Asiatische Filme die Ihr vielleicht nicht gesehen habt, aber solltet|Anime #1|Kite

Dieses Mal stelle ich Euch den ersten Film meiner nächsten Serie zum Thema „Filme, die Ihr vielleicht noch nicht gesehen habt“ vor. In den kommenden Beiträgen stelle ich Euch Animes vor, die abseits des Mainstream liegen und eine Sichtung wert sind.

Der heutige Film ist KITE – Engel der Rache aus dem „Arms Studio“, eine Adult-OVA aus dem Jahr 1998.

Kite - Cover

Zur Handlung

Die junge Sawa muss im Auftrag des Polizisten Akai Auftragsmorde erledigen, da dieser im Gegensatz dazu verspricht ihr bei der Suche nach den Mördern ihrer Eltern zu helfen. Ihre Auftrage beziehen sich meistens auf Menschenhändler und schließlich auch Personen, die Akai Probleme bereiten könnten. Während eines Auftrags lernt Sawa den jungen Oburi kennen, der ebenfalls als Auftragsmörder unterwegs ist. Die beiden befreunden sich und fangen schließlich an ihren Lebensinhalt in Frage zu stellen. Gemeinsam versuchen sie Sawas Vergangenheit in Erfahrung zu bringen und sehen sich in einer Position, in der sie niemanden außer einander trauen können.

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Erzählstil

Der Film beginnt sofort mit einer Actionszene und das Tempo ist von Anfang an schnell gehalten. Die eigentlichen Handlung ist anfangs daher unklar und man braucht etwas Zeit, bis man die Figuren kennen lernt. Die Vorgeschichte wird nur langsam offenbart aber man hat aufgrund der schnellen Aneinanderreihung der Szenen keine Zeit sich Gedanken darüber zu machen. Der Film setzt sich aus zwei Episoden zusammen und erst in der zweiten Hälfte wird die Vergangenheit der Protagonistin sowohl für sie als auch den Zuseher klarer. Die Suche nach ihrer Vergangenheit wird schließlich der Haupthandlungsstrang, wodurch das Fehlen von Information zu Beginn des Films gerechtfertigt wird und daher nicht als etwas Negatives empfunden wird. Da sich aber der handlungslastige Teil erst zum Ende des Filmes hin befindet scheint das ganze etwas gehetzt um die ganze Geschichte in den letzten Minuten unterbringen zu können.

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Szenebilder aus Kite © WVG Medien GmbH

Zeichenstil

Wir haben es hier mit einem klassischen Manga-Stil zu tun, große Augen und solide Formen. Es wirkt fast so, als ob die Bilder des Mangas koloriert und in Bewegung versetzt wurden. Die Farben des Filmes sind, wie bei anderen Filmen aus der Zeit zwischen 1980 und Ende 1990, wie Akira, Ghost in the Shell oder Perfect Blue, eher blass und sind nicht mit der Intensität der aktuelleren Animes zu vergleichen, was aber nicht als eine Kritik aufgefasst werden sollte. Lediglich für Fans der jüngeren Anime Generation, die High Definition gewohnt sind, könnten es etwas gewöhnungsbedürftig sein.

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Szenebilder aus Kite © WVG Medien GmbH

Die Realverfilmung

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Kite Realfilm© 2015 – Tiberius Film

Leider haben wir es hier mir einer Verfilmung zu tun, wie man es von einem amerikanischen Film mit japanischem Anime-Vorbild mittlerweile erwartet, verharmlost und sehr zensiert. Nackte Haut und over-the-top Actionsequenzen, für die der Anime bekannt ist, sucht man hier vergeblich. Lediglich dass die Protagonistin für einen Polizisten arbeitet wurde beibehalten…und die Namen der Figuren, was, wie jeder der schon einmal Amerikaner gehört hat, die japanische Namen auszusprechen versuchen, etwas komisch klingt und auch nicht zur ausschließlich amerikanischen Besetzung passt.

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Kite Realfilm © 2015 – Tiberius Film

Fazit

Ein kurzweiliger Anime, der mittlerweile leider nicht mehr so einfach zu finden ist. Im Vergleich zu anderen Animes aus dem Action Genre überrascht die Gewalt zwar auch nicht mehr, möglicherweise sind die vereinzelten, doch eher expliziten, ins Pornografische gehende Szenen für manche ungewohnt. Kein Anime, den ich einem Neuling auf dem Gebiet des japanischen Zeichentricks empfehlen würde.

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