Anime Manga

Das Koitomo!? – Review

By 20/05/2015 No Comments

Unser Chefredakteur hat uns vor einiger Zeit vorgewarnt, dass uns eine größere Yaoi-Welle zum Reviewen erreichen wird. Wer schon einige Beiträge von mir gelesen hat, weiß, dass Mangas und Animes nicht unbedingt mein Fachgebiet sind und so hatte ich auch nicht die leiseste Ahnung, was Yaoi denn betitelt. Danke, an der Stelle. Nun weiß ich es. Ein Hinweis war, dass das „oi“ schon im Wort enthalten ist. Koitomo!? war schnell durchgelesen und nach vier Tagen Pause, Rücksprache mit meinem Therapeuten und unangenehmen Träumen, bin ich endlich bereit, darüber zu sprechen.

Worum es bei eigentlich geht:

Der Manga handelt von den Universitäts-Schülern Haruka und Tokiwa, die in der Katekyo!-Reihe ein Paar wurden und nun in ihrem Spin-Off ihre Beziehung etwas vertiefen müssen. (No pun intended) Sie legen eine kleine Pause ein, um herauszufinden, wo der Unterschied zwischen Freundschaft und Liebe liegt. Haruka, der die Angelegenheit immer etwas trockener betrachtet, hat sich dafür eine Strategie ausgeklügelt, um Tokiwa bei der Überwindung seiner Unsicherheit etwas auf die Sprünge zu helfen.

Warum „schmutzig“ nicht gleich „dumm“ bedeutet:

Bevor ich auf meine Gedanken dieses Leseerlebnisses eingehe, möchte ich betonen, dass es sich um meine ersten und einzigen Yaoi handelt und ich weder alle Genre-Gesellenn in einen Topf werfen, (sogar das klingt schmutzig) noch Genrefans vor den Kopf stoßen möchte. Zwischen mir und Koitomo!? gab es nämlich doch ein paar schwierige Momente, die ich hier so trocken wie möglich aufarbeiten möchten.

Mein erstes Problem ist tatsächlich, ob sich die Schreiber und Zeichner der Zielgruppe bewusst sind. Man kauft sich als 18+ Leser einen Manga, der das Thema Homosexualtät in einem porographischen Kontext darstellt, da sind wir uns doch einig. Das ist eben Yaoi. Ist es dann selbstverständlich, auf eine weniger vorhersehbare Handlung zu verzichten? Soll ich als Leser das Gefühl haben, mich von Schmuddelszene zu Schmuddelszene zu arbeiten? Mein Lieber, da war nämlich die Action versteckt. Ich finde es eben ein wenig schade, dass der Humor oder die unvorhersehbaren Twists ein wenig in langen Monologen untergingen und mir Informationen, die klar auf der Hand lagen, als Plottwist verkauft wurden.

Die Sexy-Time Szenen haben mich aber auch etwas unglücklich gemacht. Stellt euch vor, ihr kauft euch als Frau den Film „Magic Mike“ und über den Sixpacks sind Zensurbalken. Hätten die Macher Kate Winslets oben ohne Szene in Titanic blurry bearbeitet, wären auch die letzten Männer im Kino aufgestanden. So ungefähr hat es sich angefühlt, einen Manga zu lesen, der auf Sexszenen aufbaut und dann lediglich eine Penis-Silhouette mit einem Blurryspot zu bekommen. Dann bin ich nämlich bei dem Punkt angekommen, wo ich mich frage, womit der Manga wirbt. Handlung? Spezieller Humor? Knackige Sexszenen?

Die Waagschale wird zum Katapult:

Ich habe mich nach dem Schreiben meiner Hauptkritik hingesetzt und das Internet nach Antworten durchforstet. Nach Antworten auf die Frage, was Genrekenner von diesem Band halten. Viel gab es dazu leider nicht und die Geister scheiden sich ungemein. Es wird beispielsweise als schwacher Nachfolger betitelt und wenn euch Koitomo!? gefallen hat, müsst ich unbedingt Katekyo! lesen. Yuu Moegis Zeichenstil wird oft gelobt und da schließe ich mich auch an.

Fazit:

Ihr müsst Katekyo! nicht gelesen haben, um Koitomo!? folgen zu können. Die Handlung ist leider etwas langweilig und der Humor, wie auch die Erotik bleiben auf der Strecke. Speziell Band 1 und 2 der Mutterserie sollen es da ein wenig besser gemacht haben. Mich würde es aber wirklich interessieren, ob ich viel zu streng mit dem Manga ins Gericht gegangen bin und das Genre nicht verstehe oder ihr vielleicht sogar Meinungen mit mir teilt. Ein Appell an euch, liebe Yaoi-Leser!

(Bannergrafik – Cover Koitomo!? © 2015 Egmont Verlagsgesellschaften mbH)

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