Die Bestimmung – Insurgent – Movie Review

Eine Mauer, darin eine Stadt. Die Bevölkerung geteilt in 5 Fraktionen. Ein Aufstand. Mitten in all dem der Auslöser Tris, eine Divergent, die nicht in eine Fraktion passt, sondern mehrere Eigenschaften in sich trägt.
Eine Gefahr für das System. Oder nicht?

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Insurgent ist der zweite Teil der Divergent Filme, deren Ursprung im Roman von Veronica Roth liegt. Robert Schwentke(Regie) schaffte mit Divergent vor einem Jahr ein actiongeladenes Filmabenteuer, das infrage stellt, ob Kontrolle wirklich Sicherheit und Frieden bedeutet und ob Anderssein, der Ausbruch aus dem System, eine Gefahr für die Menschheit bedeutet oder doch deren Rettung.

Die Welt von Divergent und Plot vom 1. Teil

Beatrice Prior lebt in einem dystopischen Chicago, die einzige Stadt, die nach einer Katastrophe vor über 200 Jahren über blieb. Geschütz von einer riesigen Mauer leben die Menschen in Fraktionen geteilt, die das friedliche und effektive Zusammenleben sichern. Je nach Persönlichkeit wird jeder Mensch im Alter von 16 Jahren in eine dieser Fraktionen eingeteilt:

  • Altruan, die Selbstlosen(Regierung & Soziales)
  • Amite, die Freundlichen und Friedfertigen(Landwirtschaft & Verwaltung)
  • Ferox, die Furchtlosen(Polizei & Militär)
  • Ken, die Gelehrten(Wissenschaft & EDV)
  • Candor, die Freimütigen(Justiz)

Der Eignungstest jedoch schlägt bei Beatrice fehl. Sie ist eine Unbestimmte, eine Divergent. Tori, eine Frau der Ferox, die den Test überwacht, trägt Beatrice als Altruan ein und rät ihr bei ihren Eltern zu bleiben und sich zu verstecken. Unbestimmte seien eine Bedrohung für das System und werden als solche gejagt. Am Tag der Entscheidung wählt Beatrice jedoch die Ferox, zu denen sie sich schon immer hingezogen fühlte. Dort nennt sie sich fortan Tris und absolviert mit den anderen Neuankömmlingen ein hartes Training. Bei diesem hilft ihr Four, der die Fraktionswechsler auf die Abschlussprüfung vorbereitet. Als eines Nachts plötzlich die gesamte Fraktion durch einen Transmitter der Ken zu willenlosen Soldaten wird, schafft sie es, durch die Tatsache, dass sie Divergent ist, nicht beeinflusst zu werden und befreit Four aus der Kontrolle durch die Ken. Der Befehl an die Ferox lautet die Auslöschung der Altruan. Tris Sorge um ihre Eltern führt sie zu ihrer Mutter, doch sie wird enttarnt und beim Versuch zu ihrem Vater zu gelangen, stirbt ihre Mutter, die sich opfert, um Tris zu beschützen. In einem Versuch sich zu verteidigen erschießt Tris ihren Freund Will. Sie gelangt aber zu ihrem Vater und gemeinsam mit ihrem Bruder Caleb und Fours Vater Marcus schaffen sie es in die Kommandozentrale der Ken, jedoch wird auch Tris Vater beim Eindringen in das Gebäude erschossen. Auf sich alleine gestellt kommt Tris bis ins Innerste des Kontrollraums, wo sie von Four angegriffen wird, der sich nun auch unter Ken-Kontrolle befindet. Sie schafft es schlussendlich ihn aus der Simulation zu reißen und gemeinsam können sie  die Anführerin Jeannine Matthews zwingen die Übertragung der Transmitter zu stoppen. Die Freude über den Sieg ist jedoch nicht von Dauer, denn sie werden von Ken Soldaten verfolgt und müssen schließlich  aus der Stadt fliehen. In der letzten Einstellung sieht man Tris, Four, Caleb, Marcus und Peter mit dem Zug in eine ungewisse Zukunft fahren.

Der erste Film endete sehr offen und macht Lust auf eine Fortsetzung. Ich persönlich habe mich extrem gefreut, als ich die ersten Filmplakate von Insurgent gesehen habe. Divergent war so spannend und das Thema eines Systemes, das seine Bevölkerung schützen soll, aber keine Freiheit und vor allem keinen Individualismus erlaubt, hat mich mitgerissen und zum Nachdenken angeregt. In unserer Welt ist es immer eine Frage von Freiheit und den Opfern, die man für sie bringen muss. Wie weit dürfen Regeln gehen?

Handlung

Der zweite Teil beginnt in einer freundlicheren Umgebung: den sonnigen Feldern der Amite. Bei ihnen haben Tris und ihre Freunde Unterschlupf gefunden. Doch die Idylle hält nicht lange und schnell findet sich die Gruppe wieder mitten im Krieg der Fraktionen. Im Mittelpunkt ist diesmal eine geheimnisvolle Box, die von Ken Anführerin Jenanine aus Tris Elternhaus geborgen wurde. Was versuchten Tris Eltern zu schützen und wieso schreckten sie nicht einmal davor zurück, ihr Leben zu verlieren? Während Tris sich nichts sehnlicher wünscht als wieder in ihr normales Leben zurückzukehren bricht unter ihr das gesamte System zusammen.

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Der Aufstand beginnt: Tris (Shailene Woodley), Four (Theo James) und Caleb (Ansel Elgort) © 2015 Concorde Filmverleih GmbH / Andrew Cooper

 

Und nicht nur der Kampf gegen Jeanine muss gewonnen werden, Tris muss sich auch ihren eigenen Dämonen stellen. Die Schuld an Wills tot belastet sie stark und auch, dass ihre Eltern gestorben sind, kann sie scheinbar nicht verkraften. Ich fand die Einblicke in Tris Gefühlswelt sehr gut gemacht, der Zuschauer bekommt die dunklen Gedanken und Gefühle der Hauptperson zu sehen und beginnt ihre Emotionen und Handlungen zu verstehen. So sind es fast zwei Geschichten, die gleichzeitig ablaufen: der äußere Krieg gegen die Ken und der innere Krieg von Tris gegen ihre Schuld. Die Story fesselt von Anfang an und viel Zeit zum Verschnaufen bleibt bei der rasanten Handlungsabfolge auch nicht. Was mir zudem sehr gut gefallen hat, ist die Darstellung der Umgebung. Das dystopische Chicago mit seinen zerstörten Gebäuden wird mehrmals in beeindruckenden Luftaufnahmen gezeigt und auch bei den ruhigeren Sets (wie den Amite Farmen) wurden keine Mühen gescheut, um den Zuschauern eine möglichst reale Kulisse zu bieten. In 6 Wochen errichteten mehr als 200 Handwerker ein spektakuläres Set, das die erste Viertelstunde Heimat der Gruppe sein sollte.

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Evelyn (Naomi Watts, Mitte) ist die Anführerin der Fraktionslosen © 2015 Concorde Filmverleih GmbH / Andrew Cooper

 

Auch bei den weiteren Umgebungen verschlägt es einem immer wieder den Atem. Die Stadt ist komplett zerstört, Schrott und Trümmer bieten ein trostloses Stadtbild und doch kommt man nicht umhin, die Schönheit in all dem zu sehen. In einer Einstellung sieht man Tris und Four durch das ausgetrocknete Flussbett des Lake Michigan gehen. Für diese Szene arbeitete die Film Crew mit der Küstenwache zusammen und hielt für die Dauer des Drehs den kompletten Schiffsverkehr an. Inmitten von all dem spielt auch die Ausstattung der Schauspieler eine große Rolle und das Kostümdesign schafft es, die Fraktionen perfekt darzustellen. Von den farbenfrohen leuchtenden Kleidern der Amite bis hin zum glatten, taillierten Design für Jeanine Matthews, das den Charakter der eiskalten Wissenschaftlerin wunderbar unterstreicht.

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Lynn (Rosa Salazar, vorne links), Hector (Emjay Anthony, vorne Mitte) und Marlene (Suki Waterhouse, vorne rechts) ziehen mit den restlichen Fraktionslosen in den Kampf © 2015 Concorde Filmverleih GmbH / Andrew Cooper

 

Ein weiterer Pluspunkt für den Film ist die Musik. Der Endingsong „Beating Heart“ von Ellie Goulding aus dem ersten Film Divergent lief bei mir wochenlang in Dauerschleife. Auch beim zweiten Teil Insurgent passen alle Musikstücke zur Stimmung des Filmes, und wenn man nicht aufpasst, verpasst man schnell einen Song, weil man von der Handlung so mitgerissen wird und die Musik, die das Geschehene unterstreicht, sich dabei aber nicht in den Vordergrund drängt. Vielmehr fungiert sie als Verstärker der Emotionen. Mein Lieblingstrack ist „Never Let You Down“ von Woodkid feat. Lykke Lee, ein eher ruhiger, psychedelischer Song, der meiner Meinung nach gut Tris Gefühlswelt wiederspiegelt. „Never Let You Down“ ist einer von insgesamt sechs Songs, die extra für Insurgent aufgenommen wurden. Alle Stücke befinden sich auf der CD zum Film: DIE BESTIMMUNG – INSURGENT Original Motion Picture Soundtrack. Diese wird am 17.März veröffentlicht.

Fazit:

Wer den ersten Teil gesehen hat, sollte Insurgent unbedingt ansehen! Es werden viele offene Fragen beantwortet und viele Neue aufgeworfen. Die Welt von Divergent wird in Insurgent auf den Kopf gestellt, die Beziehungen der Protagonisten werden auf die Probe gestellt und sie müssen sich entscheiden welchen Weg sie in diesem strickten System einschlagen wollen, das der Bevölkerung keine Wahl lässt. Man ist von der ersten Sekunde an mitgerissen von der Action, den emotionalen Szenen und der schauspielerischen Leistung der Darsteller. Insurgent ist die wundervoll umgesetzte Fortsetzung eines gesellschaftskritischen, explosiven Filmes, der jede Sekunde wert ist.

Filmdetails:
Titel:                           Die Bestimmung – Insurgent
Originaltitel:              Insurgent
Release Datum:      19. März 2015
Genre:                       Science Fiction
Länge:                       119 Minuten
Regie:                        Robert Schwentke
Drehbuch:                Brian Duffield, Akiva Goldsman, Mark Bomback
Romanvorlage:        Veronica Roth
Besetzung:               Shailene Woodley(Tris), Theo James(Four), Octavia
Spencer(Johanna), Jai Courtney(Eric), Ray Stevenson(Marcus Eaton), Zoë Kravitz(Christina), Miles Teller(Peter), Ansel Elgort(Caleb Prior), Maggie Q(Tori), Daniel Dae Kim(Jack Kang), Naomi Watts(Evelyn), Kate Winslet(Jeanine Matthews), Ashley Judd(Natalie Prior)

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