Batman v Superman: Dawn of Justice Review

Obwohl die DC Justice League (dt. Gerechtigkeitsliga) seit 1960 die Welt beschützt, sind es die Avengers (dt. die Rächer) von Marvel, die die Kinocharts dominieren. Mit „Batman v Superman: Dawn of Justice“ startet DC ihr eigenes Filmuniversum! Ob der Auftakt zu ihre Vision gelungen ist, erfahrt ihr in unserem spoilerfreien Review.

 

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©2016 Warner Bros. Ent. Batman v Superman

Handlung

Der Film ist eine direkte Fortsetzung zum Superman Film Man of Steel, in welchen sie ihren neuen Helden feiern . Doch nicht alle sehen in Superman ihren Erlöser, Retter oder Ritter in der strahlenden Rüstung. Die Angst, dass dieser einfach seine Macht missbrauchen könnte und niemand ihn aufhalten oder kontrollieren kann, bescheren nicht nur Batman, sondern auch einigen Senatoren Alpträume. Superman hingegen sieht eine Gefahr in Batman, welcher wieder aktiv wird und brutaler den je gegen den Abschaum von Gotham City vorgeht. Wieso und warum sich diese zwei „Helden“ bekämpfen, werde ich an dieser Stelle nicht verraten.

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Der Held und Erlöser oder doch eine Gefahr für die Menschheit?©2016 Warner Bros. Ent. Batman v Superman

The God, the Bat and the Luthor!

Wie auch schon in Man of Steel kehren Henry Cavill (Superman), Amy Adams (Lois Lane), Diana Lane (Martha Kent), und Laurence Fishburne (Perry White) zurück. Zwar wirkt Henry Cavill optisch Ideal als Superman, aber wie auch schon in Man of Steel könnte man ihn für seine Darbietung kritisieren. Die Weiterentwicklungen von Superman und den anderen Charakteren aus Man of Steel wirken verständlich und überzeugend. Zwar findet man immer noch schwächen in dieser Besetzung, aber das meiste wurde schon bei Man in Steel kritisiert. Doch lassen wir mal den „Alten“ Cast und schenken den neuen Zugängen unsere Aufmerksamkeit. Hier werden wir gleich zweimal überrascht, wobei nur einer dieser Überraschung positiv ausfällt.

Ben Affleck! Dieser stellt Batman hervorragend dar und passt wie die Faust aufs Auge. Viele Fans waren im Vorfeld besorgt, dass er nicht die ideale Besetzung für Batman wäre. Doch Spätesten nach Batman v Superman sollten diese Kritiker verstummen. In jeden Moment des Filmes sahen wir nicht Ben Affleck als Schauspieler, sondern Bruce Wayne! (Spoiler aka Batman!) Die Dialoge mit Alfred, der scheinbar nicht mehr sein Butler zu seinen scheint, wirken überzeugend und stimmig. Das könnte daran liegen, dass Ben Affleck angeblich in den Pausen zwischen den Drehs die Dialoge selber umschrieb. Nachdem Ben überzeugen konnte, dürfen wir uns auf den kommenden Film mit dem dunklem Ritter freuen!

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Lex Luthor oder doch mehr Mark Z.? ©2016 Warner Bros. Ent. Batman v Superman

Jetzt die negative Überraschung: Jesse Eisenberg! Seine Darstellung und Interpretation von Lex Luthor kann man nur mit einem Unfall vergleichen. Statt den klassischen, intelligenten und charmanten Lex Luthor sah wir eher einen Joker ohne Schminke und Humor. Natürlich ist es nicht fair mit dem Finger auf Jesse zu zeigen und zu sagen: Du hast die Rolle versaut. Nachdem er aber bei Jimmy Fallon erwähnt hatte, dass er sich überhaupt nicht mit Comics auskenne, werden die Fans sicher nicht verständnisvoll  sein und ihm die Schuld an dieser katastrophalen Darstellung geben. Hoffentlich wird sich der Charakter in den Fortsetzungen weiter entwickeln oder diesem Franchise fernbleiben.

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©2016 Warner Bros. Ent. Batman v Superman

Last but not least: Wonder Woman! Obwohl Wonder Woman (Gal Gadot) nur ein paar Mal im Film vorkommt, schafft sie es in diesen kurzen Szenen als starke und mysteriöse Dame aufzutreten. Spätestens beim Kampf wird einem klar: Weder Gal Gadot noch Wonder Woman selber sollte unterschätzt werden! Batman und Superman, genauso wie die Fans von Wonder Woman können sicher sein, dass der Wonder Woman Film genauso überzeugen wird wie die Schauspielerin!

Batman v Superman: eine griechische Tragödie in drei Akten?

DC probiert hier was anders (nichts Neues per se, eher was anders). Statt auf Humor, Oneliner, perfekter Action und einfache Handlung zu setzen, probiert Zack Snyder dasselbe Konzept, womit er bei Watchman schon bei vielen gepunktet hat, auch bei Batman v Superman: Eine komplexe Geschichte, starke cineastische Aufnahmen, realistische Dialoge und einen langsamen Story-Aufbau, sollen diesen Film von der Masse abheben.

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©2016 Warner Bros. Ent. Batman v Superman

Allgemein wirkt es so, als würde Zack Snyder einen Film erschaffen wollen, statt nur einen Comic mit echten Schauspielern zu kreieren. Von der Kameraführung bis zu den Kämpfen wirkt alles viele reifer und durchdachter als bei anderen Filmen aus diesem Genre. Untermalt werden die dramatischen Szenen, konfliktreichen Dialogen und wirkungsvollen Slow-Mo Aufnahmen durch einen Soundtrack von Hans Zimmer.

Wie in einer griechischen Tragödie baut sich der Film langsam auf, führt zu einem Höhepunkt oder einen Konflikt, fällt in der Spannung und endet mit einer Katastrophe. Doch nicht nur der Handlungsverlauf, sondern auch die Themen im Film könnten aus der Antike stammen. Neben der Seinsfrage werden auch Motive und Frage aus der Antike im Film aufgegriffen. Der Zusammenhang von Menschen und Götter und auch die Frage nach dem Schicksal werden immer wieder in Dialogen behandelt. Genauso wie bei Ödipus werden die Akteure hier in eine Situation getrieben, wo sie ihre eigene Werte aufgeben müssen.

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©2016 Warner Bros. Ent. Batman v Superman

Doch alles schön und gut. Mit dem klassischem Tragödien Aufbau, einer tollen Kameraführung, einen guten Cast, und einer tollen Filmmusik müssten ja die Filmkritiker den Film lieben. Leider war das einfach zu viel für den Film. Besonders der langsame Aufbau der Handlung und der Versuch wie ein griechisches Drama den Film zu gestalten, wo bei sogar vereinzelte Szenen im Film wie Stasimon (Ank. Standbilder aus dem griech. Theater) zwischen den einzelnen Epeisodion’s wirken sollten, stellen die Achillessehnen des Filmes dar. Zack Snyder probiert hier wirklich ein Epos zu erschaffen, aber versucht gleichzeitig Mainstream Zusehern eine Chance zu geben den Film zu genießen. Ein Blick auf die internationalen Kritiken zeigt, dass ihm der Versuch nicht gelungen ist.

Fazit

Eines vorweg: Mir hat der Film gut gefallen. Leider muss ich sagen, dass ich mir sicher bin, dass es nicht allen so gehen wird. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Handlung nicht durch (stumpfsinnige) Dialoge und Erklärungen, sondern durch Handlung und Aktion vermittelt wird. Ich würde ja liebend gerne allen Empfehlen sich Batman v Superman anzusehen, aber gleichzeitig muss ich jeden davor warnen, dass er hier keine Comicverfilmung ala (und das ist weder abwertet noch gemein gemeint) Marvel finden wird. Wie schon in der Kritik erwähnt wird, und was auch viele Kritiker im Internet schon kundgegeben haben, ist die Erzähltechnik, welche keine A nach B Taktik versucht, nicht für jeden Filmseher geeignet.

Der Film versucht meiner Meinung nach kein Avengers zu sein und mehr Richtung Watchman zu gehen. Leider muss ich auch zugeben, dass ich ohne Vorwissen zu den Batman und Superman Comics, mich mit der Handlung auch schwer getan hätte. Am besten ihr lest weniger Kritiken oder Meinung von anderen und entscheidet selber, ob ihr den Film sehen wollt.

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