Artus – Excalibur – Musical Review

Hallo, ihr fleißigen Leser des Nippon Nation Web Magazin! Hier ist Drakorn mit einem weiteren Beitrag für euch! Heute geht es zur Abwechslung einmal um die Welt des Theaters, genauer genommen, des Musical Theaters! Das Musical, über das heute diskutiert wird, trägt den Namen “Artus – Excalibur”. Komponiert wurde es von Frank Wildhorn, der schon für frühere Werke wie “Jekyll und Hyde”, “Dracula” und “Rudolf – Affäre Mayerling” bekannt ist. Das Buch wurde von Ivan Menchell geschrieben und die Liedtexte stammen aus der Feder von Robin Lerner. Für die deutschsprachigen Bühnen war Nina Schneider für die Übersetzung zuständig. Die musikalische Leitung übernahm Koen Schoots und die Regie wurde von Francesca Zambello geführt. Die Premiere fand am 15.3.2014 im Theater St. Gallen statt, wo es heute immer noch aufgeführt wird.

„Artus – Excalibur“ ist eine musikalisch – theatralische Neuinterpretation der weltbekannten Artussage. Ich weiß, ich weiß, noch eine Interpretation und dazu noch für das Theater! Aber wie viele Artus Interpretationen hat auch diese hier ihre einzigartigen Aspekte, aber leider auch ihre einzigartigen Schwächen, die sie von allen anderen Interpretationen des Stoffes unterscheiden. Also, lohnt es sich, diesem Musical mal einen Besuch abzustatten? Das erfahrt ihr hier und jetzt!

WARNUNG: Dieses Review mag den ein oder anderen Spoiler beinhalten!

Das Originale Material

Bevor wir uns die Neuinterpretation ansehen, schauen wir uns doch ganz kurz die originale Artussage an. Wer kennt die Geschichte nicht? Die Legende vom jungen Mann, der, begleitet vom großen Zauberer Merlin, der wahre König von England wird und von seinem Sitz im legendären Camelot Frieden und Wohlstand bringt. An seiner Seite führt er immer das magische Schwert Excalibur, das er als rechtmäßiger König aus dem Stein gezogen hat. Mit Excaliburs Stärke, mit Merlins Weisheit und mit seinen treuen Rittern der Tafelrunde kämpft Artus gegen Feinde wie seine Halbschwester Morgana le Fay oder seinen illegitimen Sohn Mordred (Artus’ Beziehung zu den beiden ist in jeder Erzählung der Geschichte anders, sodass es unmöglich ist, zu sagen, welche nun die originale ist), und sucht nach Artefakten wie den heiligen Gral. Natürlich hat er als König auch eine Königin, Lady Guinevere. Und er hat einen besten Ritter, Ser Lancelot. Leute, die die Legende kennen, werden wissen, dass zwischen Lancelot und Guinevere eine lustvolle Beziehung läuft, die ebenfalls in jeder Interpretation anders dargestellt wird. Fest steht nur, dass die originale Artus Legende der keltisch-römischen Mythologie entsprungen ist und seit jeher eine der berühmtesten Legenden aller Zeiten ist. Also, nachdem wir uns einen kurzen Überblick über das originale Material verschafft haben, wenden wir uns jetzt dem eigentlichen Musical zu.

Die Handlung

Ich werde mein bestes tun, die folgenden Absätze möglichst spoilerfrei zu gestalten. Aber der ein oder andere wird euch wohl nicht erspart bleiben. Wenn ihr also vorhabt, spoilerfrei in das Musical zu gehen, dann überspringt diesen Teil!

Die Handlung von „Artus – Excalibur“ orientiert sich lose an der originalen Legende. Es ist eine der größten Neuinterpretationen, die ich persönlich je gesehen habe. Aber das heißt nicht, dass es etwas schlechtes ist.

Die allererste Szene sorgt beim Zuschauer bereits für Gänsehaut. Es wird richtig untermauert, wie schlecht es den Menschen unter dem Krieg zwischen den einzelnen kleinen Reichen geht. Das Stück beginnt direkt nach einer großen Schlacht, bei der eine sehr wichtige Figur der Legende mitgekämpft hat, nämlich König Uther Pendragon, der in der originalen Legende, sowie hier Artus’ leiblicher Vater ist. Doch der tyrannische Herrscher König Loth von Orkney geht als Sieger hervor. Und die erste Szene des Musicals ist eben die Auswirkungen der Schlacht auf die Umwelt und die Menschen.

Merlin, der weise Zauberer, sieht die Not der Menschen und macht sich auf dem Weg zu einem großen Felsen. Dort stößt er das magische Schwert Excalibur in den Stein und prophezeit, dass nur der wahre König es herausziehen kann. Genauso passiert es auch in der originalen Legende. Was danach aber passiert, weicht an einigen Stellen sehr den anderen Interpretationen ab. So ist Artus in dieser Version zum Beispiel als Bauernjunge aufgewachsen und er und Lancelot kennen sich schon seit ihrer Kindheit. Das ist eine positive Neuinterpretation, denn so wird Artus’ und Lancelots brüderliche Freundschaft viel stärker zum Ausdruck gebracht als in den anderen Versionen, wo sie sich nur seit Artus’ Krönung kennen.

Ein ebenfalls großer Unterschied zu der originalen Handlung ist die Darstellung der Feindin, nämlich Morgana le Fay. Diese ist in vielen Interpretationen die Halbschwester von Artus, die unter illegitimen Umständen gezeugt wurde. Das ist in diesem Musical komplett andersrum. Während Morgana hier die legitime Tochter von Uther Pendragon ist, ist es Artus, der im Verborgenen gezeugt und von Merlin versteckt wurde. Hier wird Morgana als Kind von Uther verstoßen und in ein Nonnenkloster gesperrt, wo sie tagtäglich misshandelt wird. In der originalen Version will sie einfach Camelot dominieren, in dieser Version will sie Rache an Artus nehmen, da sie ihn als den Grund für ihren Verstoß und ihr Leben sieht. Diese neue Interpretation macht Morgana um einiges humaner als in so manch anderer Version. An einigen Stellen vermag der Zuschauer sogar, ein gewisses Mitgefühl für die Antagonistin zu empfinden, da es aus einigen Sichten durchaus nachvollziehbar ist, dass sie Rache will.

Der wohl größte Unterschied, der in dieser Version zu finden ist, ist die Streichung zweier äußerst wichtiger Elemente der Sage: Der heilige Gral und Mordred. Weder die Suche nach dem Artefakt, noch der Konflikt zwischen Artus und seiner persönlichen Nemesis kommen hier vor. Diese Rolle übernimmt hier König Loth von Orkney, der in der originalen Legende eine sehr knappe Rolle bekommt.

Diese Version der Artussage konzentriert sich viel mehr auf den inneren Konflikt der einzelnen Figuren in jenen schweren Zeiten des Krieges. Besonders viel Wert wird hier auf die Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren gelegt. Während der Krieg gegen Morgana und Loth manchmal eher im Hintergrund stattfindet, wird die klassische Dreiecksgeschichte zwischen Artus, Lancelot und Guinevere extrem ausgearbeitet, sodass man sich am Ende ein sehr genaues Bild über die Gefühle der Charaktere machen kann.

Doch trotz dieser vielen Unterschiede, orientiert sich die Grundhandlung doch sehr an der Artussage. Der Konflikt zwischen den Reichen wird sehr stark mit der ersten Szene unterzeichnet, Merlin wird äußerst originalgetreu dargestellt (mit Ausnahme einer bestimmten Szene, auf die weiter unten näher eingegangen wird), die Beziehung zwischen Artus, Lancelot und Guinevere ist beinahe vollständig identisch mit den anderen Interpretationen und die Ritter der Tafelrunde werden als starke Krieger und treue Unterstützer dargestellt.

Das einzige, was mir persönlich nicht so sehr gefallen hat, war das Ende des Stücks. Es wirkte irgendwie so, als wollten die Autoren die Show so schnell wie möglich beenden und sich deshalb etwas aus dem Ärmel geschüttelt haben. Auch wirkt es für mich persönlich viel zu Happy – Endhaft nach all den Ereignissen, die vorgefallen sind. Und der Endkampf gegen Morgana war leider mehr als antiklimatisch.

Etwas anderes, was mir nicht gefallen hat, war die Andeutung darauf, dass Merlin und Morgana eine lustvolle Beziehung miteinander zu führen scheinen. Hier haben die Autoren wirklich verzweifelt versucht, noch eine Romanze mit einzubringen, einfach weil es noch eine Beziehung geben musste. Das und das Ende waren die einzigen Sachen, die mir persönlich nicht gefallen haben.

Die Handlung an sich bekommt von mir 3 von 5 Sternen.

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Patrick Stanke als Artus © Andreas J. Etter/Theater St. Gallen

Die Charaktere

Eine starke Handlung alleine reicht bei weitem nicht aus um eine gute Show abzuliefern. Ein sehr wichtiges Element in jedem Werk sind die Charaktere, denn durch sie lebt die Geschichte und wird vorangetrieben. In diesem Bereich geht es nun über die wichtigsten Charaktere und die Art, wie sie dargestellt werden.

Artus – Die Figur des legendären König Artus wird in jeder Interpretation etwas anders gestaltet. In dieser Version ist Artus anfangs ein mutiger, selbst- und sorgloser junger Mann, der versucht mit seinem Stiefvater Ector die Kriege zu überleben. Als er durch Zufall Excalibur aus dem Stein zieht und Merlin ihn über sein Schicksal aufklärt, ist er zuerst überhaupt nicht gewillt, seinen Platz als König anzunehmen, aber nach einigen Ereignissen, die seine Sicht der Dinge verändern, nimmt er sein Schicksal an und lässt das zerstörte Schloss Camelot erneut errichten um von dort aus Frieden und Wohlstand über England zu bringen. Im zweiten Akt der Handlung jedoch merkt der Zuschauer, wie einzelne tragische Ereignisse sowie der Krieg an Artus’ Geist zerren und er langsam droht, zum selben tyrannischen Herrscher zu werden, wie auch einst sein Vater, Uther Pendragon. Patrick Stanke schafft es sehr gut, diesen Wandel darzustellen. Ob sorgloser junger Mann oder nachdenklicher König, er schafft es, diese Rolle zu meistern.

Lancelot – Lancelot wurde für diese Interpretation sehr umgestaltet. Sein loyaler Wille und sein starker Kampfgeist sind zweifellos geblieben, aber seine Vergangenheit wurde grundlegend verändert. So kennen er und Artus sich schon seit ihrer Kindheit, was sie fast schon zu Brüdern macht. Wie bereits erwähnt ist dies eine durchaus positive Änderung, da so die Freundschaft zwischen dem Ritter und dem König sehr viel besser und glaubwürdiger rüberkommt als in so manch anderer Interpretation. Seine verbotene Liebe zu Guinevere haben die Autoren hervorragend eingefangen und präsentieren sie auch dementsprechend. Was mit einer Sehnsucht begann, wird langsam aber sicher zur Verzweiflung. Mark Seibert hätte für diese Rolle nicht besser passen können. Er hat die Statur, die Stimme und das schauspielerische Talent für diese Rolle. Mal sehen, wie sich Anton Zetterholm nächstes Jahr in dieser Rolle machen wird.

Merlin – Über die Darstellung des Merlin kann man hier sehr verschiedener Meinung sein. Auch er wurde für diese Interpretation umgestaltet. So ist er nicht mehr der einzigartige Zauberer, sondern einer von vielen. Der Name „Merlin“ wird hier eher als Titel angesehen, also ist es nicht klar, wie der Merlin nun wirklich heißt. Wirklich beeindruckt war ich aber von der szenischen Gestaltung seiner Magie. Die wurde wirklich gut hingekriegt. Ob es darum geht, Excalibur episch in den Felsen reinzurammen, oder eine Rückblende aus der Vergangenheit heraufzubeschwören, die Art wie es auf der Bühne dargestellt wird ist einfach genial. Allerdings finde ich, man hätte schon mehr von dieser Zauberkraft sehen können. Es ist genauso wie Gandalf in „Der Herr der Ringe“: Alle erwarten, dass er epische Zauber vollbringt, was aber nicht sehr oft passiert. Aber Gandalf hatte einen Grund dafür, hat der Merlin einen? Vielleicht, aber er wird nicht genannt. Aber was in Gottes Namen ging in den Köpfen der Autoren vor, als sie die Idee hatten, Merlin seine Zauberkräfte verlieren zu lassen, indem er Morgana küsst? Das kam weder in der originalen Legende, noch in diversen anderen Interpretationen vor. Es fühlte sich eher an, als würden die Autoren denken „Oh, der finale Endkampf steht bevor, wir brauchen schnell etwas um es Artus zu erschweren!“ Wenn es weiter hinausgearbeitet worden wäre, dann hätte ich nichts dagegen, aber so? Nein, einfach nur nein. Dennoch, was die Autoren richtig gemacht haben, haben sie sehr richtig gemacht! Außer dieses einen Makels ist Merlin wirklich gut gelungen. Und Thomas Borchert ist eine perfekte Besetzung für die Rolle des mystischen, weisen Zauberers. Jedes seiner Lieder vermochte es, mir eine Gänsehaut zu bereiten. Ich hätte mir nur gewünscht, er würde mehr Lieder bekommen, aber man kann ja nicht alles haben, oder?

Guinevere – Guinevere wurde praktisch unverändert für diese Interpretation gelassen. Genau wie in der originalen Legende, ist sie eine mutige, selbstbewusste Frau, die alles in ihrer Macht stehende tut, um ihrem Volk zu helfen. In vielen Interpretationen wird sie entweder zu weich oder zu hart dargestellt. Hier ist es ein gutes Gleichgewicht. Sie ist weich und barmherzig, kann aber immer noch für sich selbst einstehen und auch mal ihre Armbrust benutzen, wenn es nötig ist. Allerdings war ich etwas von ihrer ersten Begegnung mit Artus enttäuscht, denn da sind die Autoren den berühmten Disney Weg gegangen: Liebe auf den ersten Blick. In der nächsten Szene, wo die beiden zusammen sind, treffen sie bereits Heiratspläne! Was allerdings sehr gut gelungen ist, ist ihre verbotene Beziehung mit Lancelot. Hier wird sie eher als Fluchtweg und nicht als eigentliche Liebe dargestellt, was aufgrund von Artus’ Verhalten im zweiten Akt zum Teil auch durchaus verständlich ist. Annemieke van Dam und abwechselnd Lisa Antoni interpretieren diese Rolle jeweils auf ihre Art und beide leisten sie eine vortreffliche Arbeit. Annemieke ist eher weich, Lisa ist etwas rauer, aber beides funktioniert im Kontext mit dem Stück sehr gut!

Morgana – Morgana ist, meiner Meinung nach, der am besten konstruierte Charakter in dieser Geschichte. In einigen Interpretationen ist sie das pure Böse schlechthin, in einigen ist sie wiederum gleichgültig oder sogar gut. In dieser Version ist sie eine, vom Leben gezeichnete, Frau, die nach Rache sinnt. Ihr Hass Artus gegenüber wird hier genau erklärt und ist bis zu einem gewissen Grad sogar verständlich. Es wird an mehreren Stellen des Musicals deutlich, dass sie im Grunde, aufgrund ihrer jahrelangen Tortur im Nonnenkloster, einfach nur wahnsinnig geworden ist. Aber es gibt auch Szenen, wo sie Trauer und sogar Angst zeigt. Doch diese Trauer und Angst werden immer von ihrem Wunsch nach Rache unterdrückt und genau dieser Wunsch nach Rache wird am Ende ihr Untergang. Das einzige, was mich an ihr stört ist dasselbe, was mich bei Merlin gestört hat: Man sieht zu wenig von ihrer Zauberei. Sie wird als Hexe beschrieben, als Gegenspielerin Merlins, jedoch sieht man sie im Stück nur zweimal zaubern. Auch ist nicht klar, wie mächtig sie wirklich ist. Am Anfang reagiert Merlin mit großem Respekt auf sie, als er erfährt, dass sie zaubern kann. Aber später wird klar, dass Morgana auf Merlins Hilfe angewiesen ist um weiter mit ihren Zaubern zu kommen. Das ist ein kleiner Kontrast, der mir einfach aufgefallen ist. Aber ansonsten ist Morgana ein genialer Charakter, und Sabrina Weckerlin verbreitet die perfekte, gefährliche Ausstrahlung, die der dunklen Hexe der Artussage gebührt.

Natürlich gibt es auch andere Charaktere, wie zum Beispiel Artus’ Stiefvater Ector, König Loth von Orkney und sein Sohn Gareth, die Ritter der Tafelrunde und einige mehr. Aber von ihnen war ich nicht besonders begeistert. Ector und Loth sind perfekte Charaktere, aber sie kommen viel zu wenig vor. Dabei haben sie gerade sehr viel Potential. Von ihnen hätte ich wirklich gerne mehr gesehen.

Die Charaktere von „Artus – Excalibur“ sind mit Sorgfalt geschrieben und strukturiert worden. Auch wenn sie, wie die Handlung, Lücken und Probleme aufweisen, sind sie dennoch sehr gut gelungen. Und wer auch immer Morgana geschrieben hat, hat meinen vollsten Respekt.

Die Charaktere bekommen 4 von 5 Sternen.

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Thomas Borchert als Merlin und Sabrina Weckerlin als Morgana © Andres J. Etter/Theater St. Gallen

Die Lieder

Das letzte, was in diesem Review behandelt wird ist eigentlich das Grundelement eines jeden Musicals: Die Lieder. Was wäre ein Musical ohne die passenden Lieder? Hier kann ich aber voller Zuversicht sagen, dass die Lieder für „Artus – Excalibur“ einfach nur genial getroffen sind. Frank Wildhorn wird öfters dafür kritisiert, dass er oft dieselbe Melodien „recyclet“ und sie in einer anderen Produktion einsetzt und ja, in ein oder zwei Liedern habe ich mich schon an „Dracula“ erinnert gefühlt. Aber es ist immer noch besser als Andrew Lloyd „Ich mache so viele Reprisen wie möglich“ Webber. „Artus – Excalibur“ bietet viele Abwechslungen.

Es gibt bombastische Choreinlagen wie zum Beispiel „Feld der Ehre“, das erste Lied im Musical, oder „Morgen triffst du den Tod“ wo alle Protagonisten in einem Lied vor dem Krieg zusammenkommen. Die Orchestrierung wurde hier ebenfalls passend dem alten, kriegerischen England angepasst. So spielen während der Choreinlagen mächtige Kriegstrommeln, während in den leiseren Liedern (vor allem in Merlins Solos) mystische, keltische Klänge zu hören sind. Vermischt wird das alte mit dem neuen, was bedeutet, dass man gut eine Kombination aus keltischen Klängen und einer Rockeinlage zu hören bekommen kann.

„Artus – Excalibur“ zeichnet sich dadurch aus, das jedes Lied auf seine Weise einzigartig ist. Es gibt große Choreinlagen wie „Feld der Ehre“, mystische keltische Solos wie „Der Heiler“, einen exzellenten Villain Song „Sünden der Väter“ und einige Liebesduetts wie „Vor langer Zeit“. Alleine schon die Musik ist es wert, dass man sich einen Besuch in diesem Musical gönnt. Jeder Charakter hat eine eigene Melodie und keine von ihnen kommt im Stück zu kurz.

Was mir persönlich sehr gefallen hat, waren die Kampfszenen. Sie sind fantastisch choreographiert und werden vom Orchester mit einer würdigen Kampfmusik begleitet. Als Zuschauer sieht und hört man die Schwerter klirren und die Kriegstrommeln schlagen. In solchen Momenten sind keine Worte nötig um die Musik zu begleiten. Ein guter Kampf reicht dort völlig aus.

Die Lieder bekommen 5 von 5 Sternen.

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Die Ritter der Tafelrunde © Andreas J. Etter/Theater St. Gallen

Zusammenfassung

Zusammenfassend kann man getrost sagen: „Artus – Excalibur“ ist ein sehr gut gemachtes Musical. Die neue Interpretation der berühmten Artussage kann zwar nicht jeden begeistern, aber mir persönlich hat sie sehr gut gefallen. Es sind zwar einige Dinge ausgelassen worden, aber das stört bei dem was da ist nicht weiter. Es gibt natürlich einige Probleme mit der Handlung und den Charakteren, aber das wird durch die vielen schönen Lieder wettgemacht. Das Bühnenbild unter anderem ist sehr einfach gestaltet, aber das was da ist, wird sehr gut eingesetzt. Die Kostüme sind eine Mischung aus dem damaligen England und der heutigen modernen Zeit, also nicht zu aufwändig aber auch nicht zu normal, sondern etwas dazwischen, was in meinen Augen akzeptabel ist.

Fazit: „Artus – Excalibur“ ist ein großartiges Musical, das mehr Aufmerksamkeit verdient hat. Es ist eines von Frank Wildhorns abwechslungsreicheren Werken und in meinen Augen hat er die Artussage würdig interpretiert.

„Artus – Excalibur“ wird gegenwärtig in Abständen im Theater St. Gallen aufgeführt. Wer es sich ansehen will, dem kann ich dieses Musical nur empfehlen, ihr werdet es nicht bereuen.

Das Musical im allgemeinen bekommt 4 von 5 Sternen.

Zusätzliche Infos: Frank Wildhorn arbeitet gegenwärtig an einer Musical Adaption von „Death Note“. Bereits nächstes Jahr soll Premiere in Japan sein. Für Leute, die diesen Stoff sowie Musicals mögen, dürfte das äußerst interessant sein.
Von „Artus – Excalibur“ ist ebenfalls eine CD Aufnahme erschienen. Es sind zwar nicht alle Lieder, aber es dürfte einen schönen Vorgeschmack auf die Show werfen.

Der Spielplan von „Artus – Excalibur“ im Theater St. Gallen: http://www.theatersg.ch/spielplan/artus-excalibur-0

Frank Wildhorns Homepage: http://www.frankwildhorn.com/

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