[Conventionsommer 2015] Cori und Min auf Reisen – Die Gamescom-Odyssee

Der Hype um die Gamescom ist ziemlich schnell verflogen und jeder weiß nun (fast) worauf er sich freuen kann und welche Spiele ihm gestohlen bleiben können. Zahlreiche Blogger haben Videos gemacht und über Erlebnisse auf der größten Spielemesse Europas ihren Senf abgegeben. Nun sind wir dran! Denn so aufregend und teils überwältigend die Convention auch war, haben wir sie mit gemischten Gefühlen wieder verlassen. Damit es euch vielleicht bei eurem Gamescom-Besuch nicht so ergeht, ihr vom Anreise- und Organisationschaos verschont bleibt und dort auch nicht neidisch hinter die einschüchternde weiße Wand schielt, hinter der sich der ominöse Pressebereich verbirgt, haben wir einen Beitrag mit Tipps und ernüchternden Enthüllungen vorbereitet.

Anreise- und Organisationstipps

Bei einer Besucherzahl von 150.000 Leuten kann man sich wohl vorstellen, dass die wenigsten von Köln oder Umgebung kommen. Viele reisen wie wir aus einem Nachbarland an und würden deswegen am liebsten ein Zimmer auf dem Messegelände mieten, um so nah wie möglich am Geschehen zu sein und möglichst wenig mit der Deutschen Bahn in Kontakt zu kommen. Dieser Wunsch sorgt schon für unterschiedlichste Probleme, denn sobald ihr später als im Februar daran denkt, an diesem riesigen Event teilnehmen zu wollen, braucht ihr in Köln kaum noch mit Zimmern rechnen. Ich war bereits 2010 und 2012 als „normaler“ Besucher dort und bekam nette Zimmer in den AO Hostel/ Hotel in Düsseldorf und später sogar in Köln selbst. Dieses Jahr waren wir leider viel zu spät dran und mussten in Bonn wohnen. Das Hotel war teuer, die Anreisekosten kamen dazu und glaubt mir eines: Ihr wollt mit der elendiglichen Deutschen Bahn nicht eine Minute zu tun haben… Also ein kleiner Appell an die Cosplayer, die sich gestresste Anreisen und unnötiges Gedränge in der Bahn ersparen wollen: Der frühe Vogel und so.

Für alle anderen hingegen, die sich von langen Warteschlangen nicht abschrecken lassen und unbedingt Vorträgen lauschen und Hands-On genießen wollen, empfehlen wir es den professionellen „Wartern“ gleichzutun und einen Campingsessel inkl. Unterhaltung -wie Handhelds- mitzunehmen!

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 Ersteindruck der Messe

Als Presse- und Fachbesucher durften wir bereits am Mittwoch die Messe besuchen. Davon haben wir geträumt: Einmal ein Presseticket haben und die geheimnisvolle Wand zum Pressebereich passieren! Dann war es so weit und wir hatten es anfänglich nicht einmal gemerkt. Wir wunderten uns lediglich, warum überall so hohe weiße Wände mit Entwickler- und Publisher Logos standen und die Halle so viel niedriger aussah. Überall gab es kleine Bereiche zum Hinsetzen und kleine überteuerte Bars mit Möglichkeit Essen zu kaufen. Als wir dann plötzlich auf dem langen hellen (noch leeren) Gang standen, kam erst der Geistesblitz, dass wir geradewegs aus dem Pressebereich gekommen waren. Tschüss, epischer Moment! Schade.

 Highlights de la…

…Cori

Highlights bot die Messe zu Genüge, doch mein absoluter Gamescom-Höhepunkt fand am Mittwoch statt: Pressetermin bei Daedalic. Während ich das schreibe, zieht es mir sogar wieder die Mundwinkel nach oben. Diesen Point-and Click Beitrag bin ich euch noch schuldig, darum wissen vielleicht viele nicht, dass es sich dabei um die Genre-GÖTTER nach der langen Zeit der LucasArts-Spiele handelt. Jan Müller-Michaelis und Marco Hüllen sind meine Helden und haben vor wenigen Jahren „The Whispered World“ erschaffen, wovon nur ein zweiter Teilen folgen wird. Daedalic hatte einen fürchterlich kleinen Stand mit kleinen Präsentationsräumen, gefüllt mit tollen eigenen Ideen und Spielen wie Valhalla Hills, das am 24. August um 20€ in den Early-Access ging.
Nachdem ich „Poki“ und Marco Hüllen nun persönlich gegenüberstand, brauchte mein Herz eine Pause und besuchte mit Jasmin gemeinsam Battleborn und durfte es auch spielen. Gut. Wird auch gekauft! Und wo wir schon bei den Spielempfehlungen sind, dass Horizon: Zero Dawn nach der E3 als Geheimtitel behandelt wird, ist ja fast schon frech. Dieses Spiel ist unfassbar vielversprechend, bietet ein neuartiges Setting und scheint mit einer großen Ladung Handlung auf uns zu warten. Wer sich das nicht zulegt, ist eh selber schuld.
Am letzten Tag stolperte ich übrigens noch bei Microids vorbei. Dieses französische Entwicklerstudio hat mich damals mit Syberia I + II glücklich gemacht. Seit elf Jahren ist nun ein weiterer Teil im Gespräch und über die Jahre wurde dieses Gerücht auch mit ArtDesigns und Musik dazu gefüttert. Nix für ungut aber elf Jahre sind elf Jahre und ich hab schon bei Duke Nukem nicht mir und meinen Gefühlen spielen lassen. Nächstes Jahr soll nun aber der versprochene Titel auf den Markt kommen und das in Begleitung von vielen anderen unterschiedlichen Genre-Spielen aus dem Hause Microids.

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…Min

Eines meiner Highlights dieses Jahr war das neue Spiel von 2K Games: Battleborn. Im Februar 2016 ist es soweit und das neue Werk der Borderlands-Entwickler kommt auf der Next-Gen und am PC zu uns. Mein erster Gedanke war: Halo trifft Borderlands. In diesem Spiel kann man zwischen 25 Charakteren auswählen und jeder von ihnen hat seinen eigenen Charme und spielt sich anders. Den Entwicklern sind diese vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten sehr wichtig. Die Story kann man im Fünfer-Co-Op oder alleine spielen. Außerdem wird es ebenfalls einen Splitscreen Modus geben, weil es immer noch am meisten Spaß macht, mit seinen Freunden gemeinsam vor dem Bildschirm zu sitzen. Ein Punkt der ebenfalls interessant ist, ist das Skill-System, welches im Kampf schnell zu erreichen und leicht zu bedienen ist, da man sich nur zwischen zwei Skills entscheiden muss. Den Entwicklern ist wichtig, dass der Spielfluss nicht unterbrochen wird. Um möglichst viele Charaktere auszuprobieren, habe ich mich jeden Tag angestellt und ich muss sagen, alle Charaktere die ich probiert habe machen Spaß.

Ein weiteres Highlight ist das neue Spiel von Guerrilla Games: Horizon Zero Dawn. Guerrilla Games sind für die Killzone Reihe bekannt und mit Horizon hat das Studio alles auf eine Karte gesetzt und hat etwas komplett anderes gemacht. Das Open World Action Rollenspiel wird im Laufe des nächsten Jahres erscheinen. In einer apokalyptischen Welt kämpft man mit Pfeil und Bogen gegen Maschinen, welche an Tiere oder Dinosaurier angelehnt sind. Das Studio selbst will zur Story wenig verraten, da sie auf die Neugier der Spieler setzten. Mir persönlich gefällt die wunderschöne Landschaft und Aloy, die Protagonistin, unheimlich gut. Kurz: Schöne offene Welt, starke Protagonistin, Maschinen und viele Geheimnisse lassen mich mit großer Freude auf das Spiel warten.
Spiele auf die ich mich noch freue: WoW Legion Erweiterung, Disgaea 5, Danganronpa: Another Episode und Rodea the Sky Soldier von NIS America und viele mehr…

 Eine Messe – Zwei Gesamteindrücke

Cori

Wie oben erwähnt war ich 2012 zum letzten Mal als regulärer Besucher mit meinem Onkel dort. Wir hatten bei Assassins Creed: Black Flag 6 Stunden Wartezeit, das Essen war zu typischen Messepreisen zu bekommen und jeder Stand hatte massig Giveaways für Fans ihrer Spiele. In diesem Jahr hielt sich meine Begeisterung gegenüber der Messe leider eher in Grenzen. Als normaler Besucher hätte ich es nämlich nicht länger als maximal zwei Stunden in dieser Menschenmasse ausgehalten. Wo ist ein Amoklauf, wenn man ihn braucht? Selbst die Außenbereiche waren viel zu überfüllt und bei dieser enormen Hitze sowieso keine erwähnenswerte Idee. Der Fachbereich hingegen bot etwas mehr Ruhe, die man bei vielen Terminen und mehreren Tagen am Stück wirklich brauchte. Trotzdem ist die Gamescom ein Riesenerlebnis. Alles ist laut, alles leuchtet, überall gibt es etwas zu entdecken und sogar, wenn man sich verläuft, findet man bloß einen weiteren Bereich der Unterhaltung bietet.

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Min

„Überwältigend“ ist das erste Wort, das mir in den Kopf kommt, wenn ich an diese Gamescom denke. Es war meine Erste und ich kann sagen, dass ich nicht auf die Menschenmenge vorbereitet war. Obwohl das Messe-Gelände sehr groß ist, kam es mir zu klein vor. So viele Menschen an einem Ort hab ich so noch nie gesehen. Die Securities hatten alle Hände voll zu tun, damit die Besucher sich nicht über den Haufen rennen. Der angenehmste Tag war der Mittwoch. Man konnte sich noch ohne Drängeln von einem Ort zum nächsten bewegen und die Warteschlangen hielten sich in Grenzen. Doch ab Donnerstag war die Messe extrem überlaufen. Ich habe mich dann immer in den abgesperrten Pressebereich zurückgezogen. Dort gab es Essen, W-Lan und man konnte sich in Ruhe hinsetzten. Erfahrene GC-Besucher hat man an der mitgebrachten Campingausrüstung erkannt. Leider habe ich eher wenige Cosplayer gesehen. Ein Grund dafür ist entweder meine Abreise am Samstag und dass sich diese erst am Wochenende blicken liesen oder tatsächlich die Angst vor der Besucherhorde . Das Essen im öffentlichen Bereich war zwar gut aber auch irgendwie zu teuer.

Trotz all den guten Titeln und der überwältigenden Größe, war der cosplayende CEO trotzdem das absolute Highlight.

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 Two Girls, one Fazit

Insgesamt hat uns die Gamescom sehr gefallen, dennoch sind wir froh, dass sie vorbei ist. Es war eine gute Sache, dass wir den Presse- und Fachbesucherbereich zur Verfügung hatten, da man sich dort zurückziehen und der Masse etwas entfliehen konnte. Sehr interessant war dort zum Beispiel der Internationalen Bereich, wo man mit Entwicklern aus aller Welt reden und einen Blick auf ihre Arbeit werfen konnte. Dabei trafen wir zum Beispiel die Leute von XPEC ART CENTER, bei denen man sich für die Grafik Designs von Spielen wie Uncharted 4, The Last of Us, Beyond, Hitman oder World of Tanks bedanken darf. Es war wirklich interessant die Messe auch von dieser Seite kennenzulernen und nächstes Jahr müssen wir unbedingt wieder hin. Vielleicht bloß etwas besser vorbereitet.

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