Die Peanuts – Der Film

Oder: Wie man Remakes wirklich machen sollte

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Heute ist Weihnachten und damit auch die schönste Zeit im Jahr. Es hagelt Geschenke, irgendjemand in der Familie lädt zu sich nach Hause und tischt das beste Essen der Welt auf, und ein Feiertag folgt auf den anderen. Es ist also auch schwer eine Aktivität zu finden, die diesen Tag noch irgendwie aufwerten könnte. Or is it? Schließlich gibt’s ja noch Kinos! Oder will hier jemand behaupten, dass Weihnachten nicht die beste Zeit für Familienfilme ist? Für den Fall, dass ihr noch mit euch hadert und noch keinen Film gefunden habt, der vom kleinen Neffen bis zur Omi alle unterhält, hat 20th Century Fox genau das Richtige parat: Die Peanuts – Der Film. Glaubt mir wenn ich sage, dass die Geburt von Baby Jesus nicht das Einzige bleibt, das gefeiert werden sollte.

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Der kleine aber feine Plot

Charlie Brown wird als der gewohnt schusselige Hauptcharakter vorgestellt, der selbst nach etwaigen Versuchen keinen Drachen steigen lassen kann. Er ist schüchtern, besitzt kaum Selbstvertrauen, ist vom Pech verfolgt und gehört zum unteren Durchschnitt seiner Klasse. Nichts an Charlie Brown ist besonders und genau das ist sein Problem. Doch nun schenkt ihm das Leben eine Chance, um über seinen kleinen Schatten hinauszuwachsen. Das rothaarige Mädchen, das auch in den Comicstrips immer wieder mal einen Auftritt hatte, zieht ins gegenüberliegende Haus der Nachbarschaft ein und landet folglich in Charlies Klasse. Sie ist das genaue Gegenteil des Protagonisten und folglich verliebt er sich ins sie. Dabei bekommt er auch Hilfe von bekannten Figuren wie Luci, Linus, Schröder und selbstverständlich Snoopy.

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Stil und Produktion

Die Peanuts feiern mit „Die Peanuts – Der Film“ bestimmt nicht ihr Filmdebüt, aber erscheinen erstmals in 3D. Das lies schon viele Stimmen laut werden, die stark dagegen protestierten und wenn ich so darüber nachdenke, wie Mickey Mouse umgesetzt wurde, empfinde ich das als durchaus nachvollziehbar. Selbst zu Beginn der Pressevorführung – wo schon beinahe jeder die Trailer gesehen hatte – hörte man Phrasen wie „Bereit dir die Kindheit zerstören zu lassen?“ oder „Ich hab‘ schon solche Angst“. Da wurde die Rechnung aber ohne den „Charles M. Schulz Creative Associates“ gemacht. Dabei handelt es sich nämlich um ein noch sehr aktives Team, das ein genaues Auge auf alle Peanut- und Snoopy-Lizenzen wirft und mit Ländern auf der ganzen Welt in Kontakt steht.

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Ihnen können wir auch verdanken, dass selbst die kritischsten Besucher das Kino als kleine Jungen verließen. „Die Peanuts“ ist eine Aneinanderreihung von Sketches um die die Rahmenhandlung mit dem rothaarigen Mädchen gestrickt wurde. Selbst Snoopy bekommt die Möglichkeit erneut gegen den Roten Baron anzutreten und es wirkt nicht eine Sekunde lang erzwungen. Genauso blieb der Film dem Zeichtrick und den einzelnen Charakteren treu. So ist Sally weiterhin unsterblich in Linus verliebt, Lucy versucht sich – als jemand der selbst einmal eine Stunde auf einer therapeutischen Couch verbringen sollte – immer wieder als Psychologin und Woodstock hinterlässt beim Fliegen eine strichlierte Linie.

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Fazit

Das Jahr 2015 hielt genug Remakes wie Mad Max: Fury Road, Terminator: Genisys oder Jurassic World bereit und alle zogen mit gemischten Gefühlen an uns vorbei. Diese Angst habe ich bei „Die Peanuts“ ganz und gar nicht. Der Film bleibt der Vorlage erschreckend treu und versucht nicht ein einziges Mal zwanghaft etwas Neues auszuprobieren. Alle die diese vielseitigen Gefährten noch aus  früheren Tagen kennen, werden mehr als zufrieden sein und die älteren unter euch können sogar erleben, wie die eigenen Sprösslinge die Welt von Charlie Brown und Snoopy so kennen lernen, wie ihr es damals durftet. „Die Peanuts“ zeigt, wie Remakes wirklich gemacht werden sollten!

Fotocopyright © 2015 Twentieth Century Fox Film Corporation. All rights reserved.

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