2017 Ghost in the Shell Year – #2 Ghost in the Shell Innocence

Diese Woche erscheint endlich der lang ersehnte Real Film von Ghost in the Shell. Daher werden wir die nächsten Tage die Beiträge unsere GitS Reihe veröffentlichen. Nach dem ersten Teil werden wir uns mit dem zweiten Film befassen. Ghost in the Shell – Innocenceerschiene 2004 und wurde wieder von Mamoru Oshii geschrieben und von Production I.G. produziert.

Plot

Der Plot spielt nach dem ersten Teil. Batou und Togusa ermitteln in einem Fall, wo humanoide Roboter ihre Besitzer töten und danach Selbstmord begehen. Damit widersetzen sie sich den robotischen Gesetzen, die in ihre KI einprogrammiert ist. Im Lauf der Ermittlungen entdecken Batou und Togusa, dass mehr hinter diesen Roboter steckt als anfangs vermutet.

Batou – Togusa

Ein wichtiger Part in diesem Film stellt die Partnerschaft zwischen Batou und Togusa dar. Besonders Batou kommt damit kaum klar, dass der Major sich nicht mehr meldet und ins Netz verschwunden ist. Es hat immer mehr den Anschein als wäre ihm sein eigenes Leben egal. Das zeigt sich auch in seine Aktionen wieder. Er geht ohne Rücksicht auf Verluste unnötige Risiken ein. Togusa hingegen wird immer noch als der Rookie von Sektion 9 behandelt. Im Vergleich zu Batou, der ein vollständiger Cyborg ist, besitzt dieser nur eine Gehirnerweiterung. Weiteres ist er auch der Einzige in Sektion 9, der neben seiner Arbeit noch eine Familie hat. Das rücksichtslose Vorgehen seines Partner macht ihn schwer zu schaffen.

Der Film nutzt diese Charakterisierung aus und gibt den beiden Charakteren eine andere Gewichtung bei der Erzählung. Die Szenen rund um Togusa werden genutzt um den Zuseher den Fall, die philosophischen Probleme und auch technologischen Zusammenhang zu erklären. Togusa übernimmt daher oft in seine Szene die Rolle eines Schülers. Der Regisseur nutzt daher seine Rookie Status aus, um auch den Zuseher eine Chance zu geben, das gesehenen besser zu verstehen. Togusa wirkt daher in viele Szene sehr Passiv. Durch sein Angst vor dem Verlust des Lebens sind seine Handlungen, Ängste und auch Sorgen menschlicher.

Währenddessen werden die Szenen mit Batou genutzt um die melancholische Grundstimmung, die Aktion und die düstere Welt zu zeigen. Oftmals nutzt der Regisseur auch bei den Sezen von Batou die Möglichkeit aus, aus dessen Augenimplantate Szene zu zeigen. Batou nimmt bei seiner Szene daher mehr die Rolle des Aktiven ein. Er schafft es daher mit seiner Handlung auch den Flow des Filmes zu beeinflussen. Durch seinen vollständigen Cyborgkörper ist dieser besonders in den Actionszenen Leichtsinniger.

Visuell Style

Mit kalten Farben, futuristischen Designs und einem allgemein klaren Look hatte der erste Film einen starken klassischen Sci-Fi Style. Der zweite Film bedient sich stark am „Film-Noir“ Genre. Das gesamte Farbschema, die Kameraeinstellungen, die Musik und die allgemeine Grundstimmung könnte aus einem Film der 50er oder 60er sein. Zusätzlich dazu wurde auch am ganzem Welt-Setting gearbeitet. Die Autos, die Gebäude, die Tatorte würden ohne den stellweise dezenten Sci-Fi Elemente, genauso gut in einem französischen schwarz-weiß Film passen.

Erst im zweiten Akt des Filmes wird dieser Style ersetzt und kehrt mehr wieder zu einem klassischen Sci-Fi Setting zurück. Die Wahl des Film-Noir Style im ersten Akt dient nicht nur dazu sich visuell vom ersten Teil zu differenzieren, sondern soll auch die mentale Verfassung von Batou wiedergegeben. Besonders Interssant sind jene Szenen, die aus der direkten Sicht von Batou gezeigt werden. Der Wechsel der Perspektiven gibt den Zuseher die Chance die Atmosphäre besser zu erleben. Allgemein unterscheidet sich der visuelle Style von Innocence sehr stark vom ersten Teil und gibt den Film mehr Tiefe.

Jin-Roh-ish

Viele, die Jin-Roh gesehen haben, werden beim zweiten Teil merken, dass nicht nur der Zeichenstil diesem sehr ähnlich ist, sondern allgemein viele Element aus Jin-Roh übernommen wurden. Jin-Roh ist ein Anime Film vom selben Macher, der einige Jahre vor Innocence erschienen. Dabei geht es um ein fiktives Japan der 60er Jahre.

Viele Elemente, wie das Setting der Welt, der Zeichenstil, die Art und Weise wie in den Dialogen mit Pausen umgegangen wird, und auch die allgemeine Tonalität von Jin-Roh finden sich im Ghost in the Shell Innocence wieder. Wo im ersten Teil Batou noch ein Auto, das mehr wie in Toyota Sprinter aussieht, fährt, finden wir in Innocence auf den Straßen fast nur Fahrzeuge wieder, die aus den 60er stammen könnten. Besonders die Art und Weise, wie die Dialoge geschrieben und aufgenommen wurden, erinnert sehr stark an die depressiven Gespräche von Jin-Roh. Dazu kommt es auch, dass der Aufbau des Plots eine starke Ähnlichkeit mit Mamoru Oshii Vorwerk hat.

Philosophie Unterricht

Eine große Stärker von Ghost in the Shell waren die Dialoge zwischen Batou und dem Major. Beide sahen in dem anderen einen ebenbürtigen Partner, wodurch erst diese einzigartigen Dialoge entstanden sind. Großenteils des ersten Filmes wurden mit diesen gefühlt. Im zweiten Film wird durch die passive Rolle von Togusa oft ein Dialog zu einem Monolog. Es kommt nicht zu einer Diskussion zu den einzelnen Standpunkten. Es wird mehr eine Belehrung für den Rookie.

Während es beim ersten Film mehr um das Menschsein ging, wird beim zweiten Teil stark das Thema Wahrnehmung und Sichtweise aufgegriffen. Dabei geht es nicht nur um das Sehen alleine, sondern auch um die Frage, wie können wir Mensch von Maschine unterscheiden und warum bauen wir Maschinen, die aussehen wie wir selber. Durch den gesamten Film hinweg werden daher immer wieder Style Mitteln eingesetzt um das Thema Wahrnehmung auf verschiedenen Ebenen zu behandeln. Dabei wird das Thema nicht nur auf der Dialog-Ebene präsentiert, sondern auch in verschiedene visuellen Ebenen aufgegriffen.

Fazit

Es ist nie einfach eine Fortsetzung zu einem Erfolg zu produzieren. Doch mit Innocence beweist Mamoru Oshii, dass er das kann. Ich gebe es zu, dass ich beim ersten Mal sehen Innocence nicht gut fand. Bei jedem Rewatch davon finde ich neue Elemente im Film, die ich davon nicht entdeckt habe. Daher sollte jeder den Film mindestens zwei Mal sehen.

Comments

comments