Battlefield Chronik #1– „Chang du Dreckscamper!“ – Battlefield 1942

Gestern erschien das neue Battlefield Hardline für PC, XBO und PS4. Das ist ein guter Zeitpunkt, um unsere Battlefield Chronik Beitragsserie zu starten. Wir starten natürlich mit dem ersten Teil der Serie, Battlefield 1942.

Zum Spiel

Im September 2002 starteten die ersten offiziellen öffentlichen Server von Battlefield 1942. Mit diesem Spiel eroberten die schwedischen Entwickler DICE die Herzen der PC-Gamer und schufen damit ein neues Multiplayer-Erlebnis. Angefangen vom Intro Video mit seiner bombastischen Musik, bis hin zu den Game Modi und dem Multiplayer Feeling, wurde hier ein Stück Videospielgeschichte geboren.

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Im damals gerne thematisierten 2. Weltkriegs Szenario übernimmt der Spieler in diesem Spiel entweder einen Alliierten oder einen Achsenmächte-Soldaten und zieht bei berühmten Feldzügen in den virtuellen Krieg. Dabei kann der Spieler entweder gegen Bots, andere menschliche Spieler oder eine Mischung aus beiden im Lokalen Modus oder Online spielen.
Doch was genau macht BF so einzigartig? Es gab ja bis dahin genügend andere Multiplayer Shooter wie Unreal Tournament, Team Fortress, Counterstrike oder Quake.

BF Spielelemente

Mit den folgenden drei Neuerungen, oder nennen wir es lieber Spielelementen, wurde dieser Shooter zum Hit!

Conquest

Capture the Flag, Team Deathmatch, Objective Gamebased Multiplayer (damit sind die Modi von CS gemeint), Dominations und einige andere Modi waren beim Start von Battlefield schon in anderen Games etabliert. Mit dem Conquest Modus wurde die Domination Variante, die erstmals in UT zum ersten Mal erschien, verbessert. Bei Domination müssen mindestens 2 Teams versuchen Orte auf der Map zu erobern, wodurch diese Punkte erhalten. Je nach Servereinstellungen oder Gamesettings gewann das Team, welches zuerst eine bestimmte Punktezahl erreicht hatte. Dabei waren die Frags (Abschüsse der Gegner) irrelevant und halfen nicht dabei, mehr Punkte zu erzielen.

BF nahm dieses Konzept und erschuf daraus einen eigenen Modus. Im Vergleich zu Domination, startet jedes Team mit einer Nummer von „Tickets“. Das Ziel ist, dass der Gegner diese alle verliert. Dies kann auf 2 Arten passieren: Das Team, welches weniger Kontrollpunkte auf der Map besetzt hat, verliert automatisch Tickets, wobei die Schnelligkeit des Ticketverlustes abhängig vom Rückstand festgelegt wurde. Also wenn ein Team 0 Kontrollpunkte kontrolliert, verliert diese Seite verdammt schnell ihre Tickets, wo hingegen durch einen 2 zu 3 Situationen der Ticketverlust pro Sekunde geringer ausfällt.

Die 2. Art Tickets zu verlieren oder den Gegner Tickets verlieren zu lassen, ist durch Abschüsse. Für jeden Respawn nach dem Tod wird ein Ticket verbraucht.
Durch diese 2 Änderungen wurde der Modus ein riesiger Erfolg. Doch der Conquest Modus wäre nur halb so spaßig, wenn nicht die 2 anderen Elemente dabei gewesen wären.

64 Player

Battlefield war der erste Multiplayer-Shooter, mit 64 Teilnehmern in 2 Teams, sprich 32 gegen 32. Bis dahin waren 32 Spieler bei den meisten Spielen das Maximum. Klar unterstützen viele Maps von UT oder Quake 16 vs 16 Games, doch waren diese Partien oft sehr chaotisch und unübersichtlich. Battlefield kam plötzlich mit 64 Spieler Maps auf und damit waren sich die Gamer nicht so sicher, wie die Partien sich entwickeln werden. Doch zum Glück lieferte DICE mit riesigen Karten und diversen Kriegsschauplätzen ideale Multiplayer Arenen.
Mit Karten wie Wake Island, Omaha Beach, Midway oder Stalingrad boten sie für jede Teamgröße gute „Spielplätze“ und dank dem 3. Feature wurden das keine „5-min Gegner suchen und sterben“.

Fahrzeuge

Egal ob Panzer, Jäger, Bomber oder Kriesgschiff, für jeden Fahrzeugliebhaber war etwas dabei. Und diese waren bei vielen Maps auch dringend notwendig. 64 Spieler, riesige Karten, die durchschnittlich 5-10 mal so groß waren wie Deck16, und 1000 Tickets bei Conquest wurden durch diese Elemente zu wirklichen Schlachten, statt Suchpartien.
Gemeinsam mit 3 Spielern im Panzer sitzen und damit einen gegnerischen Bunker zerstören,  den Kontrollpunkt einnehmen und danach von einem Bomber gesprengt zu werden, war gang und gäbe in diesem Spiel.

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Zum ersten Mal wurden Elemente aus anderen Spielen hier mit eingebaut. Neben dem Kampf von Fußsoldaten, konnten geschickte „Piloten“ sich in „Dog Fight“ am Himmel jagen, während andere auf dem Schlachtschiff mit der Artillerie Panzer und Stationen bombardieren konnten. Besonders Fans von damaligen Flugzeugspielen fanden in diesem Spiel ein neues zu Hause, nach dem dieses Genre immer mehr vernachlässigt wurde. Klar, war Battlefield jetzt nicht so gut wie ein Flight Simulator von MS, aber das wollte es ja auch nicht sein. Es sollte den „Piloten“ einfach „unkomplizierten“ Spaß anbieten. Naja, so einfach war die Steuerung von einem Flieger auch wieder nicht. Aber immer noch einfacher, als der Flight Simulator mit seinem 900 Seiten Handbuch.

Durch diese 3 Elemente war auf der Karte immer etwas los . Egal, ob am Boden, auf See oder am Himmel. Mit 64 Spielern und enorm viel Möglichkeiten wurde jede Partie wirklich zu einer Schlacht!

Andere Spielelemente

Neben diesen 3 Features bot Battlefield auch einige bekannte Spielelemente an.
Als Spieler wählte man zwischen 5 Klassen vor Beginn jedes Respawns aus. Diese besaßen unterschiedliche Waffen und Equipment. Der Sturmsoldat, der Aufklärere, der Sanitäter, der Pionier und der Pauzerfaustschütze standen zur Auswahl. Durch die hohe Anzahl der Spieler wurden von den Entwickler unzählige Maps gebaut, die eine passende Größe aufwiesen. Damit bei Lan Partien außerdem nicht 4 oder 8 Spieler auf Wake Island alleine herum laufen mussten, gab es die Option Bots dazu zu schalten
Ein Element, dass immer noch eine große Schwäche von Battlefield darstellt, ist der Singleplayer Modus. Dieser Bestand im ersten Teil daraus, mit Bots die Maps auf einer Seite zu spielen. Einziger Vorteil von diesem Modus war, dass der Spieler die Chance bekam die Fahrzeuge und Karten besser kennen zu lernen.

Die Auswirkungen

Jahrelange wurde Battlefield auf LANs gespielt. Durch den Conquest Modus wurde es auch immer wichtiger, sich zu formieren und nicht alleine wie Rambo an der Front zu kämpfen. Auch die Position des Sanitäters wurde wichtiger, weil dieser durch geschickten Einsatz von Medipacks wieder Tickets verschaffen konnte. Teamplay wurde essentiell und klappt später auch oftmals ohne Kommunikation sehr gut.

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Ein besonderes Highlight beim ersten Battlefield war der offene Zugang für Modder, wodurch eigene Szenarien erschaffen werden konnten.
Durch die vielen Möglichkeiten in diesem Spiel und den besonderen Funfaktor durch die Fahrzeuge, entstand dann auch bald der Begriff „der Battlefield-Moment“ wo einfach etwas besonders Verrücktes passierte.

Meine persönlichen Erfahrungen

Für mich war Battlefield ein besonderes Spiel. Ich hab damals im Jahr 2002 nach den Sommerferien durch kleine Helfertätigkeiten für meine Eltern genug Geld zusammengespart gehabt, um endlich meinen PC aufrüsten zu können. Mit diesem neuen PC musste natürlich ein Spiel her, um diese Power auszunutzen.
Gleich mit der Intro Seqenz wurde mir bewusst, dass dieses Spiel mir in Erinnerung bleiben wird. Immer noch bekomme ich Gänsehaut, wenn ich diese Melodie höre. Vorhin habe ich noch einmal das Opening von BF 1942 gesehen und sofort wieder einen Ohrwurm bekommen und blöd wie ich bin, gleich mein Abendessen, ein Stück Bauchfleisch, mit der Gabel beim Anbraten im Battlefield-Theme-Takt angepoked.

Leider hatte ich damals nicht wirklich gutes Inet und musste daher oft gegen Bots spielen. Gelegentliche Multiplayer Partien waren meine Highlights.

Doch meine echte Battlefield-Phase kam erst 2 Jahre später. Wir waren damals im Gymnasium eine Versuchsklasse und waren ab dem 6. Jahrgang eine Laptopklasse. Ihr könnt euch denken, was dann passierte: LAN Party@School all week long. Da konnte natürlich auch Battlefield nicht fehlen.

Wir verweilten 6 Tage in der Woche (ja damals gab es noch 6-Tage Schule) von 8 bis 18h in der Schule und wurden von den Putzfrauen hinausgeworfen. Eine Partie nach der anderen. Wir waren aber alle BRAVE Schüler und haben NATÜRLICH nicht im Unterricht gespielt. Diese Zeit nutzten wir um Animes zu schauen oder Mangas zu lesen ;D

Es war eine tolle Zeit. Endlich konnten wir mit anderen im Multiplayer spielen und uns gegenseitig mit den Panzer überfahren.

Mein Battlefield Moment

In dieser Zeit entstanden auch meine Battlefield Momente.

Da wir in der Klasse nur 10 Leute waren, die BF gespielt hatten, haben wir nicht immer die großen Maps gespielt. Oft waren wir in Stalingrad unterwegs und wer sich mit Geschichte auskennt, weiß, dass dort die Sniper besonders berüchtigt waren. Ich war schon immer der Sniper-Type.

Es gab da diese eine Partie, in der ich per Zufall einen Spot gefunden hatte, wo ich perfekt versteckt war und dann ging es los. Ich habe fast 15min lang jeden Gegner erledigt. Es hallte nur durch die Klasse „Chang du ***** Camper!“. Es war ein super Gefühl mal nicht als Sniper die ganze Zeit von Panzer überfahren zu werden. Einfach eine geile Partie.

Fazit

Bevor ich jetzt diesen Beitrag geschrieben habe, habe ich BF nochmal installiert. Ich war überrascht, dass es erstens noch Server gibt, wo man Spielen kann und 2. dass es mir immer noch so viel Spaß macht, obwohl die Grafik einfach nur irgendwas ist. Viele der Elemente die ich aus BF3 oder BF4 kenne waren damals schon vorhanden. Es war und ist ein tolles Spiel und hat bei mir, sowie bei vielen anderen Spielern, sicher einen Platz im Herzen verdient.

Und ich habe vergessen gehabt, dass man an Drahtzäunen Schaden nimmt… Peinlicher Tod….

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