96 Hours – Taken 3 – Filmkritik

„I will look for you. I will find you. And I will kill you.“

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96 Hours – Tak3n © 2014 Constantin Film

Das war doch mal eine Ansage von einem Vater, dessen Überfürsorglichkeit, gleich nach 20 Minuten des Filmes, mit der Entführung seiner Tochter bestätigt wurde. Weil sie in Frankreich ist. Weil sie erst 17 Jahre alt ist. Weil sie nur ihre ebenfalls minderjährige Freundin bei sich hat. Ohne Aufsicht von Erwachsenen. Im Ernst, Kevin McCallisters Eltern haben ihn wenigstens nur unabsichtlich vergessen. Waren die übrigens nicht auch am Weg nach Paris?

Zurück zum Punkt: 96 Hours – Taken war kein typischer Actionfilm. Er hat für das eine oder andere Zitat gesorgt, das man heute noch kennt, verzichtete auf stumpfe One-Liner und es floss kein unnötiges Blut. Die „very particular sort of skills“ vom Protagonisten Bryan Mills (Liam Neeson) und ein guter Director (Pierre Morel) verliehen dem Film viel Spannung und konfrontierten den Zuseher mit einem unangenehmen Thema. Taken war ein richtig guter Film, lies einen sogar vergessen, dass eigentlich die Mutter an allem schuld war.

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96 Hours – Tak3n © 2014 Constantin Film

Dann kam Nr. Zwei:

Neuer Director, neues Glück. Der Meinung, dass man guten Filmen keine Fortsetzung anhängen sollte,  waren offensichtlich mehrere Zuseher und die IMDb Quote schoss um  1,6 Punkte in den Keller.

Die Fortsetzung bietet etwas mehr Action, lässt den Zuschauer sogar hin und wieder schmunzeln, kommt aber trotzdem nicht ganz an ihren Vorgänger heran. Die Handlung  knüpft jedoch so gut an vorherige Ereignisse an, dass sie sich damit ihre Berechtigung schafft.  Bryan Mills‘ Rettungsaktion hatte nämlich vielen Feinden das Leben gekostet. Im Gegensatz zu anderen Filmbösewichten haben die aber keine trinkenden Vorstadteltern, sondern eine verdammte Mafiafamilie, die um sie trauert. Und wenn Mamas, Papas und Onkel von toten Frauenhändlern wegen dir kostbare Tränen fließen lassen müssen, wird es blutig. Ausbaden darf das natürlich wieder Mills‘ Familie. Mit Taken 2 wurde die Geschichte nun endlich abgeschlossen.

Jetzt würde ich gerne kurz erklären, worum es in Taken 3 eigentlich geht. Das ist aber gar nicht so einfach, ohne wild mit Spoilern um mich zu werfen. Darum hier der Trailer. OMG EIN TRAILER!!

Man könnte nun wirklich meinen, dass die Idee zum dritten Teil nur aufkam, weil TAK3N auf einem Filmplakat gut aussieht. Das können die nicht ernst gemeint haben. Trotzdem gab ich dem Film eine Chance und wagte mich ins Kino. Unvoreingenommen. Positiv, dass es eine gute Fortsetzung werden könnte. Nach 20 Minuten war meine Hand vollständig an die Stirn gewandert. Nach 40 Minuten schwor ich mir, den Film nicht ganz so ernst zu nehmen und gegen Ende wusste ich nicht mehr, wie oft ich schon leise „Was zum Teufel“ gesagt hatte. Taken 3 zeigt, dass gute Schauspieler nicht jeden hohlen Dialog retten können und ein übertriebener Autounfall eventuell einen Schritt zu weit geht, wenn sogar die Stuntleute  sagen „Nein, das funktioniert in der realen Welt nicht. Bitte macht das mit CGI, wenn es euch wichtig ist.“ Denkt daran, wenn ihr im Kino sitzt und der große LKW-Anhänger über drei Autos federt. Zu all dem ist die Handlung leider sehr vorhersehbar und erfüllt in allen Bereichen die typischen Actionfilm Klischees.

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96 Hours – Tak3n © 2014 Constantin Film

Fazit:

Taken 3 bietet angenehme Unterhaltung und hat trotz all der Kritikpunkte gute Ideen und interessante Wendungen. Er ist eine nette Empfehlung für alle, die sich einmal wieder von cooler Action berieseln lassen wollen, aber nicht zu viel Tiefgang erwarten.

Drücken wir die Daumen für T4KEN…

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