Asiatische Filme die Ihr vielleicht nicht gesehen habt, aber solltet|Anime #2|Ein Brief an Momo

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Die kleine Momo zeiht nach dem Tod ihres Vaters mit ihrer Mutter von Tokyo in eine kleine Siedlung auf der Insel Shio. Mit sich trägt sie einen angefangenen Brief ihres Vaters den er vor seinem Tod schreiben wollte. Anfangs fällt es Momo schwer sich in ihrer neuen Heimat zurecht zu finden, freundet sich aber schließlich mit einer Gruppe gleichaltriger Kinder an.

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DVD Cover © 2012 UNIVERSUM FILM GMBH

Alles scheint gut zu laufen, als eines Tages Momo seltsame Geräusche in ihrem Dachboden hört. Es stellt sich heraus, dass es sich dabei um drei Kreaturen handeln, die, wie sich später herausstellen wird, in einer bestimmten Verbindung zum unvollendeten Brief stehen.

Zeichenstil

Der Film ist aus dem Studio „Production I.G“, aus dem auch „Ghost in the shell“ und „End of Evangelion“ stammen und braucht sich in Bezug auf Zeichenqualität nicht vor einem Ghiblifilm verstecken. Obwohl bei dem Design der Figuren nicht auf die klassischen Animeaugen verzichtet wurde, wurde hierbei jedoch soweit darauf geachtet, dass der Stil nicht unrealistisch erscheint. Sie ähneln mehr „Chihiros Reise ins Zauberland“ als beispielsweise „Pokémon“ oder „Sailormoon“. Es sind aber nicht die Figuren, sondern die Umgebung. Die weiten Landschaftsaufnahmen wirken wie ein Gemälde mit Wasserfarben gezeichnet und sobald man sich im Dorf befindet sieht man sich mit Bildern konfrontiert, die durch ihren exakten Details fast schon einer übermalten Fotografie ähneln.

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© 2012 UNIVERSUM FILM GMBH

Erzählweise

Zu Beginn des Filmes geht die Handlung nur eher langsam voran, wodurch man eine bessere Möglichkeit bekommt die Protagonistin kennen zu lernen. Langweile kommt jedoch nicht auf, da vor allem der Beginn von den erwähnten Landschaftsbildern geprägt ist um auch die Welt der Handlung dem Zuseher zu präsentieren. Sobald man sich damit vertraut machen konnte werden auch schon die drei Wesen in die Handlung eingeführt. Sie werden als Yokai, genauer Yokeimono, bezeichnet, was sich am ehesten mit „Störenfriede“ übersetzen lässt. Genau so verhalten sich die Drei, auch wenn sie sich immer wieder als Schutzgeister bezeichnen. Sie bringen eine gewissen Unruhe mit sich, die sich mit dem ruhigen Dorfalltag Momos abwechselt, ohne dabei ein ungutes Verhältnis für den Zuseher zu schaffen. Für Momo jedoch heißt das, sie hat alle Hände voll zu tun, wenn sie versucht ihren drei neuen Freunden gutes Benehmen beizubringen. Dies nimmt auch den großteils der Handlung ein und besteht aus unter anderem chaotischen Situationen, wie dem Diebstahl von Baby Wildschweinen und der daraus resultierenden Flucht vor den Eltern, aber andererseits kommt es oft auch zu ernsteren Gesprächen, wenn der unvollendete Brief thematisiert wird.

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© 2012 UNIVERSUM FILM GMBH

Fazit

Ein Film, der es schafft ein Gleichgewicht zwischen seinem ernsten Thema und den leichteren, lustigen Szenen mit den Kreaturen zu schaffen und obwohl der Film mit seinen zwei Stunden Laufzeit relativ lang für einen Zeichentrickfilm ist wirkt er nie langsam. Wie auch bei Ghiblifilmen schaffte es „Ein Brief an Momo“ sowohl für Kinder, als auch für Erwachsene interessant zu sein und ist daher ein äußerst empfehlenswerter, aber leider ziemlich unbekannter Animationsfilm. Überraschenderweise ist sogar die deutsche Synchronisationsfassung ziemlich gut gelungen, was heutzutage etwas selten geworden ist. Die japanische Original-Version ist trotzdem zu empfehlen, da besonders die junge Momo im japanischen eine Stimme hat die es schafft die Stimmung und den Charakter des Mädchens darzustellen.

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