Break Blade

Filmreihe vs. Serie vs. Manga – Ein Vergleich

Die Handlung grob erklärt

In einer Welt, in der Menschen Quarz als Energiequelle für so ziemlich alles benutzen, lebt ein junger Mann namens Rygard Arrow. Der jedoch ist ein Unsorcerer, ein Mensch, der den Quarz nicht benutzen kann, wodurch er zu einem Außenseiter wird. Aus diesem Grund lebt er mit seiner Familie am äußersten Rand des Königreich Krisnas – im kleinen Dorf Pegusa. Nach dem Tod seines Vaters erhält er einen Brief des Königs, der gleichzeitig ein alter Schulfreund Rygards ist. Er begibt sich in die Hauptstadt und erfährt dort, dass sich sein Land im Krieg mit der Nation Athens befindet.

Rygard lehnt vorerst ab in die Schlacht um sein Land zu ziehen, da er der Meinung ist, durch seine fehlenden Quarz-Kräfte keine Hilfe zu sein. Dennoch begleitet er seinen König und Freund zu einer Fundgrube in der ein antiker Golem begraben liegt. Niemand vermag ihn in Gang zu bringen, doch (Oh Wunder) bei Rygard regt er sich plötzlich.

Delphine, der antike Golem, wurde von Vorfahren erbaut, die noch kein Quarz in ihrem Alltag benutzten. Und somit hat unser Protagonist nun doch die Möglichkeit bekommen auf dem Schlachtfeld mitzuwirken.

Durch eine bis dato unbekannte Sprungkraft und Rygards eher ungewöhnlichen Kampftechniken, erscheint er anfangs als unbesiegbar. In der Schlacht trifft er aber schließlich auf Zess, einen weiteren Schulfreund, der jedoch für Athens kämpft …

Soweit zur Handlung der Reihe, die sich im Manga, der immer noch fortlaufend ist, noch viel detailreicher auslegt.

Ein genauerer Blick auf die Reihe

Für jemanden, der den Manga nicht gelesen hat, mögen die strategischen Vorgehensweisen etwas verwirrend erscheinen, da sie teilweise meines Erachtens nach wichtige Stränge der Handlung einfach weglassen oder zu wenig beleuchten. Aber das ist für Anime-Umsetzungen ja bekanntlich nichts Neues mehr. Viel interessanter finde ich da das Charakterdesign des Anta- bzw. Protagonisten. Wenn man die beiden betrachtet (der eine blond mit einem Hang zum Leichtsinn; der andere dunkel mit einer Aura voll Melancholie und bösen Blicken) könnte man schon auf einen Vergleich mit einer gewissen anderen, sehr bekannten Serie kommen: Naruto im Mecha-Style (kleiner Scherz ;-)).

Durch das Setting kommt man sich vor, als würde man in eine Fantasy-Story gezogen, anstatt vor einem Mecha-Anime zu sitzen. Durch die Ressourcen-Kriege wirken die Handlungsstränge auch sinngemäß nachvollziehbar, als es in den meisten anderen Mechas der Fall ist. Hier gilt nicht „Weltherrschaft für die Bösen“, sondern ein Kampf ums Überleben für das Volk. Um den Fantasy-Anteil noch stärker in den Vordergrund zu rücken spielt sich die Handlung nicht im Weltall ab, sondern es wird gekämpft wie es sich für diese Welt gehört: Mann gegen Mann und mit den Füßen am Boden.

Der Nahkampf wird in Form von Schwertern, Lanzen und anderen Schlagwaffen bestritten. Für die mittlere Distanz gibt es simple (Golemgrößen gerechte) Handfeuerwaffen. Also wer mit der Erwartung auf Laserkanonen und feuerwerksartigem Krawumm an die Reihe rangeht wird sichtlich enttäuscht werden.

Jedoch macht genau diese realitätsnahe Art des Mecha-Kampfes die Serie zu etwas Besonderem. Auch stehen zur Abwechslung die Charakteren selbst mehr im Vordergrund, als die teils wirklich spektakulären Kämpfe.

Stark im Mittelpunkt steht dabei der Konflikt Rygards mit dem Tod. Denn als Schlachtfeld-Neuling muss er erst einmal damit klar kommen, dass in einem Krieg Menschen vor seinen Augen und manchmal auch durch sein Verschulden sterben.

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©Production I.G.

 

Ist man sich dieser Dinge bewusst, so steht einem kaum noch etwas im Wege, um Gefallen an der Handlung zu finden.

Da die Filmreihe bereits 2010 veröffentlicht wurde, dachte ich anfangs dass sie ein dringend gewünschtes Sequel mit der Serie herausbringen wollen, doch … Fehlanzeige. Im Prinzip sind es die Filme, die wir da zu sehen bekommen, nur in 12-facher statt 6-facher Ausgabe. Zugegeben, die Serie wirkt etwas aufpoliert und leicht modernisiert. So hat man in etwa in Folge 10 einen kleinen Matrix-artigen Kugelaustausch, der im 5. Film komplett ausbleibt. Generell ist es auch so, dass das Ende des 5. Films sowie der gesamte 6. Film erheblich von der Originalhandlung abweichen, weshalb man es als Fan nicht versäumen sollte zum Manga zu greifen.

Ein deutliches Unterscheidungsmerkmal ist der Soundtrack. Während uns in der Filmhexalogie Kokia für das Opening (Fate), einen Insert-Song (Omoi) und das Ending des letzten Film (Nageki no Oto) die Ehre erweist, so trällern uns Sayaka Sasaki (Junction Heart) in der Serie etwas vor. Für das Ending sind bei den Filmen Faylan mit Serious Age zuständig und Aira Yuuki mit „Itoshiki Aragaiyo, Michibike Hikari e“ für die Serie.

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©Production I.G.

 

Etwas zusätzliches Gequatsche

Die Filmreihe gibt es auf Deutsch synchronisiert bei Cookie-Subs im 480er- und 720er-Format. Die Serie konnte ich trotz intensiver Suche nur auf Sites wie Anime-Loads.org und Ähnlichem finden. Selbst auf YouTube kommt man höchstens zu den Filmen und ein paar AMVs.

Was den Manga betrifft, so erschienen bei uns lediglich 4 der 12 Bände bei Tokyopop erschienen.

Manchen wird wahrscheinlich auch bereits aufgefallen sein, dass der Name des Anime einmal „Break Blade“ und dann mal „Broken Blade“ geschrieben wird. Das aufzuklären ist ganz einfach. Die Serie soll eigentlich „Broken Blade“ heißen, doch die Katakana lesen sich in Romaji „Bureiku Bureido“, was für uns mehr „Break Blade“ gleicht. Somit ist es quasi der englische Titel mit dem wir hier reingelegt und verwirrt werden.

Nach diesem Input an Infos werden sich viele wahrscheinlich denken, dass Break Blade vielleicht nicht schlecht ist, aber nicht an die anderen 2014 veröffentlichten Mecha-Serien (zB Captain Earth oder Aldnoah.Zero) herankommt. Na ja, klar. Immerhin ist der Anime letztendlich doch schon bald 5 Jahre alt. Und jeder weiß, dass ein Anime in diesem Alter schon quasi in Rente ist.

Dennoch ist er es wert, dass man zumindest mal reinschnuppert, denn das hat die Reihe allemal verdient.

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