultural icons!“

Dadurch, dass sich die Serie nicht so ernst nimmt, macht es einfach verdammt Spaß, dem Treiben der Familie Tanner 2.0 zuzusehen und sich hin und wieder an vergangene Folgen zu erinnern.

Ein Stück Kindheit

Trotz der Neuerungen ist Fuller House aber im Kern gleich geblieben, es ist und bleibt eine Familienserie, bei der wirklich jedes Alter etwas davon hat. Gerade in einer Zeit, in der Sitcoms oft mit Sexwitzen überschüttetet werden, ist das eine angenehme Erfrischung.

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© Netflix 2016 – Fuller House – Meet the Flintstones

Außerdem hat man das Gefühl, ein Stück Kindheit zurückzubekommen. Ganz stark ist das gleich in der ersten Folge zu spüren, als nahezu alle beliebten Charaktere auftauchen und mit einem tosenden Applaus und Gelächter willkommen geheißen werden. Ich weiß nicht, ob die Serie vor live Publikum aufgenommen wurde, aber aufgrund der guten Stimmung im Hintergrund, denke ich schon, dass es so ist. In vielen Serien stört das Gelächter, aber hier hat es einfach dazu gepasst, man hat sich mitgerissen und wohl gefühlt.

Eine zweite Chance

Was ich auch besonders schön finde ist, dass die Stars von damals hier eine zweite Chance bekommen, denn wenn man sich die Karriere der SchauspielerInnen anschaut, dann haben außer John Stamos und den Olsen Twins, keine/r wirklich einen Aufstieg gemacht. Gerade Jodie Sweetin hatte nach Ende der Serie, wohl aufgrund der fehlenden Jobs, mit schweren Problemen zu kämpfen. Was mich aber tatsächlich sehr verwundert, denn gerade sie spielt wirklich hervorragend, auch Andrea Barber ist eine Wucht und die neuen Kinder sind auch überwiegend sehr talentiert.

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© Netflix 2016 – Fuller House – John Stamos und Jodie Sweetin sitzen wieder gemeinsam in der Küche

Fazit

Alles in allem bin ich extrem positiv überrascht. Ich hätte mir nie gedacht, dass die Serie so gut umgesetzt wird. Trotz einiger negativer Kritiken, sind die Reaktionen in den sozialen Medien auch vielerorts positiv, was Netflix dazu veranlasst hat, nach kürzester Zeit eine 2.Staffel zu bestellen. Ich hoffe daher auf noch mehr Gastauftritte, noch mehr parodistische Einlagen und eine gehörige Portion Umarmungen! (mit Harfenklängen!!! )

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© Netflix 2016 – Fuller House – D.J., Kimmy und Stephanie

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