Birdman – auch Kunstwerke bekommen ein Review

Das leere Blatt, mein größter Feind. Was soll man über einen Film schreiben, der einen über 119 Minuten durch so viele Emotionen gehen lässt und mit interessanten Ideen – im positivsten Sinne- überlädt. Selbst die 119 Minuten musste ich auf IMDb nachschauen, da ich beim besten Willen nicht sagen hätte können, ob es bloß eine Stunde oder drei gewesen sind, die mich so gut unterhielten.

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Birdman Poster © 2015 Centfox Film GmbH

 

Was? Nicht genug? Von mir aus. Dann eben ein klassisches Review: Die Handlung ist jedoch schnell zusammengefasst. Riggan (Michael Keaton) ist ein Theaterschauspieler am Broadway, der in seinen jungen Jahren als Darsteller des Superhelden Birdman bekannt war. Diese Rolle verfolgt ihn nun auf diverse Weisen. Zum einen der offensichtliche Abstieg vom großen Hollywoodstar zum kleinen Theaterdarsteller und zum anderen seine Stimme im Kopf, Birdman selbst, der ihn immer wieder an seine erfolgreiche Vergangenheit erinnert. Dazu kommt noch seine problematische Tochter (Emma Stone), der berühmte Ersatzschauspieler (Edward Norton), der einen erkrankten Kollegen ersetzen soll und die anstehende Erstvorführung, die das Schicksal des Theaters und Riggans Karriere bestimmen könnte.

Übersichtliche Handlung, oder? Was den Film so besonders macht, ist nämlich die Vielschichtigkeit der Charaktere. Als Zuschauer wird man in eine reale Welt entführt, in der es keine Schwarz-Weiß-Malerei gibt und alle Figuren authentisch miteinander und aufeinander reagieren.

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Birdman © 2015 Centfox Film GmbH

 

In der Überschrift habe ich Birdman als Kunstwerk bezeichnet und das ist er auch aus vielen Gründen. Da wäre beispielsweise der Schnitt. Deutlicher wäre es zu sagen: die Schnitte. Davon sind mir in den guten zwei Stunden nämlich lediglich drei Stück aufgefallen. Emmanuel Lubezki, der schon Gravity einen Oscar für Best Cinematography einbrachte und mit langen Schnitten schmückte, scheint daran nicht allzu unbeteiligt gewesen zu sein. Ein weiterer Punkt ist die grandiose Besetzung. Michael Keaton beispielsweise, der in den späten 80ern/fühen 90ern einer der gelobtesten Batmanbesetzungen war und nun in Birdman in eine Rolle schlüpft, die genug Selbstironie beweist.

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Birdman © 2015 Centfox Film GmbH

 

Fazit

Ich kann nicht mehr über diesen Film schreiben, da ich nichts verraten oder versprechen möchte. Diesen Film kann man schwer beschreiben und muss meiner Meinung nach erlebt werden. Hinzufügen kann man vielleicht noch, dass man keine Action oder lustige One-Liner erwarten darf. Selbst der Protagonist wird einem nicht immer sympathisch sein. Aber es gibt keine Quotenromanzen oder -Frauen, keine dummen, unverständliche Reaktionen, oder Probleme, die durch einfaches miteinander Reden behoben hätten werden können. Birdman ist unbedingt eine Empfehlung und wenn ihr mir nicht glaubt, schaut euch die bisher eingeräumten  Awards und noch anstehenden Nominierungen an.

(Header Foto Birdman © 2015 Centfox Film GmbH)

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